Herzogenbuchsee

Das Earthquake-Openair in Herzogenbuchsee wird erwachsen

Mit einem zweiten Festival-Tag wollen die Organisatoren ein neues Publikum anlocken. Das Festival findet bereits zum elften Mal statt, darum hiess es für die Macher auch, etwas Neues zu wagen.

Marco Wölfli
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Jonas Jakob (links) und Norman Szöllösi hoffen, dass am diesjährigen Earthquake Openair auch das Wetter mitspielt.

Jonas Jakob (links) und Norman Szöllösi hoffen, dass am diesjährigen Earthquake Openair auch das Wetter mitspielt.

mwo

An diesem Vormittag im Frühsommer zeigt sich der Gemeindepark von Herzogenbuchsee in seiner ganzen Idylle. Die Vögel zwitschern, der Springbrunnen plätschert und auf dem sattgrünen Rasen spielen Kinder.

In drei Wochen dürfte sich der Park ganz anders präsentieren. Für die Geräuschkulisse werden nicht mehr Vögel, sondern Rockbands verantwortlich sein und der Rasen könnte sich je nach Wetterlage in eine Moorlandschaft verwandeln.

Diese Umnutzung ist für den Park hinter dem Gemeindehaus aber nichts Neues. Am 22. und 23. Juni findet das Earthquake-Openair nämlich bereits zum elften Mal statt. Elf Jahre Earthquake-Openair heisst für die Macher auch, etwas Neues zu wagen.

Erstmals soll das Festival bereits am Freitagabend losgehen, mit einem Programm, das sich an ein neues Publikum richtet. Wie die OK-Mitglieder Jonas Jakob und Norman Szöllösi erklären, wollen sie nun auch eine ältere Generation anlocken. «Das Ganze ist ein Experiment», sagt Jakob. «Wir wollen Buchsi einfach etwas Neues bieten. Schliesslich werden wir im OK auch immer älter.»

Der Freitag kostet Eintritt

Das «Experiment» ist eine Mischung aus Komik, Musik und Essen. Am Freitagabend treten auf der Bühne Les (t)rois Suisses, Bänz Friedli und die Berner Troubadour-Band Tomazobi auf. Dazu werden an Tischen drei Menus serviert.

Der Eintritt am Freitagabend kostet 30 Franken. Wird der Eintritt mit einem der drei Menus kombiniert, sind es 55 Franken. «Wir glauben, dass es für die meisten Besucher normal ist, dass Konzerte von Tomazobi oder Les (t)rois Suisses etwas kosten», sagt Jakob. Das ändere aber nichts am Konzept, dass das Earthquake-Openair keinen Profit erwirtschaften will.

Der Samstag bleibt nämlich wie bis anhin gratis. Diese Praxis habe sich bewährt, sind sich Jakob und Szöllösi einig. Beim Programm am Samstag setzen die Festival-Organisatoren wie in der Vergangenheit auf regionales Musikschaffen.

Die meisten Bands stammen aus dem Kanton Bern und mit den «High Heels» aus Buchsi steht sogar eine einheimische Gruppe auf der Bühne. «Es gibt wirklich viele gute Musiker in der Schweiz», sagt Szöllösi, der für das Programm verantwortlich ist. «Wir wollen diese wenig bekannten aber guten Bands nach Buchsi holen, damit die Besucher sehen, was es alles zu entdecken gibt», erklärt Szöllösi seine Philosophie.

Ein Vorteil bei der Verpflichtung der Bands sei, dass das Earthquake-Openair mittlerweile einen guten Namen habe. Gerade auf Musiker aus der Region übe der Anlass eine grosse Anziehungskraft aus.

Kein Ortswechsel

Die Organisatoren sind überzeugt, dass dies auch mit dem Standort zusammenhängt, an dem sie unbedingt festhalten wollen. «Wir könnten das Earthquake auch ausserhalb auf einem grösseren Gelände durchführen. Aber das kommt nicht in Frage», sagt Jakob.

Die zentrale Lage bringt aber auch Einschränkungen mit sich. Bis spätestens um zwei Uhr morgens muss das Gelände geräumt sein. Damit die Besucher aber noch weiterfeiern können, gibt es im Anschluss erstmals zwei Partys im Buxa und im Kreuzkeller.

Für das routinierte Organisationskomitee läuft die Vorbereitung nach Plan. Einzige Unwägbarkeit ist das Wetter. Doch auch hierbei gibt sich Jakob optimistisch: «Ich prophezeie immer schönes Wetter.» Sollte er mit dieser Prognose recht behalten, steht einem gelungenen Openair nichts im Weg. Bis zu 2000 Musikfans werden in drei Wochen Buchsi in Beschlag nehmen und die zwitschernden Vögel zu Zaungästen degradieren.