Tierhandlung

Zoofachverkäuferin ist allergisch auf ihren Traumberuf:

Die Zoofachverkäuferin und Tierpflegerin Gina Hiltbrunner verkauft das ganze Inventar ihres Zoogeschäfts «Chamäleon» in Langenthal. Der Grund: Eine Tierhaarallergie.

Christoph Neuenschwander
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Nach den Ferien übernehmen die Nachfolger die Tierhandlung. uby

Nach den Ferien übernehmen die Nachfolger die Tierhandlung. uby

Manchmal stösst man im Internet auf skurrile Inserate. Da werden etwa tätowierte Ziegen, eiserne Totenschädel-Abdrücke, «stubenfreie» Katzen, Hasen «zum Versenken» oder «meine erste Toilette» feilgeboten. Ein Inserat, das auf den ersten Blick nicht minder kurios scheint, wurde kürzlich aus Langenthal ins Netz gestellt: Jemand verkauft das komplette Inventar eines Zoogeschäfts.

Samt Ladentheke, Kasse und Kundenkartei. Samt Aquarien, Fischen und Pflanzen, Terrarien, Vogelspinnen und Schlangen, Heuschrecken und anderem Futter, Medikamenten, Hundeshampoos und Katzenstreu. Und mitsamt diversen behaarten Tieren. Für 5000 Franken, obwohl der Gesamtwert bei rund 45000 Franken liegt.

Allergisch auf Haare

Der Grund: Tierhaarallergie. Was wie der Beginn eines amüsanten Volkstheaterstücks oder einer romantischen Hollywoodkomödie klingt, entpuppt sich aber als bitterer ernst: Die Wehmut in Gina Hiltbrunners Stimme ist real. «Ich habe Asthma», sagt die Huttwilerin. Sie sei auf praktisch alles allergisch, was Haare hat. Und die Allergie wird schlimmer. Erst vor einem Jahr hat die Zoofachverkäuferin und Tierpflegerin gemeinsam mit ihrem Freund René Mollet den «Zoo Bijou» in Langenthal übernommen und daraus das «Chamäleon» gemacht.

Nachfolger eröffnen im Juli

Mit dem Traumberuf, der eigenen Tierhandlung, ist nun aber Schluss. Gina Hiltbrunner wird sich umschulen lassen, das Geschäft vorübergehend geschlossen. «Im Juli werden unsere Nachfolger den Laden wieder öffnen», versichert sie. Das Inserat hat sich also ausbezahlt. Immerhin.

Fröhlich scheint Hiltbrunner deswegen nicht gerade. Doch eine Alternative sieht sie nicht. Das Sortiment ihrer Allergie anzupassen wäre der falsche Schritt. Denn nur noch Fische und Aquarien verkaufen könne sie nicht. Dazu sei der Konkurrenzdruck viel zu gross; man müsse schon mit einem breiten Angebot auftrumpfen. Eine Zoohandlung, frei von Tierhaaren, sei daher kaum umsetzbar.