Limmattal

Der Wiedereröffnungstag lockt viele Kunden nach draussen

Ob Bauhaus, Gartencenter oder Coiffeur: Gestern strömten unzählige Limmattaler in die Geschäfte der Region.

Lydia Lippuner
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Limmattaler Zeitung

Gartencenter, Baumärkte, Coiffeursalons, Tattoo- und Kosmetikstudios öffneten gestern nach sechs Wochen zum ersten Mal wieder. Die Limmattaler standen Schlange, um ihre pausierten Einkäufe zu tätigen.

Im Baumarkt in Schlieren hatte der Verkehrsdienst alle Hände voll zu tun, um die Autokolonne so zu führen, dass am Ende alle ein Feld auf dem vollen Parkplatz erhielten. «Der Andrang ist in etwa so, wie wir in erwartetet haben», sagte Thomas Jud, Geschäftsleiter des Bauhaus Schlieren. Zum Schutz für die Kunden und das Personal wurde der Kundenfluss kanalisiert und Hygienemassnahmen eingesetzt. Momentan ist die Kundenanzahl im Geschäft auf 150 Personen begrenzt. Das führte montags zu einer langen Kundenschlange, die sich mitsamt Einkaufswagen rund um die Holzpaletten im Wartebereich vor dem Haupteingang bewegte. «Wir hätten noch mehr Kunden reinlassen können, aber so sind wir auf der sicheren Seite», so Jud.

Die Kunden schienen sich an die Regeln zu halten. Sie standen im ungefähren zwei Meter Abstand hintereinander, starrten auf ihr Handy und warteten, bis sie an der Reihe waren, um den Laden zu betreten. «Die Kunden zeigen Verständnis für die Situation und die Mitarbeitenden sind froh, wieder arbeiten zu können», sagte Jud. Alle hätten sich sehr auf die Wiedereröffnung gefreut.

Bereits vor dem Mittag keine Schnittblumen mehr

Auch vor dem Gartencenter Hoffmann in Unterengstringen stauten sich die Autos. «Die Leute warteten bereits vor Ladenöffnung vor dem Eingang», sagte Olivia Hoffmann. Sie ist Meisterfloristin im Gartencenter. Schon vor dem Mittag seien die Schnittblumen ausverkauft gewesen. «Die Leute haben das Bedürfnis, ihr Zuhause zu verschönern, besonders weil sie nun viel mehr Zeit darin verbringen», sagte Hoffmann. Am beliebtesten seien nebst Blumen, Kräuter und Gemüse. In der letzten Woche war das ganze Gartencenter-Team damit beschäftigt, das Geschäft auf Vordermann zu bringen und Pflanzen zu bestellen.

Zur Wiedereröffnung kamen die meisten alleine oder zu zweit und luden die Wagen voll mit Blumen, Dünger und Erde. Es schien so, als müssten sich alle noch ein wenig an die neue Freiheit gewöhnen. Fast ein wenig vorsichtig fuhren sie um die Blumen herum und achteten darauf, dass sie nicht vergassen, sich die Hände zu desinfizieren. «Die Situation ist für alle ein wenig speziell», sagte Hoffmann. Nachdem die Leute am ersten Tag noch ein wenig zögerlich gewesen seien, erwartet sie in den nächsten Tagen einen noch grösseren Ansturm.

«Wir plangten sehr darauf, wieder arbeiten zu können.»

Im Coiffeur Hickenbick in Dietikon wird seit gestern wieder gewaschen, gelegt, geföhnt und besonders nachgefärbt. «Wir haben den Terminplan schon ziemlich ausgebucht, doch wenn jemand spontan noch anruft, versuchen wir trotzdem eine Lösung zu finden», sagte Cornelia Hickenbick. Sie ist Inhaberin des Coiffeursalons, der sich auch auf Extensions spezialisiert hat. Diese sind nach sechs Wochen ebensoweit herausgewachsen wie der Haaransatz der gefärbten Haare.

«Wir sehen auch sehr viele überfällige Haarschnitte», sagte Hickenbick. Die Kundinnen und Kunden seien froh gewesen, wieder einen Termin zu erhalten. «Viele sagen, sie fühlen sich nach der sechswöchigen Coiffeur-Pause nicht mehr gepflegt», so Hickenbick. Ihr Personal hat soweit wie möglich die Arbeitsprozente erhöht, um möglichst viele Termine wahrnehmen zu können. Und obwohl das Arbeiten mit Maske gewöhnungsbedürftig sei, so seien doch alle sehr froh, dass die Massnahmen nun ein wenig gelockert wurden . «Wir plangten sehr darauf, wieder arbeiten zu können.»
Auch die Kosmetik- und Pedikürstudios haben wieder offen. Vor ihren Eingängen sah man Limmattaler anstehen, die den sonnigen Frühlingstag nutzten, um sich einen Platz im vollen Studio zu ergattern und sich wieder herausputzen zu lassen. Dabei schien es den Leuten insbesondere wichtig zu sein, schöne Fingernägel zu haben.