Langenthal

Schweizer Design erobert Langenthal

Die Preisgelder, die am Design Preis Schweiz am Freitagabend in Langenthal verteilt wurden, sind der eine Bestandteil des Design Preises Schweiz. Ebenso wichtig ist die Ausstellung der nominierten Produkte.

Urs Byland
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Preisträgerin Stephanie Baechler mit ihrem FABRIC project.

Preisträgerin Stephanie Baechler mit ihrem FABRIC project.

Solothurner Zeitung

Ein Beispiel für modernes Schweizer Design ist das Konzept des Langenthalers Benjamin Moser. Er arbeitet zusammen mit Deborah Biffi in Zürich mit Senioren, organisiert mit diesen Workshops, stellt eine Werkstatt zur Verfügung, in einem Laden können die hergestellten Produkte gleich verkauft werden und neu wird ein Café eröffnet.

Die Jury war von diesem Konzept begeistert. «Mosers Konzept zeigt, dass Design nicht nur eine Formgeschichte ist, sondern dass es sich mit Bedürfnissen im Leben auseinandersetzen kann», erklärt Michel Hueter, der künftig den Design Preis Schweiz kuratieren wird. «Der Prozess der Wissensvermittlung und Wissensaufbewahrung wird hier sehr schön gezeigt.» Das sehe der Laie bei Objekten, wie dem ausgestellten Stuhl von Vitra, nicht auf einen Blick.

Dabei könne die Entwicklung dieses Plastikstuhls bis zu drei Jahren dauern. «Für Vitra ist die Teilnahme an diesem Wettbewerb nicht marktentscheidend. Es ist wichtig, bekannte Designer und Firmen wie auch die jungen Talente bei uns zu haben.»

Handwerk wieder mehr gefragt

Gerade für die jüngeren Designer sei der Design Preis eine tolle Angelegenheit, umso mehr, als sie mit einer geringen Teilnahmegebühr von 300 Franken für einen Preis nominiert würden und
in die Ausstellung kämen. Das Handwerkliche sei wieder stärker gefragt, nennt Hueter einen Trend im aktuellen Design.

Als Beispiel erwähnt er die Holzmöbelkollektion von Colin Schälli. Tisch oder Gestelle kommen ohne Schrauben und Nägel aus. Speziell ist zudem die Geschäftsidee. Interessierte können den Tisch oder das Gestell im Internet bestellen. Hergestellt wird das Möbel aber von einem Schreiner im Land des Bestellers. «Damit werden Transportwege vermieden und gleichzeitig erhalte ich einen persönlicheren Kontakt zu der Person, die mir mein Möbel fertigt.»

Hologrammdruck auf Textil

Einiges muss in der Ausstellung digital vermittelt werden. Auf Bildschirmen werden Bilder und Animationen von nominierten Konzepten gezeigt. So im Berufsfeld Interior-Design. Zu sehen sind auch Weltneuheiten, etwa Hologrammdruck auf Textil, was bisher nur auf Folien möglich war. Kommerzialisiert wird dieses Textil von der Langenthaler Firma Création Baumann. Gerade im Textilbereich, hier wurden zwei mit je 50000 Franken dotierte Preise vergeben, werden innovative Produkte ausgestellt.

Als Beispiel sei das prämierte Projekt von Stéphanie Baechler erwähnt. Sie hat beim letzten Design Preis 2009 mit ihrer Diplomarbeit eine Nomination erhalten, hat anschliessend bei einem der damaligen Preisträger eine Anstellung erhalten und nebenbei die nun prämierte Arbeit gemacht.