Hier spricht der Chef

Von Papier «angefressen»?

Im Zeitalter der elektronischen Informationsüberflutung tönt diese Frage fast mittelalterlich. Wir nutzen E-Mail, Facebook, SMS – und Papier? Sogar die Zeitung laden wir herunter.

*Hans-Albert Kufferath
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* Hans-Albert Kufferath ist geschäftsführender Inhaber der Artoz Papier AG, Lenzburg

* Hans-Albert Kufferath ist geschäftsführender Inhaber der Artoz Papier AG, Lenzburg

Im Zeitalter der elektronischen Informationsüberflutung tönt diese Frage fast mittelalterlich. Wir nutzen E-Mail, Facebook, SMS – und Papier? Sogar die Zeitung laden wir herunter. Geht damit nicht auch Sprache als ein Stück Kultur verloren, wenn sich unsere Ausdrucksweise der Kürzel-Schreibweise anpasst? Sie reduziert sich in Form und Inhalt. Wo gibt es noch die feine Differenzierung, das persönliche Wort? Die präzise Wiedergabe eines Sachverhaltes in einem Protokoll wird zur Übung mit ungenauem Ausgang. Die zarten, gefühlvollen Worte, mit denen man den romantischen Abend beschreiben wollte, gehen verloren. Von Aufbewahren und Nachlesen ganz zu schweigen.

Vielleicht will man das ja auch gar nicht mehr. Und dennoch, den Schriftwechsel der Eltern oder mit den Eltern nach 20 oder 30 Jahren nochmals nachzulesen, kann zu einem Erlebnis werden. Erst recht, wenn ein gutes Papier mit guter Qualität gewählt wurde. Schon allein die Auswahl der Farbe, des Formates, der Haptik lassen auf den Verfasser schliessen. Ja, das Papier dient als Träger von Botschaften. Die Kommunikation stand früher sicherlich noch mehr im Vordergrund. Heute sagt die Wahl für ein Papier etwas über die Gewichtung von Gedanken und geschriebenen Worten aus. Nicht nur das: Papier wird mehr und mehr eingesetzt, um sich selbst auszudrücken – schliessen wir die Massenpapiere einmal aus. Wobei auch diese etwas über die Wertschätzung des Adressaten ausdrücken.

Die Artoz Papier AG hat sich seit mehr als 30 Jahren der Faszination des schönen Papiers verschrieben. Dabei geht es eigentlich um viel mehr als nur Papier. Creating Beautiful Emotions ist der Schlüssel, aber auch der Sinn all unseres Tuns! Das ist nicht nur unser Slogan, sondern ein Stück Firmenphilosophie. Mit Papier können wunderbare Gefühle geweckt werden – beim Absender wie beim Empfänger einer Karte oder eines Briefes. Mit welcher Sorgfalt viele Menschen eine Anzeige für Geburt oder Vermählung aussuchen und allein daran schon Freude haben, ist beeindruckend. Je nach Stimmung lassen sie sich von der Farbe beeinflussen. Oder sie überlegen genau, wem diese Farbe gut «steht» oder auch guttut. Die samtige Oberfläche oder der gerippte Charakter eines Papiers trennen Welten in der Wahrnehmung und beim «Bearbeiten». Es kann also viele Emotionen auslösen. Schön, dass es Papier gibt!