Frauenhaus

Leiterin des Frauenhauses wünscht sich eine neue Liegenschaft

Das Berner Frauenhaus sucht eine neue Bleibe. Das jetzige Gebäude sei sanierungsbedürftig, sagt die Leiterin Christine Meier. Weil auch noch der Denkmalschutz involviert ist, zieht eine Sanierung einen ganzen Rattenschwanz von Auflagen mit sich.

Bruno Utz
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Christine Meier, die Leiterin des Berner Frauenhauses. Sat

Christine Meier, die Leiterin des Berner Frauenhauses. Sat

Solothurner Zeitung

Auch platzmässig genüge das im Baurecht von der Stadt Bern zur Verfügung gestellte Haus den Bedürfnissen nicht mehr, besonders für das Personal. «Die ‹Nachtfrauen› müssen in einem Bett im Hauptbüro schlafen, neben Fax, Computer und Telefon», nennt Meier als Beispiel für die engen Verhältnisse. Zusätzlich fehle es an sanitären Anlagen.

Frauenzimmer mit eigenem Lavabo

Die Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern, die das Frauenhaus betreibt, habe einen Umbau geprüft, aber als zu teuer verworfen. Gemäss Konzept sucht die Stiftung ein Gebäude mit etwa 20 Zimmern. Die Maximalbelegung sei auf 15 Personen festgelegt, 7 Plätze für hilfesuchende Frauen und acht Plätze für deren Kinder. «Entsprechend notwendig wäre also eine grosse Küche, wo man für 15 Personen ‹gäbig› kochen kann», sagt Meier. Voraussetzung seien auch ein Wohnraum und ein Spielzimmer. Wünschenswert wäre zudem ein weiterer grösserer Raum, der für Gruppenaktivitäten der Frauen oder als Bastelstube für die Kinder genutzt werden könnte. Vorteilhaft wären Frauenzimmer mit eigenem Lavabo.

«Wir suchen nicht einfach eine Villa mit 20 Zimmern», betont Meier. Infrage kämen auch ein Mehrfamilienhaus oder ein kleineres Altersheim, das schliessen muss. Oder einfach eine Liegenschaft, die mit einem Umbau den Bedürfnissen angepasst werden kann. «Wir sind offen», so Meier. Das Gebäude müsste jedoch in der Stadt Bern oder in einer der umliegenden Gemeinden stehen. «Es muss ein Gebiet mit einer gewissen Anonymität sein. Ein Quartier, wo sich die Nachbarn zwar kennen, das jedoch den Frauen einen gewissen Spielraum gewährleistet.» Die Finanzierung des Gebäudes teilten sich die Stiftung und der Kanton. «Als anerkannte Opferhilfestelle arbeiten wir mit einem Leistungsvertrag des Kantons.»

Haus stets voll belegt

Die Nachfrage von Frauen, die wegen häuslicher Gewalt dringend Unterschlupf suchten, sei ungebrochen rege. «Mit ganz wenigen Ausnahmen ist unser Haus stets voll belegt.» Es komme auch vor, dass Schutzsuchende in einem anderen Frauenhaus oder für Kurzaufenthalte sogar in einem Hotel einquartiert werden müssten.

Angebote nimmt entgegen: «Stiftung gegen Gewalt an Frauen und Kindern», Aarbergergasse 36, 3011 Bern. E-Mail: info@stiftung-gegen-gewalt.ch oder Telefon 031 312 12 88.