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Geteilte Kälte ist halb so wild

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Susanne Holz
In Gesellschaft wärmt es sich besser. (Bild: Raminder Pal Singh/Keystone (Indien, 10. Februar 2019))

In Gesellschaft wärmt es sich besser. (Bild: Raminder Pal Singh/Keystone (Indien, 10. Februar 2019))

Diese Hunde wärmen sich an einem kalten Februartag an einem Feuer in der Millionenstadt Amritsar im indischen Bundesstaat Punjab. In Indien gibt es vieles millionenfach: Einwohner grosser Städte, Armut und auch Strassenhunde. Laut «Stern» lebten 2016 etwa 30 Millionen streunende Hunde im ganzen Land. 20 000 Menschen sollen 2014 an Tollwut gestorben sein, die meisten von ihnen Arme oder Kinder.

Arme Menschen, arme Hunde. Menschen, die ein Hundeleben führen, und Hunde, die sich sehr menschlich um ein Feuer gruppieren – gemeinsam friert es sich leichter. Friedlich und demütig sitzen diese drei Hundefreunde ums Feuer und machen aus dem Schicksal eines kalten Wintertages das Beste – geteiltes Leid ist halbes Leid. Ein Feuerchen für alle.

Fragt sich, was sie an diesem Tag noch zu fressen finden werden – durch die vielen Abfälle auf den Strassen ist Futterbesorgung aber wohl nicht so schwierig für indische Strassenhunde. Zudem werden in Indien viele Hunde von den Menschen nebenbei mitversorgt, jedoch nicht als Haustier gehalten. Die Zahl der Strassenhunde explodiert folglich. Hundefänger jagen die Hunde und töten sie, was die Tiere immer aggressiver macht.

In «Underdog», einem Filmdrama des ungarischen Regisseurs Kornél Mundruczó aus dem Jahr 2014, jagen die Hunde die Menschen. Hunderte von Hunden übernehmen in Budapest die Macht. Sie jagen durch die Strassen und rächen sich für all die Ungerechtigkeit, die sie durch die Menschen erdulden mussten. Was auch eine Allegorie auf die politische Situation im heutigen Ungarn ist, wo sich Minderheiten zunehmend aggressiver Verfolgung ausgesetzt sehen.

In «Amores Perros», dem Spielfilmdebüt des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu aus dem Jahr 2000 machen Menschen Geld mit Hunden bei brutalen Hundewettkämpfen. Hunde und Menschen verdienen Besseres. Sie gehören zusammen. Manchmal frieren Menschen wie Hunde, manchmal kuscheln Hunde wie Menschen.

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