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Eingeschlossene Juniorenfussballer im Wettlauf gegen den Monsun

Die Lage für das in einer Höhle eingeschlossene thailändische Fussballteam ist brenzlig: Die Teenager sind kaum in der Lage, den Tauchgang ins Freie anzutreten.
Ulrike Putz, Singapur
Förster werten auf der Suche nach Bohrmöglichkeiten zur Höhle eine Karte aus. (Bild: Rungroj Yongrit/EPA)

Förster werten auf der Suche nach Bohrmöglichkeiten zur Höhle eine Karte aus. (Bild: Rungroj Yongrit/EPA)

Die Rettung des seit zwei Wochen in einer thailändischen Höhle festsitzenden Jugendfussballteams wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Die Helfer vor Ort rechneten am Samstag jede Minute damit, dass – wie von der Wettervorhersage angekündigt – heftige Regengüsse über der Region Chiang Mai einsetzen würden. Niederschlag, der die Tham- Luang-Höhle weiter voller Wasser laufen lassen würde, gilt als die grösste Gefahr für die unter Tage gefangenen zwölf Jungen und ihren 25 Jahre alten Trainer.

Die Teenager im Alter von 11 bis 16 Jahren waren am 23. Juni in der Höhle eingeschlossen worden, nachdem einströmendes Regenwasser ihnen den Rückweg abgeschnitten hatte. Die Jungen galten über eine Woche lang als vermisst, bis sie am letzten Montag von professionellen Tauchern gefunden wurden. Die Gruppe hatte sich auf eine dreieinhalb Kilometer vom Höhleneingang entfernte Felsklippe geflüchtet.

Trotz des intensiven Schwimm- und Tauchtrainings, das die Jungen seit ihrer Ortung absolviert haben, sind sie den Rettern zufolge noch nicht in der Lage, den immens gefährlichen, fünf Stunden langen Weg ins Freie anzutreten. Um die Höhle durch den Vordereingang zu verlassen, müssen die Kinder an mehreren Stellen teils bis zu einer Stunde durch überflutete Gänge tauchen. Einige Passagen sind so eng, dass über längere Strecken kein Rettungstaucher neben ihnen sein kann. Dass die Verhältnisse in der Höhle selbst für Profis lebensgefährlich sind, zeigte der Unfalltod des ehemaligen thailändischen Navy Seals Saman Gunan am Freitag. Er kam auf dem Rückweg aus dem Inneren des Berges um, als seine Sauerstoffreserven zu Ende gingen.

Sauerstoffgehalt bedenklich gesunken

Doch die Gruppe in der Höhle zu belassen und sie von aussen zu versorgen, ist auch keine Option, hiess es am Samstag in der am Höhleneingang entstandenen Zeltstadt der Helfer. Hatte man anfangs noch geglaubt, die Jungen könnten notfalls die vier Monate Regenzeit unter Tage aussitzen, so ist inzwischen klar, dass das ebenfalls tödlich enden könnte. Sobald der Monsun beginne, werde das Höhlensystem so voller Wasser laufen, dass Taucher bald nicht mehr zu den Eingeschlossenen vordringen könnten, hiess es unter den Rettern. Der Gouverneur der Provinz Chiang Rai, Narongsak Osoththanakorn, warnte, dass der Sauerstoffgehalt in der Höhle von normalen 21 Prozent auf 15 Prozent gefallen und damit bedenklich niedrig sei. Experten arbeiteten mit Hochdruck daran, einen Schlauch zu verlegen, um Frischluft tief ins Innere der Höhle zu pumpen.

Die Retter fuhren zuletzt doppelgleisig: Einerseits versuchten sie, so viel Wasser aus dem Höhlensystem zu pumpen, dass die Jungen nur kurze Strecken zu tauchen hätten. Da jedoch über Risse im Gestein dauernd frisches Wasser in die Höhle nachläuft, ging das nur langsam vonstatten. Die Hoffnung, den Wasserpegel ausreichend zu senken, bevor die ersten Wolkenbrüche losbrachen, schwand von Stunde zu Stunde.

Retter hoffen, einen Felsspalt zu finden

Parallel zu den Pumparbeiten waren erneut Hunderte Soldaten und Freiwillige aus den umliegenden Dörfern in den Bergen unterwegs, um nach einem alternativen Zugang zu dem weit verzweigten Höhlensystem zu suchen. Die Hoffnung ist, dass sich oberhalb des Aufenthaltsorts der Gruppe ein Felsspalt findet, den Bergbauexperten aufbohren könnten. Doch die Suche gestaltete sich schwierig, unter anderem weil die Gegend von dich­-tem Dschungel bewachsen und schlecht kartiert ist.

Taucher überbringen Briefe an die Familien

Taucher überbrachten den vor der Höhle ausharrenden Familien am Samstag Briefe ihrer Söhne. In den Botschaften versicherten die Kinder ihren Eltern, dass es ihnen gut gehe. Zwei erinnerten daran, dass sie inzwischen Geburtstag gehabt hätten, andere baten darum, dass ihre Mütter ihre Lieblingsspeisen bereit halten sollten, wenn sie evakuiert würden. Der Trainer der Jungen, der sie trotz Warnungen in die während der Regenzeit gesperrte Höhle geführt hatte, bat in seiner Nachricht um Verzeihung. «Entschuldigung an alle», schrieb Akekapol Chantawong. Trotz des Initial­fehlers, die Jungen in die Höhle gebracht zu haben, schreiben viele es den Führungsqualitäten des Trainers zu, dass die Jungen bislang überlebt haben. Akekapol habe die Gruppe zusammengehalten und sie durch Meditation in guter geistiger Verfassung gehalten, sagen Taucher, die die Jungs unter Tage getroffen haben.

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