Rütschelen
Spielplatz-Projekt in Rütschelen abgelehnt

Im Dorf wird es vorerst keinen neuen Spielplatz geben: Das entschied die Ge meindeversammlung auf Antrag einer Eltern-Interessengruppe. Die übrigen Geschäfte dagegen wurden alle gutgeheissen.

Karin Iseli-Trösch
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In Rütschelen gibt es keinen neuen Spielplatz (Symbolbild)

In Rütschelen gibt es keinen neuen Spielplatz (Symbolbild)

Keystone

Die Gemeindeversammlung in Rütschelen war gut besucht: Von den 419 Stimmberechtigten kamen immerhin 84 (oder 20 Prozent) am Montagabend in den Gemeindesaal. Zu Reden gab vor allem der geplante Bau eines Spielplatzes. «Begegnungsorte sind wichtig in einer Gemeinde. Deshalb ist eine Projektgruppe seit zwei Jahren daran, einen geeigneten Spielplatz zu planen. Als Standort ist das Schulhausareal vorgesehen», sagte Gemeinderatsmitglied Niklaus Leuenberger. Nachdem der erste Entwurf etwas zu überdimensioniert geraten sei, läge jetzt eine durchwegs gute Lösung auf dem Tisch.

Erneuerung genügt

Die Projektgruppe hatte einen Geschichtenspielplatz ausgearbeitet. Herzstück sollte eine Arena sein, wie man sie aus dem römischen Theater kennt. In dieser könnten die Schüler mal unter freiem Himmel eine Schulstunde erleben. Auch wäre eine solche Arena laut Leuenberger der ideale Ort für die Schulschlussfeiern oder Theateraufführungen.

Rund um die Arena sollte laut den Plänen zudem ein Naturspielplatz entstehen. Weiter wären ein Picknickplatz sowie ein Hexenschrank mit allerlei Spielutensilien geplant gewesen. Der bestehende Kleinkinderspielplatz würde durch neue Elemente wie Sand, Steine oder Wasser aufgewertet.

Kostenpunkt des Vorhabens: Rund 75000 Franken, die zu einem grossen Teil durch Eigenleistungen und Sponsoren hätten abgedeckt werden sollen. Mit Betonung auf das Wörtchen «hätte». Denn rund ums Schulhaus in Rütschelen wird sich so schnell nichts ändern. Dafür sorgte der Rückweisungsantrag einer Eltern-Interessengruppe.

Bildungsausschuss gefordert

Zwei Mütter vertraten diese an der Gemeindeversammlung. «Wir anerkennen die Leistung der Projektgruppe, vermissen aber die gesamtheitliche Betrachtung des Areals. Ein Spielplatz, wie er nun geplant ist, würde unserer Meinung nach viele Leute aus den Nachbarsgemeinden anziehen. Das ist nicht in unserem Sinn. Wir wollen einen Ort für die Rütscheler Kinder.»

Aus der Sicht der Eltern-IG ist es unnötig, die bestehenden Pausenplatzelemente, wie etwa die Reck- oder Kletterstangen, gänzlich zu beseitigen. Eine Erneuerung des Untergrundes wäre ihrer Meinung nach ausreichend. Auch den heute asphaltierten Pausenplatz möchten die Eltern gerne beibehalten; wenn auch nicht in ganz so desolatem Zustand. «Wir fordern, dass ein Bildungsausschuss gebildet wird, welcher ein Gesamtkonzept ausarbeitet, um unter Einbezug der bestehenden Elemente aus der heutigen Anlage ein kindgerechtes Umfeld zu gestalten. Die Idee einer Arena begrüssen wir aber sehr, und eine solche hätte bestimmt Platz», sagte eine weitere Vertreterin der IG. Niklaus Leuenberger zeigte sich ob den Argumenten der Elterngruppe wenig beeindruckt: «Ich glaube nicht, dass der geplante Spielplatz zu Massentourismus in unser Dorf führen würde. Klar kann man immer noch abwarten und schauen, ob einem eine bessere Idee kommt, aber ich bezweifle, dass dies die Lösung ist.»

58 Stimmberechtigte schenkten der Interessengruppe schliesslich mehr Gehör als dem Gemeinderat. Eine Sanierung des Pausenplatzes rückt somit bereits zum zweiten Mal in weite Ferne.

«Gesunde Finanzkennzahlen»

In Bezug auf die Dorfjugend bereitet dem Gemeindepräsidenten Stefan Hermann die Zunahme der Saufgelage auf dem Schulhausareal und bei den Grillstellen Sorge. Dies sei vor allem auch am diesjährigen 1. Mai zum Ausdruck gekommen, als Briefkästen, Blumen, Seilzüge von Autoanhängern oder Sonnenschirme demoliert wurden. «Vandalismus nimmt leider auch bei uns zu, und die Saufenden werden immer jünger. Der Gemeinderat bittet deshalb Eltern und die übrige Dorfbevölkerung, ihre Pflicht wahrzunehmen und nicht einfach wegzusehen.»

Ansonsten gab es an der Versammlung durchwegs Positives zu berichten. Finanzverwalterin Magdalena Lang etwa konnte «gesunde Finanzkennzahlen» präsentieren. Und die von dem Gemeinderat vorgeschlagene Überarbeitung des Datenschutzreglements wurde ebenso diskussionslos gutgeheissen wie die Kreditbewilligung für den Ersatz einer Wasserleitung am Birkenweg (83000 Franken) – dies, nachdem es bereits mehrfach zu Rohrbrüchen kam.

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