LZ-Weihnachtsaktion: Der zweijährige Marco kämpft wie ein Held gegen eine tödliche Krankheit

Marco* hat Krebs. Seine Eltern wissen nicht, ob er je gesund wird. Doch sein Kampfgeist macht ihnen Mut. Wir helfen mit.

Arno Renggli
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Marco in den Armen seines Vaters, seine Mutter trägt das Schwesterchen. Zum Schutz der Familie haben wir das Foto bearbeitet. (Bild: Boris Bürgisser, 12. November 2019)

Marco in den Armen seines Vaters, seine Mutter trägt das Schwesterchen. Zum Schutz der Familie haben wir das Foto bearbeitet. (Bild: Boris Bürgisser, 12. November 2019)

Es ist eine herzzerreissende Szene: Als der kleine Marco* (alle Namen der Redaktion bekannt) sieht, wie seine Mutter den Wagen mit der Infusion bringt, fängt er an zu weinen. Er weiss: Die Infusion macht, dass ihm bald wieder schlecht wird. Marco ist clever. Und sehr tapfer. Er lässt die tägliche Chemodosis über sich ergehen. Bald ist er wieder fröhlich, schaut sich im Fernsehen ein Video mit dem Lied «Old McDonald had a farm» an. Seine Eltern, die mit ihm und seiner Schwester im Kanton Luzern wohnen, sind sehr stolz auf ihn: «Er ist ein Held», sagt sein Vater Markus. Und Mutter Laura ergänzt: «Trotz allem, was er erleiden muss, lacht er immer wieder. Er gibt uns Zuversicht.»

Marco ist schwer krank, sein Leben ist in Gefahr. Vor einem Jahr hat der lebhafte und fast immer gut gelaunte Knabe plötzlich starke Bauchschmerzen. Die Eltern bringen Marco ins Spital. Die Ärzte geben den Eltern alle möglichen Ursachen an, doch die beiden insistieren. «Ich spürte, dass da etwas anderes war», erzählt seine Mutter.

«Tumor, das klang für mich wie ein Todesurteil»

Sie weigert sich, das Spital ohne genauere Auskunft zu verlassen. Schliesslich zeigt ein MRI, dass Marco Rückenmarkkrebs hat. Innert weniger Tagen muss er operiert werden, wäre dies nicht passiert, hätte eine Querschnittlähmung gedroht. Die Eltern wissen kaum, wie ihnen geschieht. «Es war wie Albtraum», sagt Mutter Laura. «Tumor, das klang für mich wie ein Todesurteil.»

Doch zunächst scheint es, als sei die Operation gelungen. Umso schlimmer für alle, als der Krebs an gleicher Stelle zurück ist. Es folgt eine Chemotherapie mit den höchsten Dosierungen, die bei einem Zweijährigen überhaupt noch vertretbar sind.

Es braucht Betreuung rund um die Uhr

Die Chemo hat natürlich Auswirkungen, Marco hat Krämpfe, muss oft erbrechen. Seine körperliche Entwicklung ist beeinträchtigt, stehen und gehen kann er noch nicht, auch sprachlich liegt er zurück. «Ärzte haben uns gewarnt, dass er den Rückstand vielleicht nie aufholen wird», sagt Laura. «Aber wir sind zuversichtlich, geistig wirkt er fit auf uns, der sprachliche Rückstand scheint ein motorisches Problem zu sein.» Tatsächlich macht Marco einen aufmerksamen Eindruck, wirkt positiv und aufgestellt. Wenn da nur dieser Wagen mit der Infusion nicht wäre.

Für seine Eltern ist die Krankheit eine tägliche Herausforderung. Es hat Phasen mit wochenlangen Spitalaufenthalten gegeben. «Einmal war ich sieben Wochen am Stück bei ihm im Spital», erzählt Mutter Laura. Auch derzeit muss er mehrmals pro Woche hin. Zu Hause braucht er rund um die Uhr Pflege, dazu in Wasser aufgelöste Tabletten sowie Nährflüssigkeit – essen mag Marco wegen der Chemo nicht. Sein Vater arbeitet als Maschinenführer und hat zum Glück einen verständnisvollen Chef.

