Luterbach

Die wichtigsten Eckpunkte und Entscheide zur Biogen-Niederlassung im Zeitraffer

Im Juni 2015 kündigte der Pharma-Riese Biogen die Absicht an, in Luterbach eine neue Produktionsanlage zu bauen. Im Januar 2016 beginnt nun der Bau. Hier noch einmal die wichtigsten Eckpunkte und Entscheide zur Biogen-Niederlassung im Zeitraffer:

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So sollen Produktions- und Verwaltungsgebäude von Biogen in Zukunft aussehen.

So sollen Produktions- und Verwaltungsgebäude von Biogen in Zukunft aussehen.

Illustration /zvg

Dezember 2014: Biogen ist seit längerem weltweit auf der Suche nach einem Standort für die Produktion der Grundstoffe für Biopharmazeutika. Dabei kommt auch die Schweiz auf den Radar. Die Aussenhandelsorganisation Switzerland Global Enterprise, die frühere Osec, macht die Ausschreibung unter den Kantonen publik. Als einer der ersten Kantone reagiert die Solothurner Wirtschaftsförderung. Innert kürzester Zeit stellt das kleine Team der kantonalen Anlaufstelle für Neuansiedlungen in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Baudepartement ein komplettes Dossier zusammen.

Biogen entscheidet sich für Luterbach.
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«Südostschweiz» berichtet über Biogen
Artikel über Biogen der «Neuen Luzerner Zeitung»

Biogen entscheidet sich für Luterbach.

zvg

Mitte Januar 2015: Das Projekt wird am Hauptsitz von Biogen International in Zug, welcher für alle Märkte ausserhalb der USA zuständig ist, präsentiert. Die hohen Anforderungen wie ein genügend grosses Grundstück, gute Infrastruktur für Wasser und Energie, Zugang zu gut ausgebildeten Arbeitskräften, Bildungssystem usw. sind erfüllt. Der Kanton hat den Grossteil des Areals der ehemaligen Zellulosefabrik Borregaard in Luterbach-Süd vorausschauend bereits 2010/11 gekauft. Insbesondere spielt der Zeitfaktor eine der entscheidendsten Rollen, Biogen will bereits Anfang 2016 mit dem Bau beginnen.

Ende Januar 2015: Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler und Baudirektor Roland Fürst gehen mit einer Solothurner Delegation, welche das detaillierte Angebot des Kantons Solothurn bei Biogen vorstellt, nach Zug. Auch dieses Dossier überzeugt die Amerikaner. Die Konkurrenz anderer Standorte wird immer kleiner.

Bohrungen für den Sprengstoff werden durchgeführt
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Bohrungen für den Sprengstoff werden durchgeführt
Sprengstoff und Zünder
Der Sprengstoff wird in die Bohrungen eingeführt
Der Siloturm
Der Siloturm - vorbereitet für die Sprengung
Etliche Schaulustige liessen sich das Spektakel nicht nehmen
Sprengmeister Walter Weber
Interview mit dem Sprengmeister Walter Weber
Regierungsrat Roland Fürst löst die Sprengung aus
Ein Kameramann will das noch stehende Gebäude festhalten
Sprengung in Luterbach
Die Schnitzelfabrik kurz vor ihrem Sturz
60'000 Kubikmeter krachen zusammen
60'000 Kubikmeter krachen zusammen
60'000 Kubikmeter krachen zusammen
Die Gebäude liegen nach der Sprengung in Trümmern
Die Gebäude liegen nach der Sprengung in Trümmern
Die Gebäude liegen nach der Sprengung in Trümmern
Die Gebäude liegen nach der Sprengung in Trümmern
Die Gebäude liegen nach der Sprengung in Trümmern
Die Gebäude liegen nach der Sprengung in Trümmern

Bohrungen für den Sprengstoff werden durchgeführt

Hanspeter Bärtschi

April 2015: Solothurn erhält als Standortkanton die mündliche Zusage. Biogen will auf dem ehemaligen Borregaard-Gelände in Luterbach bauen.

Mai/Juni 2015: Es folgen Wochen intensiver Verhandlungen. Es geht Schlag auf Schlag. Solothurn muss das riesige Areal von 22 Hektaren Land pfannenfertig vorbereiten. Bestehende Mietverhältnisse werden gekündigt, der Rückbau bestehender Gebäude aufgegleist, unzählige Grunddienstbarkeiten bereinigt, die Eisenbahnerschliessung neu geplant, eine Hochspannungsleitung in den Boden verlegt usw. Zusätzliches Land wird zur Arrondierung gekauft.

