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Kolumne

Luft, Licht und Klassenkampf

Das Beste im Hallenbad auf der Allmend sind weder die Rutschbahn noch das Sprudelbecken, sondern es ist die Einteilung der Schwimmbahnen.
Céline Graf
Tempo statt Stil zählt im Luzerner Hallenbad Allmend. Gut so, findet die Autorin. (Bild: Nadia Schärli)

Tempo statt Stil zählt im Luzerner Hallenbad Allmend. Gut so, findet die Autorin. (Bild: Nadia Schärli)

«Ah, Luzern – eine schöne Stadt, gell?» Alle, denen ich von meinem vorübergehenden Wohnort erzähle, sind sich in dieser Annahme einig. Ja, versichere ich ihnen, Luzern ist eine wirklich schöne Stadt.

Okay, «meine» beiden anderen Städte, Bern und Fribourg, haben pittoreskere Altstädte. Bern ist zudem velotauglicher, Fribourg günstiger als Luzern. Aber so sehr ich den Sommer an der Aare schätze oder den Winter in Fribourgs Beizen, ist Luzern doch die um einige Längen bessere Stadt für eines meiner Hobbys: das Schwimmen.

Von meiner Luzerner WG wie auch vom Büro aus bin ich innerhalb von fünf Minuten an zwei Seen. Rotsee und Vierwaldstättersee. Der Rotsee gehört zu einem Naturschutzgebiet und wird auch «Göttersee» genannt. Das ist schon fast ein wenig frech. Die eigentliche Offenbarung für mich als Hobbyschwimmerin hier aber war der erste Besuch im Hallenbad auf der Allmend.

Licht und Luft, das soll die Menschen bekanntlich glücklich machen, oder zumindest glücklicher. Was die Architektur bereits vor hundert Jahren beim Bau neuer Wohnsiedlungen als Antwort auf die fortschreitende Urbanisierung begriff, kommt offenbar langsam auch bei den Schwimmhallen an. Das Hallenbad Allmend wurde 2012 eröffnet.

Im Vergleich: Fribourg hat nur ein altes, hässliches und kleines Hallenbad für die Allgemeinheit. Berns Hallenbäder sind zwar neuer, aber nur gerade in den wenigen Minuten zwischen Morgen-Senioren, Mittags-Workouts, Nachmittags-Schülern, Feierabend-Workouts und den Kurssportlern einigermassen geniessbar.

Das Beste im Hallenbad auf der Allmend sind weder die Rutschbahn noch das Sprudelbecken, sondern es ist die Einteilung der Schwimmbahnen. Bei diesen zählt nämlich Geschwindigkeit statt Stil. Die Bahnen sind beschriftet mit «schnell», «mittel» und «langsam», wo sonst «Crawl» oder «Brust» steht. Das bedeutet: Endlich kein Klassenkampf mehr zwischen Brustschwimmern und Crawlern! Wie schön.

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