STV Spreitenbach

Ungeniessbar: Verdorbenes Festmahl

Roman Geissmann
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Von Daniel Weber

Am Sonntag, 4. Dezember, standen zwei Aargauer-Derby Leckerbissen auf dem Speiseplan des STV Spreitenbach. Zur Vorspeise eine Wildgans (Wild Goose) aus Gansinger Freilandhaltung und zum Hauptgang ein Ramba-Zamba-Geschnetzeltes nach Merenschwander Art (Ramba Zamba Merenschwand). Um die fetten vier Punkte von der letzten Runde zu bestätigen, musste wieder eine bärenstarke Leistung abgerufen werden.

Als die Mannen allerdings im St. Gallischen Oberbüren eintrafen, war beim Anblick des Geläufs die Freude über einen Festtagschmaus wie weggeblasen. Ein in der ersten Liga unorthodoxer Parkett-Boden trieb jedem einzelnen Akteur einen Ausdruck der Verwunderung ins Gesicht. So müssen sich wohl alle Fussballer der Axpo Super League fühlen, wenn sie ins Stade de Suisse Wankdorf einlaufen und auf Kunstrasen spielen müssen. Nichtsdestotrotz waren die Bedingungen für alle Teams dieselben und es kann hier weder von Vor- noch von einem Nachteil die Rede sein – nur von einer ungewohnten Unterlage.

STV Spreitenbach : Wild Goose Gansingen

Das Spiel gegen Wild Goose Gansingen wurde nach wenigen Minuten in die richtige Bahn gelenkt, als der Ball pfannenfertig übers halbe Feld aufgelegt wurde und per One-Timer nur noch reingedroschen werden musste. Die Freude währte allerdings nicht allzu lang, weil im Aufbauspiel völlig ohne Bedrängnis ein Pass ans Bein des starken Torwarts Reto Zeindler gespielt wurde, der nichts mehr unternehmen konnte um das Spielgerät von seinem Weg ins eigene Tor abzuhalten. Ein Eigentor der Marke «Merkwürdiger geht‘s nicht». Der 1:1-Ausgleich war der Knackpunkt im Spreitenbacher Flow. Nach einem fragwürdigen Stockschlag-Pfiff des Schiedsrichters – welchen der Gefoulte selbst als Fehlentscheidung betitelte –, fiel nach einem Abpraller das 1:2 für Wild Goose. Dass die Gänse unbestraft Mal für Mal den Spreitenbacher Schlussmann unfair angingen, der zwischenzeitlich sogar gepflegt und vom Ersatzkeeper vertreten werden musste, half natürlich auch nicht, die fehlende Abstimmung und Konzentration aus dem Spreitenbacher Spiel zu bringen. Dies wurde zum Verhängnis und es fielen die Tore 3 und 4 für Gansingen. Eine Reduktion auf zwei Blöcke und das Ersetzen des Torwarts durch einen vierten Feldspieler brachten wie schon zu oft in dieser Saison keinen Erfolg für die Spreitenbacher. Am Ende ging das Spiel 3:5 verloren und es musste auf gutes Gelingen beim Hauptgang gehofft werden.

STV Spreitenbach : Ramba Zamba Merenschwand

Merenschwand spielte in der Anfangsphase gut auf und lauerte auf die eigenen Chancen. Ihren limitierten Spielaufbau machten sie mit rigoroser Verteidigungsarbeit wett und spielten die eigenen Konter perfekt zu Ende. Nach einer 3-gegen-0-Situation und dem daraus resultierenden 0:3 sah sich Coach Grubenmann früh gezwungen, das Time-out zu nehmen. Die Spreitenbacher Antwort war stark und voller Wut im Bauch. Ohne Punkte wollte man sich nicht von der gedeckten Tafel verabschieden. Ein Kraftakt inkl. gebrochenen Stocks des Gegners brachte den 1:3-Anschlusstreffer, was auch gleich das Pausenresultat war. 1:3 gegen ein überfordert wirkendes Team aus Merenschwand – da liegt allerweil noch ein Sieg drin, liess Coach Grubenmann sein Team wissen. Der Sieg wäre auch wirklich drin gelegen, jedoch schaffte es Spreitenbach, trotz Überlegenheit und gefühlten 10 Pfostenschüssen, in der zweiten Halbzeit kein einziges Mal, zu reüssieren. Und ohne Tore kann man nun mal selten gewinnen. Die beiden «Empty Netter» zum Endresultat von 1:5 waren nur noch Resultatkosmetik der Merenschwander.

Statt vollgefressen von der Tafel zu rollen, verzogen sich die Spreitenbacher wie geschlagene Hunde, denen nicht mal ein Knochen vergönnt war. Jetzt heisst es: Kopf hoch, denn am 18.12. ist die nächste Runde im heimischen Seefeld angesagt. Im Rückspiel gegen das Tabellenschlusslicht UHC Zuzwil-Wupenau geht es darum, die rote Laterne da zu lassen, wo sie hingehört - nach St.Gallen und nicht in den Aargau! Und im 2. Spiel hat Spreiti die Chance auf Revanche gegen Wild Goose Gansingen. Man könnte fast sagen: Da ist noch eine Gans zu rupfen! In diesem Sinne: Vamos Spreiti und en guete!