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LZ-Weihnachtsaktion: «Mami, ist der Brustkrebs noch drin?»

Sechs Kinder hat die Luzernerin Eveline Germann. Vor wenigen Monaten erhielt die 42-Jährige eine schreckliche Diagnose. Es ist eine riesige Belastung für sie und die ganze Familie. Sie kämpft gegen den Krebs. Aber noch ist der Ausgang ungewiss.
Arno Renggli
Die Familie Germann aus dem Luzerner Rottal. Von links: Gian (12), Iwan Germann (42), Lewin (16), Sina (3), Eveline Germann (42), Maik (7), Nico (15) und Tim (9). (Bild: Dominik Wunderli, 15. November 2018)

Die Familie Germann aus dem Luzerner Rottal. Von links: Gian (12), Iwan Germann (42), Lewin (16), Sina (3), Eveline Germann (42), Maik (7), Nico (15) und Tim (9). (Bild: Dominik Wunderli, 15. November 2018)

Kürzlich wacht der siebenjährige Maik nachts weinend auf. Seine Mutter geht zu ihm. Der Kleine schluchzt: «Ich habe geträumt, dass du stirbst.»

Die ganze achtköpfige Familie leidet mit, seit Eveline Germann im letzten Juni die furchtbare Diagnose erhalten hat: Brustkrebs. Entdeckt worden ist der Krebs im Zuge zu Untersuchungen zu einer vermeintlichen Erschöpfungsdepression. Aber Eveline Germann ahnte schon damals, dass da mehr war. «Als mir die Ärzte sagten, was wirklich los ist, liefen mir die Tränen herunter. Mein erster Satz war: ‹Habe ich eine Chance?›»

Schon als 16-Jährige waren sie ein Paar

Wieder zu Hause, ruft sie ihren Mann Iwan an. Er fährt nach Hause. Sie versprechen, sich gegenseitig Kraft zu geben. Wollen sich zwei Tage Zeit zum Trauern geben und dann den Kampf gegen den Krebs angehen. Sie sind seit 26 Jahren ein Paar und ein Team. Aus einer Jugendliebe, als sie beide 16-jährig waren, ist eine Familie mit sechs Kindern geworden.

Diesen Kindern sagen sie, was Sache ist. Der Älteste, der 16-jährige Lehrling Lewin, sagt nur: «Zum Glück habe ich flexible Arbeitszeiten.» Und meint damit einfach: «Ihr könnt mit mir rechnen.» Altersgemäss können nicht alle Kinder so pragmatisch reagieren. Aber sogar die Kleinste, Sina, realisiert mit ihren drei Jahren, wie schlimm und gefährlich die Situation ist. Immer wieder wird sie in den folgenden Wochen die Frage stellen: «Mami, ist der Brustkrebs noch drin?»

Chemo musste abgesetzt werden

Ja, das ist er leider. Kurz nach der Diagnose startet Eveline Germann eine Chemotherapie. Diese muss nun allerdings ausgesetzt werden, weil die Ärzte befürchten, dass gewisse Nebenwirkungen bleibend sein könnten. Innerhalb der nächsten Wochen steht eine Operation an, danach wird eine Bestrahlung folgen. Selbst wenn alles gut läuft und die regelmässigen Untersuchungen dann positive Ergebnisse zeigen, kann man erst rund zwei Jahre später eine allfällige Heilung konstatieren. Und sollte es nicht gut laufen, geht es mit der Chemo wieder los – mit völlig ungewissem Ausgang.

Genau die jetzige Zeit findet auch Ehemann Iwan Germann besonders schwierig. «Am Anfang stand der Schock, aber es gab auch derart viel zu tun, dass man kaum Zeit zum Nachdenken hatte. Wir haben auch sofort von vielen Seiten Hilfe bekommen. Doch für das Umfeld ist nun auch wieder eine gewisse Normalität eingekehrt. Derweil wir im Moment kaum etwas tun können, um die Gesundung zu beeinflussen. Wir können nur abwarten. Und versuchen, optimistisch zu bleiben.»

Schon davor mehrere Schicksalsschläge erlitten

Sie beide seien das, versichert Eveline Germann. Gerade wenn die Operation gelingen sollte, wolle sie danach nicht in Angst weiterleben. Und irgendwann wird sie sich auch wieder besser fühlen. Denn wegen der Chemo gibt es nebst der seelischen Belastung auch eine körperliche: Müdigkeit oder Wallungen sind fast Dauerzustände. «Zeitweilig gab es auch Symptome wie Wahrnehmungsstörungen oder Gedächtnisverlust, die echt beängstigend waren.»

Alles geht derzeit viel langsamer in diesem Haushalt mit sechs Kindern, wo doch eigentlich Effizienz nötig wäre. Iwan Germann arbeitet 100 Prozent, auf das Einkommen ist die Familie jetzt noch dringender angewiesen als ohnehin schon. Als wäre die Belastung nicht schon gross genug, braucht einer der älteren Söhne eine besondere Betreuung. Denn vor zwei Jahren wurde bei ihm eine Diabetes-Erkrankung festgestellt. Dies bedeutet, dass Blutzucker und Insulinzufuhr fast rund um die Uhr beachtet werden müssen. Was auch für heute 15-Jährige selber Einschränkungen bedeutet, die gerade für einen Teenager nicht immer leicht zu akzeptieren sind. Was gerade auch für die Mutter, die nicht bei besten Kräften ist, auch ihrerseits eine Belastung darstellt.

«Manchmal fragen wir uns schon, warum es gerade uns getroffen hat», gibt Eveline Germann zu, die schon früher Schicksalsschläge erleiden musste. So verlor sie als 6-jähriges Kind ihren Vater, als sie 25 war, starb auch ihr älterer Bruder, beide Mal waren es tödliche Verkehrsunfälle. Zugleich schätzt sie sich glücklich, wenn sie an ihre Familie denkt. Und sie ist eine Kämpfernatur, genauso wie ihr Mann. «Die Krankheit hat uns als Paar noch mehr zusammengeschweisst. Wir reden mehr, unternehmen mehr gemeinsam und erleben dies bewusster.» Aufgeben ist für sie keine Option. Es wird weitergehen. Die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt sie und ihre Familie dabei.

So können Sie spenden

Am Samstag, 17. November, ist der Flyer mit dem Einzahlungsschein zur diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion der Printausgabe unserer Zeitung beigelegt. Bereits zum 23. Mal sammelt sie mit ihren Regionalausgaben für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind.
Spenden können Sieauf das Postkonto 60-33377-5 und auf www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion.

Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus Frankenbetrag (nur Zahl). Wir danken herzlich für jeden Beitrag!

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. 2017 wurde mit rund 4,79 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Die Zahl der Spenderinnen und Spender wuchs auf 16557, was ebenfalls Rekord ist. Seit der Gründung im Jahr 1996 wurden total über 49 Millionen Franken gesammelt.

Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Hilfsgesuche, die sich letztes Jahr auf rund 3700 belief. Dieses Jahr haben wir schon vor dem Start bereits wieder rund 1000 Anfragen erhalten.

Gesuche können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen, nicht aber von Privatpersonen eingereicht werden. Jedes wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern.

Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Sammlung, die erneut vielen Menschen in unserer Region helfen und neue Hoffnung geben wird. (are)

Hinweis:
Geschäftsstelle der LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Kontakt: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, Tel. 041 429 54 04.

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