Katholische Frauengemeinschaft
Vereinsreise der Kath. Frauengemeinschaft Windisch

Die Frauen wandelten auf den Spuren von Anna Göldin.

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Die Vereinsreise führte dieses Jahr ins Glarnerland. Im Anna Göldi Museum in Mollis war viel über ein tragisches Frauen-Schicksaal zu erfahren. Es ist eine komplizierte Geschichte. Da ist Anna, eine selbstbewusste, starke und wahrscheinlich sehr hübsche Frau aus sehr armen Verhältnissen. Da ist der Sohn des Fabrikunternehmens Zwicky, der sich nach der Schwangerschaft Annas zurückzieht, um seinen Stand zu wahren. Da ist der Arzt Tschudi, der sich wohl etwas viel erlaubt mit seiner Magd. Da ist dessen Frau, die mit 27 Jahren schon zehn Kinder geboren hat und wohl an Überforderung und Eifersucht leidet und eine unmögliche Geschichte erzählt, die zum Hexenglauben beiträgt. Da ist ein hartnäckiger Journalist, der das Ganze in Deutschland ans Tageslicht bringt. Und da ist der Zeitgeist des 18. Jahrhunderts, in dem Scheinheiligkeit, Hexenglaube, Standesunterschied und die Macht der reichen Gesellschaft eine bedeutende Rolle spielen. Anna unterschätzt dies und erfährt ein brutal hartes und ungerechtes Urteil durch das Schwert. Sie wird nicht als Hexe verurteilt, als solche wäre sie damals verbrannt worden. Sie ist auch nicht schwanger von jenem Arzt, denn dann hätte sie nicht zum Tode verurteilt werden können. Letztlich sind da noch die damaligen Akteure in Justiz und Politik, welche fast alle Akten verschwinden liessen, so dass es schwierig ist, die volle Wahrheit zu finden. Daher gibt es verschiedene Versionen der gleichen Geschichte...

Am Nachmittag stand die Besichtigung der Weseta-Frottetuch-Fabrik in Engi, in der 40 MitarbeiterInnen angestellt sind, auf dem Programm. Die computergesteuerten Webereima-schinen produzieren bei viel Lärm qualitativ hochstehende Tücher, welche von Manor, Globus, Migros, aber auch von Ledergerber Baden, weiteren Geschäften und Hotels eingekauft werden. Auch in der Schneiderei und Näherei wird motivierte und zuverlässige Arbeit geleistet. Die anschliessende, sehr günstige Einkaufsmöglichkeit im Fabrikladen wurde rege benützt.

Zwei sympathische Führungspersonen gaben Einblick in einen landschaftlich unglaublich schönen Kanton, wo die Berge in den Himmel wachsen und wo die Bürger und Bürgerinnen an der Landsgemeinde 2007 es gewagt haben, den Beschluss zu fassen, aus 25 kleinen Gemeinden drei Grossgemeinden zu organisieren.

Zum Glück hatte der FC Aarau an diesem Tag keinen Match und die Kloten Flyers kein Spiel, denn für einmal stand ihr Eurobus den Windischer Frauen für einen erlebnisreichen Ausflug bei schönstem Wetter zur Verfügung.

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