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«Ich werde sicher nicht so lange bleiben»: Fünf Fragen an den neuen FDP-Präsidenten Thierry Burkart

Er hat einen der aktuell schwierigsten Politik-Jobs der Schweiz. Thierry Burkart ist seit bald zwei Monaten Präsident der FDP Schweiz und hat grosse Herausforderungen vor sich: Wählerverluste stoppen, zweiten Bundesratssitz sichern, sich in der Klima- und Europapolitik zwischen rechts und links richtig positionieren. Im Talk Täglich erklärt Thierry Burkart seinen Plan und wie er das alles unter einen Hut bringt.

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Im «TalkTäglich» befragte AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli den neuen FDP-Präsidenten anhand von fünf Bildern mit Politikern und Politikerinnen, die für Thierry Burkart auf die eine oder andere Art eine wichtige Rolle spielen.

«Das Parteipräsidium ist einer der verschissensten Posten überhaupt.»

Das hat der ehemalige FDP-Präsident Franz Steinegger über das Amt des Parteipräsidenten in einem Interview gesagt. Grund: Man sei immer unterwegs und immer unter Druck. Ob er das auch bereits spüre, wollte Moderator Cavalli von Burkart wissen. «Ich kann mir noch nicht anmassen, das Leben als Parteipräsidenten zu beurteilen», sagt er. Er sei erst seit gut sieben Wochen im Amt. «Aber eins ist klar: Ich werde ganz sicher nicht so lange Parteipräsident bleiben, wie Steinegger.» Der Urner war von 1989 bis 2001 FDP-Chef Schweiz.

Wer müsste bei den Bundesratswahlen 2023 gehen – Karin Keller-Sutter oder Ignazio Cassis?

«Das ist eine völlig hypothetische Frage», antwortet Burkart auf die Frage, wen es treffen würde, wenn die FDP einen Sitz in der Regierung verlöre. Er sei überzeugt, dass die FDP bei den Wahlen zulegen werde und es folglich nicht so weit kommen wird. Weiter fügt er an, dass ein eventueller Linksrutsch im Bundesrat starke Auswirkungen auf die Politik des Landes haben werde. Die FDP erlangte 2019 15,1 %, bei einer aktuellen Umfrage liegt sie derzeit noch bei 13,6 % und damit fast gleich wie die Grünen, die noch keinen Bundesratssitz haben.

In diesem Zusammenhang kommt auch das Rahmenabkommen mit der EU zur Sprache. «Wir wollen die bilateralen Verträge», sagt Burkart. Aber er höre immer nur die Frage: Was will die EU? «Wenn es nur danach ginge, könnten wir einfach akzeptieren, was die EU sagt», so der Freisinnige. Wichtiger sei, dass die Schweiz eine verhandlungsfeste Position festlegt. «Diese Position muss die Interessen der Schweiz im Vordergrund haben.»

Cedric Wermuth oder Andreas Glarner?

«Wem stehen Sie persönlich näher?», fragt Cavalli, nachdem er Burkart ein Bild des SP-Co-Präsidenten Schweiz und des SVP-Präsidenten Aargau gezeigt hat. «Beiden gleich oder gleich wenig», sagt Burkart diplomatisch. Politik bedeute allerdings immer auch, Kompromisse einzugehen. «Das beinhaltet auch, dass man hier und da Kompromisse mit der SP eingeht. Davor scheue ich mich nicht.»

Wo setzen Sie bei der Klimapolitik einen anderen Akzent als Vorgängerin Petra Gössi?

Es wäre ein Missverständnis, wenn man glaube, dass er mit der Politik seiner Vorgängerin Petra Gössi brechen wolle, betont Burkart. «Weder Gössi noch Burkart machen die FDP-Politik im Alleingang», so Burkart. Er wolle allerdings, dass die Partei mit klarer Kante kommuniziert. «Man soll Quatsch auch als solchen benennen.» Im jüngst veröffentlichen FDP-Positionspapier zur Neuauflage eines CO2-Gesetzes lehnt die Partei alles ab, was mit Verboten verbunden wäre.

5. Thierry Burkart als Heavymetal-Fan

Zum Schluss der Sendung überrascht der Moderator seinen Gast mit einem Foto, das Thierry Burkart mit Motörhead-T-Shirt ausgelassen an einem Heavymetal-Konzert zeigt. Was der FDP-Präsident zu seiner Leidenschaft und zum Bild sagt,...Schauen Sie selber im Video.

(gue)

Schauen Sie die ganze Sendung hier:

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