Start zur LZ Weihnachtsaktion: «Spenden geben vielen Menschen Licht»

Am Startanlass am Dienstagabend bekundeten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sozialhilfe ihre Verbundenheit mit der LZ-Weihnachtsaktion.

Arno Renggli
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Stiftungsratspräsidentin Bettina Schibli und Urs W. Studer, Präsident des Beirats, hoffen auf die Grossherzigkeit unserer Leserinnen und Leser, damit möglichst viele Menschen Hilfe erhalten. (Bild: Dominik Wunderli, 11. November 2019)
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Auch die Zentralschweizer Politik steht ein für die LZ-Weihnachtsaktion. Von links: Josef Wyss (Präsident des Kantonsrates Kanton Luzern), Monika Barmet (Präsidentin des Kantonsrates Kanton Zug), Hans Wicki (Ständerat Kanton Nidwalden) und Urban Camenzind (Landesstatthalter Kanton Uri). (Bilder: Boris Bürgisser, 12. November 2019)
Stellvertretend für viele Firmen, die uns helfen (v. l.): Raphael Achermann (Burri & Achermann Gartenbau AG, Inwil), Sarah Antenore (Glencore International, Baar) und Urs Portmann (Betontec AG, Perlen).
Sie sind stets nahe an menschlichen Notsituationen: Jürgen Feigel (Leiter Bereich Gesellschaft Gemeinde Emmen), Jacqueline Hohl (Triangel Beratung Zug) und Marcus Nauer (SoBZ Schüpfheim).
Barbara Bracher (Leiterin Fachstelle für Schuldenfragen, Mitte) und Rolf Born (Leiter WAS IV, Luzern) traten am Startanlass auf (siehe Haupttext). Links Christine Spychiger (SAH Zentralschweiz Luzern).
Ihre Unternehmen helfen der LZ-Weihnachtsaktion mit Spenden (v.l.): Jörg Lienert (Jörg Lienert AG, Luzern), Stefan Weber (Raiffeisenbank Luzern) und Christian Niederberger (Niederberger Elektro AG).
Schon traditionelle Partner der LZ-Weihnachtsaktion: Marcel Schmid (CKW, links) und Norbert Schmassmann (vbl Verkehrsbetriebe Luzern AG). Rechts Jérôme Martinu (Chefredaktor Luzerner Zeitung).
Elisabeth Portmann (Geschäftsleiterin LZ-Weihnachtsaktion), flankiert von Erwin Bachmann (Ehrenpräsident LZ-Weihnachtsaktion, links) und Hans Schmid (Schmid Unternehmerstiftung, die seit Jahren grosse Beträge spendet).
Sie stehen für Engagement aus Wirtschaft, Kirche und Gemeinden: Martin Winiger (Scherler AG), Annegreth Bienz (röm.-kath. Landeskirche Kanton Luzern) und Oliver Class (Sozialvorsteher Meggen).
Auch mit ihnen arbeiten wir zusammen: Stephan Brandstetter (Akzent Prävention + Suchttherapie Luzern), Andrea Schmid (Frauenzentrale Luzern), und Anton Aschwanden (traversa Luzern).
Der 21jährige Nidwaldner Singer/Songwriter Aaron Ullrich verschönerte mit seiner tollen Stimme den Startanlassn.

Stiftungsratspräsidentin Bettina Schibli und Urs W. Studer, Präsident des Beirats, hoffen auf die Grossherzigkeit unserer Leserinnen und Leser, damit möglichst viele Menschen Hilfe erhalten. (Bild: Dominik Wunderli, 11. November 2019)

«Die LZ-Weihnachtsaktion ist seit 23 Jahren ein einzigartiger Erfolg und zeigt, dass unsere Region solidarisch und auch weitsichtig ist», sagte Rolf Born, Leiter Wirtschaft Arbeit Soziales IV Luzern, früherer Gemeindepräsident und Sozialvorsteher Emmen, bei seiner Ansprache zum Startanlass.

Eine Gemeinschaft funktioniere nur, wenn man in ­allen Lebenslagen aufeinander zählen könne. Die Bundesverfassung garantiere zwar, dass jeder in einer Notlage Anspruch auf ein menschenwürdiges Dasein hat. Doch Sozialversicherungen können nicht jede schwierige Situation abdecken. «Darum zeichnet eine Gemeinschaft auch aus, dass sie Institutionen hat, die ohne gesetzliche Normen helfen.» Dazu gehörten etwa die Winterhilfe, Procap, die Fachstelle für Schuldenfragen oder die Pro Senectute. Und die LZ-Weihnachtsaktion. «Diese wird auch dieses Jahr für viele Menschen wie ein Licht am Ende des Tunnels wirken.»

Typische Risiken, um in die Schuldenfalle zu geraten

Fragen beantwortete Barbara Bracher, Leiterin der Fachstelle für Schuldenfragen Luzern. Es habe schon Fälle gegeben, in denen jemand 750000 Franken Schulden gemacht oder mit rund 40 Kreditkarten jongliert habe. Typisch ist das aber nicht. Häufigste Risiken, um in die Schuldenfalle zu geraten, seien familiäre Probleme wie Trennungen oder Schicksalsschläge. «Eine Schuldensanierung erstreckt sich oft über viele Jahre, vor allem weil Betroffene zu spät realisiert haben, dass sie Hilfe brauchen.»

Es gelte zunächst, den Betroffenen zu einem Überblick zu verhelfen, was oft schwierig sei. Danach gehe es an straffe Budgets, die von den Klienten oft auch Einschränkungen bei eigenen Ausgaben bedeuten, und ans Aushandeln von Teilerlassen etwa mit institutionellen Schuldnern wie Banken und Inkasso-Büros. «Wenn der Kreislauf von Abstottern und neuen Schulden durchbrochen ist, kann man von einem ersten Erfolg sprechen», sagt Bracher. Obwohl das Wort «Schulden» auf den moralischen Begriff «Schuld» hindeutet, würde man niemanden verurteilen. «Die allerwenigsten sind mut- oder gar böswillig in die Schulden geraten.»

Stiftungsratspräsidentin Bettina Schibli zeigte an verschiedenen Beispielen, wo die LZ-Weihnachtsaktion hilft. Und blickte auf das eindrückliche Ergebnis des letzten Jahres zurück (siehe Box). Der 21-jährige Nidwaldner Singer/Songwriter Aaron Ullrich verschönerte den Anlass mit seiner wunderbaren Stimme. Auch wenn er sich für ein Studium zum Sozialpädogagen entschieden hat, wird hoffentlich noch viel von ihm zu hören sein. Ein emotionaler Höhepunkt war die Ehrung von Markus Tresch, der seit 20 Jahren im Beirat der LZ-Weihnachtsaktion den Kanton Uri vertritt. Das grosse Kuchenherz, das er als symbolischen Dank erhielt, widmete er allen Spenderinnen und Spendern.