Würdigung
Lydia Eymann: Doppel-CD für das Langenthaler Original

Die Stiftung Lydia Eymann hat zum 40. Todestag der Langenthalerin eine CD in Auftrag gegeben. Herausgekommen sind zwei Hörspiele. Eines porträtiert die ungewöhnliche Frau, das andere ist eine Kriminalgeschichte von ihr.

Urs Byland
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Cover der Doppel-CD. uby

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Am 1. März jährt sich der Todestag von Lydia Eymann (1901–1972) zum 40. Mal. Die Langenthalerin hinterliess der Stadt unter Mithilfe ihrer Schwester Clara eine Stiftung mit einem ansehnlichen Vermögen. Diese sorgt dafür, dass Lydia Eymann noch heute vielen Langenthalern bekannt ist.

Spezielle Würdigung

Die Stiftung bietet Stipendiatinnen und Stipendiaten während eines Jahres in der Liegenschaft Aarwangenstrasse 55 Unterkunft. Zusätzlich ermöglicht ein monatlicher Beitrag von 3000 Franken eine Zeitspanne unabhängigen Schaffens. Aktuelle Stipendiatin ist die Autorin Melanie S. Rose.

Am 40. Todestag wird Lydia Eymann speziell gewürdigt. Die Stiftung hat eine Doppel-CD in Auftrag gegeben, mit der Eymanns Wirken Gestalt erhalten soll. Aussagen und Erinnerungen von Zeitzeugen sowie ein bisher unveröffentlichter Krimitext werden auf den CDs wiedergegeben. Die Autoren und Wort-Performer Michael Stauffer (ebenfalls schon Lydia-Eymann-Stipendiat) und Rolf Hermann haben das Archiv an der Aarwangenstrasse 55 gesichtet. Als Resultat ihrer Recherchen liegen zwei Hörspiele vor.

Kurioser Geburtstag

Die Vernissage der Doppel-CD führt die Interessierten an den Ort, wo LE, wie Lydia Eymann sich zeitlebens nannte (ihr Stempel hinterliess zusätzlich ein L für Langenthal, siehe Bild), aufgewachsen ist – in den «Bären». Ihre Eltern führten das Hotel Bären. Die jüngste von drei Töchtern wuchs in einer vornehmen Welt auf. Nach dem Verkauf des «Bären» zog die Familie an den Genfersee. Aber nach dem Tod des Vaters 1928 kehrten Mutter und Tochter Lydia wieder zurück nach Langenthal und liessen an der Aarwangenstrasse 55 ein Haus bauen.

Eymann war mit ihrer Heimatgemeinde verbunden wie nur wenige Bürgerinnen und Bürger. Sie war stolz auf ihr Burgerrecht. Ihre kritische Anteilnahme am Dorfgeschehen bekundete sie oft im «Langenthaler Tagblatt». Sie setzte sich für Umweltschutz ein, als noch niemand von Umweltschutz sprach und sie setzte sich auch für den Erhalt von Kulturgütern und Traditionen ein. Eymann war bekannt für ihr Sozialempfinden und Gerechtigkeitsgefühl.

«Freund und Feind»

Und sie war ein Langenthaler Original, die auch spezielle Aktionen nicht scheute. Zehn Monate vor ihrem Tod inszenierte sie ihren Geburtstag als Begräbnis und verabschiedete sich von «Freund und Feind» im Hotel Bären. Zur Begründung schrieb sie auf die Einladungskarte: «Da ich nicht weiss, wann es mich putzt, will ich an meiner Gräb noch läbig dabei sein.»

Erinnerungen von Zeitgenossen an dieses letzte Geburtstagsfest sind ebenso im Hörspiel auf der CD enthalten wie persönliche Erinnerungen aus ihrem Freundeskreis oder die kurios-gluschtige Beschreibung des Grabmahls im «Bären» und vieles mehr.

Vernissage Doppel-CD «Lydia Eymann» Zwei Hörspiele von Rolf Hermann und Michael Stauffer, Donnerstag, 1. März, 20 Uhr, Hotel Bären. Mit Podium und Lesungen aus Texten von LE. Gast ist Melanie S. Rose.

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