Langenthal
«L’Art 2012» – ein neuer Sommeranlass für Langenthal

Der Verein «L’Art – Kunst in der Stadt» will mit Kunstinseln in der Marktgasse und auf dem Wuhrplatz das Publikum bezaubern.

Urs Byland
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Der Vorstand des Vereins «L’Art – Kunst in der Stadt»: Reto Bärtschi, Bruno Frangi, Fred Arn, Daniel Kurt und Andreas Jahn (von links). Es fehlt Andrea Hess, Administration und Stadtführungen.uby

Der Vorstand des Vereins «L’Art – Kunst in der Stadt»: Reto Bärtschi, Bruno Frangi, Fred Arn, Daniel Kurt und Andreas Jahn (von links). Es fehlt Andrea Hess, Administration und Stadtführungen.uby

«Das Zelt», Gartenoper, Sommerkino, Wuhrplatzfest und weitere Anlässe bestimmen diesen Sommer in Langenthal den kulturellen Kalender. Da hat es noch Lücken, glaubt eine Gruppe Kunstinteressierter zu wissen und will diese Lücken stopfen.

Der Verein «L’Art – Kunst in der Stadt» lancierte gestern an einer Medienkonferenz den gleichnamigen Anlass. Der Verein hat einen Zweck: Förderung der Kunst im öffentlichen Raum. «In Langenthal und im Oberaargau darf die Kunst im öffentlichen Raum etwas mehr Beachtung finden», sagt Bruno Frangi. Der Organisator der Jazz-Tage Langenthal präsidiert den neuen Verein.

Der Anlass, der in diesem Sommer vom 16. Juni bis 15. September Langenthals Kulturleben bereichern soll, wird in der ganzen Marktgasse bis hin zum Wuhrplatz und noch einige Meter weiter bis zum «Kunst»-Haus von Urs Hug stattfinden. Künstlerinnen und Künstler bespielen an ausgewählten Standorten – geplant sind deren zwölf – Kunstinseln mit Skulpturen, Klang- oder Lichtinstallationen und mit poetischen Manifestationen. Als Kurator wirkt Andreas Jahn, Kulturvermittler in Bern, Burgdorf und Langenthal.

Ein Wechselspiel mit dem Stadtbild

Ebenso wie der Verein in seinem kurzen Zweckartikel die Kunst nicht eingrenzt, die er fördern will, sollen auch keine Einschränkungen gelten bezüglich der Kunst, die an der «L’Art 2012» geboten wird. «Es soll kein klassischer Skulpturenweg entstehen. Wir berücksichtigen tänzerische Projekte, poetische Interventionen, akustische Elemente oder auch Licht», erklärt Jahn.

Ziel sei es auch, die Wahrnehmung des Publikums zu sensibilisieren. Die Kunstwerke eröffnen ein Wechselspiel mit dem Stadtbild. «Das ist das Besondere. L’Art steht für Kunst in der Stadt, aber ebenso für ‹Langenthaler Art›», sagt er. Die Kunstinseln werden nicht speziell angeschrieben, also nicht alle sofort erkennbar sein. «Mithilfe eines Lageplans kann man den Spuren nachgehen. Stadt und Kunst verschmelzen so zu einer Erlebniswelt.»

Als Beispiel beschreibt Daniel Kurt die Installation des Konzeptkünstler-Paares Claudia Magoni und Ursula Bohren. «Da werden unerwartet Töne und Klänge die Spaziergänger überraschen, aber nicht in Form einer dauernden Beschallung, sondern es ist eine Poetisierung der Wahrnehmung im ganz sanften Bereich.»

Anstoss zu weiteren Anlässen

«L’Art – Kunst in der Stadt» soll nicht losgelöst von den Veranstaltungen anderer Kulturinstitutionen stattfinden. «Wir haben mit den Langenthaler Veranstaltern früh Kontakt aufgenommen und suchen die Begegnung mit ihnen», sagt Frangi. Der Verein wird selber diverse Rahmenveranstaltungen organisieren, beispielsweise einen Behördentag, an dem das Thema «Kunst im öffentlichen Raum – Luxus oder Notwendigkeit?» diskutiert wird, oder Führungen zu den Kunstinseln, dies sogar in mehreren Sprachen. Andererseits können weitere Veranstalter das Rahmenprogramm ergänzen.

Das Budget des Anlasses beträgt laut Finanzchef Fred Arn 60000 Franken. Mit dabei als Sponsoren sind alle wichtigen Firmen in Langenthal und der Region sowie die Stadt. Gut zwei Drittel des Budgets sind reserviert für Werkbeiträge, Transport und Installation. «Wir wollen sicher allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern einen Beitrag geben. Sie sollen nicht gratis arbeiten», ergänzt Frangi. Ein Gegenwert ist der Umstand, dass sich die meisten Künstler in ihrem Werk mit Langenthal auseinandersetzen.

«Lasst uns mal im Juni starten und die Bevölkerung überraschen», bittet Frangi. Der Verein wird nach dem Anlass die Situation analysieren und sich fragen, ob mit dem Projekt der Nerv der Stadt und der Region getroffen wurde. Wenn ja, könnte sich daraus ein fester Programmpunkt – «alle drei oder fünf Jahre» – im Langenthaler Kulturkalender entwickeln. Der Verein jedenfalls, so dessen Präsident, soll über die «L’Art 2012» hinaus bestehen bleiben. «Wir haben noch sehr viele Ideen.»

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