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Bern
Am Stockhorn entsteht eine neue Steinwildkolonie – zwei Steingeissen und ein junger Steinbock wurden ausgesetzt

Am Stockhorn in der Nähe von Thun BE sind in der vergangenen Woche zwei Steingeissen und ein junger Steinbock ausgesetzt worden. Sie sind die ersten Tiere einer neuen Steinwildkolonie, welche in den nächsten Jahren aufgebaut werden soll.

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In den nächsten Jahren soll am Berner Stockhorn eine neue Steinwildkolonie aufgebaut werden. Die ersten Tiere wurden in der vergangenen Woche bereits ausgesetzt: Zwei Steingeissen und ein junger Steinbock.

Das Gebiet sei laut Experten für eine Steinwildkolonie von 100 bis 120 Tieren geeignet, heisst es in der Medienmitteilung vom Kanton Bern. So machten sich Ende April, als die Genehmigung des Bundesamts für Umwelt vorlag, fünf Fangteams im Berner Oberland und im Wallis auf die «Jagd» nach Steinböcken und Steingeissen, die für die neue Kolonie am Stockhorn in Frage kommen.

30 Tiere in den ersten drei Jahren

Die erste Phase der Aussetzung dauert drei Jahren: 30 Tiere sollen aus den bestehenden Kolonien der Gebiete Aletsch-Sonnenberge-Lötschental (VS), Brienzergrat (BE) und Schwarzmönch (BE) umgesiedelt werden.

In einer zweiten Phase nach zehn Jahren sollen, wenn möglich, Steinböcke aus Frankreich oder Italien die genetische Basis der neuen Kolonie verbreitern und die regionale Artenvielfalt verstärken.

Verträglichkeit des Tourismus

Der bernische Jagdinspektor Niklaus Blatter glaubt an die Verträglichkeit des Tourismus am Stockhorn mit der neuen Steinwildkolonie. Die dortige Bergbahn habe sich dem sanften Tourismus verschrieben. Seit Sommer 2021 gelte im Gebiet ein Camping-, Biwakier- und Feuerverbot. Die aktuellen Skitourenrouten lägen ausserhalb der Wintereinstände der Steinböcke.