Beide sind an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gestossen. Die LZ-Weihnachtsaktion leistet einen Beitrag an die Kosten der zusätzlich nötigen Kinderbetreuung. Kraft koste auch die Kommunikation mit den Ärzten, sagt Mutter Laura. «Weil man mit Marcos Krankheit wenig praktische Erfahrungen hat, behandelt man ihn oft nach gewissen Schemata, die dann meines Erachtens nicht zu ihm passen. Als seine Mutter bin ich rund um die Uhr mit ihm zusammen und spüre daher, wenn sich etwas verändert oder nicht stimmt. Oft mussten mir die Ärzte im Nachhinein recht geben. Ich kann Eltern nur empfehlen, auch auf ihr eigenes Gefühl zu hören und die möglichst beste Behandlung einzufordern.»Auch die Elternbeziehung wird durch die Dauerbelastung auf die Probe gestellt. Doch Vater Markus kann feststellen: «Wir sind dadurch noch stärker zusammengewachsen.»

Neue Ängste wenden sich zu grossem Glück

Zumal es neben Marcos Kampfgeist ein weiteres positives Element gibt: seine erst fünf Monate alte Schwester Vera. Laura wurde mit ihr schwanger, als das Drama um Marco bereits in Gange war. «Sie war nicht geplant», gibt sie zu. «Wir hätten nicht im Traum daran gedacht, in dieser Situation ein zweites Kind zu bekommen. Und die Schwangerschaft hat weitere Ängste ausgelöst. Können wir das überhaupt schaffen? Und wird dieses Kind gesund sein?

Doch nun ist Vera da – gesund, fröhlich, pflegeleicht. Allen bereitet sie viel Freude. Vor allem ihrem Bruder. «Er reagiert auf seine kleine Schwester», sagt Vater Markus. «Er sucht ihre Nähe, versucht, sich zu ihr hinzubewegen, sie motiviert ihn, sich trotz seiner Schwierigkeiten weiterzuentwickeln. Er liebt sie.»

Wohl noch lange muss die ganze Familie mit der Ungewissheit leben, wie es Marco ergehen wird. Ungefähr vierteljährlich wird geschaut, ob der Krebs endlich verschwunden oder wiedergekommen ist. «Wir glauben fest daran: Marco wird wieder ganz gesund, wird irgendwann laufen und ein normales Leben führen», sagt Mutter Laura. Und Vater Markus ergänzt: «Letztes Jahr verbrachten wir Weihnachten im Spital. Jetzt freuen wir uns darauf, die Festtage zuhause feiern zu können.»

So können Sie spenden und helfen

Am Freitag, 15. November, liegt der Flyer mit Einzahlungsschein zur diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion unserer gedruckten Zeitung bei. Zum 24. Mal sammelt sie mit ihren Regionalausgaben für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind.

Spenden können Sie auf das Postkonto 60-33377-5 (IBAN-Nummer: CH89 0900 0000 6003 3377 5) und online via www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl). Wir danken herzlich!

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. 2018 wurde mit rund 4,9 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Total 16309 Spenderinnen und Spender halfen mit. Seit der Gründung im Jahr 1996 wurden total über 54 Millionen Franken gesammelt.

Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Hilfsgesuche, die sich letztes Jahr auf rund 3848 belief, ebenfalls ein neuer Höchstwert. Dieses Jahr haben wir schon vor dem Start bereits wieder über 1300 Anfragen erhalten. Gesuche können nicht von Privatpersonen, sondern nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen zu Gunsten von Menschen in Not eingereicht werden. Jedes wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Sammlung, die wieder vielen Menschen in unserer Region helfen und neue Hoffnung geben wird.

Geschäftsstelle LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Infos: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, Telefon 041 429 54 04.