30. Juni 2015: Ein erster Meilenstein. Der Vorvertrag zwischen dem Kanton Solothurn und Biogen wird offiziell unterzeichnet. Erstmals wird der Name Biogen genannt. Gegenstand: Biogen kauft das Land im Umfang von 22 Hektaren.

Medienkonferenz von Regierung und Biogen-Vertretern. Regierungsrätin Esther Gassler, Jörg Thömmes (Senior Vize Präsident), Natascha Schill (Geschäftsführerin der Biogen Switzerland AG), Regierungsrat Roland Fürst, Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (v.l.n.r.)
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Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (rechts) möchte mehr Einwohnerinnen und Einwohner in die Dorfpolitik involvieren.
Jörg Thömmen von Biogen informiert über das Ausbauvolumen in Luterbach (links).
Haben gut lachen: Natascha Schill (l.) und Roland Fürst.

Medienkonferenz von Regierung und Biogen-Vertretern. Regierungsrätin Esther Gassler, Jörg Thömmes (Senior Vize Präsident), Natascha Schill (Geschäftsführerin der Biogen Switzerland AG), Regierungsrat Roland Fürst, Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (v.l.n.r.)

Hanspeter Bärtschi

Ab Ende Juli 2015: In Rekordzeit werden bis Ende November alle Rückbauten, Altlasten und die ersten Erschliessungen erledigt.

August 2015: Der Takt bleibt hoch. Das Mitwirkungsverfahren für den kantonalen Gestaltungsplan sowie den kommunalen und kantonalen Teilzonen- und Erschliessungsplan wird gestartet. Die Gemeinde Luterbach überlässt die Kompetenz der Nutzungsplanung dem Kanton.

Mitte Oktober 2015: Gegen die aufgelegten Pläne gibt es nur zwei Einsprachen.

Ende Oktober 2015: Der Solothurner Regierungsrat genehmigt die Nutzungsplanung. Die zwei Einsprachen werden nach klärenden Verhandlungen zurückgezogen.

Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal
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Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal
Im Vordergrund zur Aare hin ist das Verwaltungsgebäude geplant, dahinter die eigentliche Biotechproduktion
Am Ende könnten sieben Produktionszellen sowie weitere Produktions- und Versorgungsgebäude auf dem Areal stehen.
Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal

Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal

zvg

1. Dezember 2015: Der Kanton und Biogen unterzeichnen den definitiven Kaufvertrag für das Areal. Damit gelingt dem Kanton Solothurn das wichtigste Ansiedlungsprojekt aller Zeiten und schweizweit das grösste seit Jahrzehnten.

7. Dezember 2015: Das Hauptbaugesuch wird eingereicht und liegt bis zum 8. Januar 2016 auf. Es gehen keine Einsprachen ein.

Spatenstich für den Biogen-Bau in Luterbach im Januar 2016 Biogen-CEO George Scangos macht sich ein Bild vom Areal
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BR Johann Schneider-Ammann trifft auf dem Biogen-Gelände ein
Spatenstich für den Biogen-Bau in Luterbach
Spatenstich mit viel Elan
John Cox. Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Biogen-CEO George Scangos und RR Roland Fürst
Grosses Interesse bei den Medienleuten
RR Roland Fürst, Markus Ziegler (GL Mitglied Biogen Schweiz AG), John Cox (John Cox, Executive Vice President Biogen)
Markus Ziegler, John Cox, Biogen-CEO George Scango und RR Roland Fürst
Roland Fürst spricht
Die Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann
Die Ansprache von Bundesrat Johann Schneider-Ammann
Biogen-CEO George Scangos.02
Im Fokus der Medien
Nationalrat Philipp Hadorn und Ständerat Roberto Zanetti
Christian Scheuermeier und Marianne Meister amüsieren sich
Biogen-CEO George Scangos, Markus Ziegler (GL Mitglied Biogen Schweiz AG), John Cox (Executive Vice President Biogen)
George Scangos
Auch nach dem Spatenstich gehen die Gespräche weiter
Ausgelassene Stimmung im VIP Zelt
Biogen-CEO George Scangos und Regierungsrat Roland Fürst im Gespräch

Spatenstich für den Biogen-Bau in Luterbach im Januar 2016 Biogen-CEO George Scangos macht sich ein Bild vom Areal

Hanspeter Bärtschi

29. Januar 2016: Nur 13 Monate nach der ersten Kontaktaufnahme erfolgt der Spatenstich für das gigantische Bauprojekt. Für eine Milliarde Franken wird Biogen eine Anlage für die Herstellung von Basisstoffen für Biopharmazeutika bauen. Die Inbetriebnahme ist auf 2019 vorgesehen, es entstehen 400 neue Arbeitsplätze.