FC Aarau

Marvin Spielmann am Scheideweg - zwischen Talent und Formkrise

Der Aarauer Flügelstürmer Marvin Spielmann steckt in einer Formkrise. Woran liegt das, wieso konnte das Talent das erhaltene Vertrauen von Trainer Marco Schällibaum nicht rechtfertigen?

Ruedi Kuhn
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Auch FCA-Stürmer Marvin Spielmann läuft es derzeit nicht optimal. freshfocus

Auch FCA-Stürmer Marvin Spielmann läuft es derzeit nicht optimal. freshfocus

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Marvin Spielmann strahlt. Kein Wunder! Die Winterpause steht vor der Tür. Abschalten heisst das Motto. Für kurze Zeit auf andere Gedanken kommen: Und so reist der 19-jährige Flügelstürmer des FC Aarau zusammen mit seiner Freundin Chiara vom 18. bis 27. Dezember nach Paris und besucht seine Mutter Cecile. «Ich sehe meine Mutter sehr selten und freue mich riesig», sagt Spielmann. Zwei Tage nach Paris folgt der zweite Städtetrip: Am 29. Dezember fliegt Spielmann mit zwei Kollegen nach London. «Es ist cool, den Jahreswechsel dort zu verbringen», sagt er. «Am 2. Januar reise ich aber bereits zurück in die Schweiz, weil am 4. Januar Trainingsstart beim FC Aarau ist.»

Womit wir beim Fussball sind. Vor Paris und London hat Spielmann nämlich noch zwei Auftritte im Brügglifeld. In der Meisterschaft trifft das Team von Trainer Marco Schällibaum am Samstag auf Le Mont (Anpfiff 17.45 Uhr). Und im Cup empfängt der FC Aarau eine Woche später den Super-Ligisten FC Luzern. Für die zwei verbleibenden Partien in diesem Jahr hat Spielmann unterschiedliche Ziele.

«Le Mont müssen wir schlagen, weil wir den Anschluss ans Mittelfeld der Challenge League nicht verlieren dürfen», erklärt Spielmann. Und den FC Luzern? «Das wird schwer, sehr schwer sogar», sagt er. «Aber jeder weiss, dass der Cup eigene Geschichten schreibt. Vielleicht gelingt uns ja eine Überraschung.»

Viele Vielleichts

Ob Spielmann gegen Le Mont und Luzern zum Einsatz kommen wird, ist fraglich. Schällibaum brachte ihn in den Partien gegen Biel (1:3), Xamax (0:2) und Wohlen (0:0) zwar von Beginn an, aber der Flügelstürmer konnte das Vertrauen des Trainers nicht rechtfertigen. «Momentan kann ich meine gewohnte Leistung nicht abrufen», übt Spielmann Selbstkritik. Warum? «Das ist schwierig zu erklären.

Vielleicht habe ich mich in den vergangenen Wochen zu sehr unter Druck gesetzt. Vielleicht fehlt mir auch die Kraft. Körperlich und mental! Vielleicht spüre ich die Dreifachbelastung mit Fussball, KV-Lehre und schulischer Ausbildung. Dazu kommt noch die mentale Belastung unseres Tabellenplatzes.»

Dass der FC Aarau seit Saisonbeginn nicht so recht vom Fleck kommt, macht die Sache für Spielmann nicht leichter. «Natürlich versuche ich, immer mein Bestes zu geben», sagt Spielmann. «Aber ich bin nun mal der jüngste Spieler im Kader. Und der jüngste Spieler kann eine Mannschaft nicht alleine aus dem Tief holen.» Klare Worte von einem Spieler, der erst seit dem abgelaufenen Sommer zum Stamm der ersten Mannschaft zählt.

Mal schauen, ob der momentan wohl vielversprechendste Nachwuchsspieler des FC Aarau kurz vor der Winterpause nochmals auf Touren kommen wird. Eines steht fest: Spielmann steht am Scheideweg. Talent allein reicht nicht für eine erfolgreiche Profikarriere. Und das jugendliche Alter darf keine Entschuldigung für ein Formtief oder sogar eine Formkrise sein.

Sportlich hat Spielmann momentan also nicht viel zu lachen. Eine gute Nachricht gibt es allerdings: Den Vergleich mit seinen Stürmerkollegen Petar Sliskovic (1 Tor) und Mart Lieder (0 Tore) muss er nicht scheuen. Schliesslich hat Spielmann in der Vorrunde dreimal getroffen. Diese Bilanz zu verbessern, würde aber nicht nur ihm guttun.