Jurapark Aargau

Der Naturpark kann realisiert werden

Der Jurapark ist auf gutem Weg. Nur eine Gemeinde hat dem Jurafünfliber die Zustimmung verwehrt.

Susanne Hörth
Drucken
Teilen
Der Jurapark hat die Form eines Dinosauriers. Mit dem Nein von Villnachern fehlt dem Dino ein Ärmchen. Gabriel Kramer

Der Jurapark hat die Form eines Dinosauriers. Mit dem Nein von Villnachern fehlt dem Dino ein Ärmchen. Gabriel Kramer

Das Projekt Jurapark Aargau, über das die Gemeindeversammlungen der 30 Parkgemeinden zu befinden haben, ist auf gutem Weg. 28 Gemeinden haben zum Parkvertrag und zum Jurafünfliber bereits die Zustimmung erteilt. Die Gemeinde Kienberg wird am 16. Dezember darüber befinden. Bund und Kanton beteiligen sich mit 70 Prozent an den Projektkosten. Der Gemeindebeitrag macht in etwa 16 Prozent der Gesamtkosten aus, die restlichen Prozente erarbeitet der Trägerverein dreiklang.ch.

Zufriedenheit und Erleichterung

Die Stimmberechtigten hatten an ihren Versammlungen über den Jurafünfliber pro Kopf und Jahr für die Zeitdauer von zehn Jahren zu befinden. Mittlerweile haben bis auf Kienberg – übrigens die einzige solothurnische Gemeinde im Parkperimeter – alle Versammlungen der insgesamt 30 Parkgemeinden stattgefunden. Ausgenommen in Villnachern im Bezirk Brugg haben die Stimmberechtigten dem Jurafünfliber mit klaren bis sehr deutlichen Mehrheiten zugestimmt. Bei den Parkverantwortlichen ist die Zufriedenheit und Erleichterung über die Abstimmungsresultate gross. Geri Hirt, Präsident von dreiklang.ch/Jurapark Aargau, betont: «Es hat sich gezeigt, dass der enorme Informationsaufwand, der sowohl Geschäftsstelle als auch den Vorstand stark gefordert hat, notwendig war und sich schliesslich auch gelohnt hat.»

In Villnachern wurde dem Jurafünfliber die Zustimmung verwehrt. Dort hatte die Versammlung über gleich mehrere kostenintensive Geschäfte zu befinden. Der Kredit von 7500 Franken hatte trotz der Überzeugungsarbeit des Gemeinderates keine Chance mehr. Neben den Kosten wurde als weiterer Grund angeführt, dass weder Ober- noch Unterbözberg noch Riniken am regionalen Naturpark-Projekt mitmachen würden. «Der Ausstieg von Villnachern gefährdet das Projekt Jurapark nicht, weil es sich um eine Randgemeinde handelt», erklärt Geri Hirt. Fügt aber an, dass sie Villnachern, das über sehr hohe Natur- und Landschaftswerte verfügt, gerne dabei gehabt hätten.

In Bezug auf Kienberg, hier entscheiden die Stimmberechtigten an ihrer Versammlung vom 16. Dezember, meint Hirt, dass da die Chancen für ein Ja zum Park gut stünden. Bei einer Dorfwanderung wie auch bei Kontakten mit dem Gemeinderat sei eine sehr positive Stimmung festgestellt worden.

Sorgsamer Umgang

Mit Blick in die Zukunft macht Geri Hirt deutlich, dass die Abstimmungsresultate motivieren, die laufenden 14 Teilprojekte weiter voranzutreiben und neue Projekte anzupacken. «Mit dem Beitritt zum Jurapark hat die Bevölkerung gezeigt, dass sie mit Natur und Landschaft sorgsam umgehen und diese Ressourcen für die wirtschaftliche Entwicklung ihrer strukturschwachen Region nutzen will.» Das Projekt Jurapark Aargau kann also nun definitiv realisiert werden. In den nächsten Tagen werden die Projektunterlagen vervollständigt, damit sie am 7. Januar 2011 beim Bundesamt für Umwelt in Bern eingereicht werden können.