LZ-Weihnachtsaktion: Nach der Hofübernahme wird eine Bauernfamilie vom Schicksal hart getroffen

Der Urner Bergbauer Claudio Schuler erkrankte schwer. Und dann erlitt er auch noch einen völlig unerwarteten tragischen Verlust.

Arno Renggli
Hören
Drucken
Teilen
Claudio und Stefanie Schuler mit den Töchtern Deja (3) und Lanea (1) im Stall.

Claudio und Stefanie Schuler mit den Töchtern Deja (3) und Lanea (1) im Stall.

Bild: Corinne Glanzmann (21. Dezember 2019)

In Uri wechselt das Wetter schneller als anderswo. Als wir ob Unterschächen beim Hof der Familie Schuler eintreffen, löst sich der Hochnebel plötzlich auf und gibt innerhalb von zwei Minuten eine prachtvolle Bergsicht frei. Doch es dauert nicht lange, da ist es auch schon wieder grau.

Vielleicht ein Sinnbild für das vergangene Jahr der Schulers. Erfreulich sollte es werden: Im Frühjahr können Claudio und Stefanie Schuler von Claudios Onkel den Hof übernehmen. Ein arbeitsreiches Leben steht bevor, das ist allen klar, erst recht hier auf der Bergzone 3. Aber die erbberechtigten Cousins haben dem Paar einen guten Preis gemacht und unterstützen es auch sonst. Dennoch: So eine Übernahme ist keine Kleinigkeit, zumal es im Haus auch noch manches zu erneuern gibt. Und als Eltern der 3-jährigen Deja und der Anfang Jahr geborenen Lanea ist das junge Paar zusätzlich gefordert.

Ein prachtvoller Tag wird zum Albtraum

Claudio Schuler ist gerade am Mähen, als er von heftigen Leibschmerzen attackiert wird. Nierensteine, so lautet die Diagnose des Arztes. Gleich zweimal muss er sich in der Folge operieren lassen. Eine der Ursachen könnte Stress sein, heisst es. Nicht ganz unverständlich bei einer Hofübernahme. Hinzu kommt vielleicht auch die Krebserkrankung von Claudios Mutter Anfang Jahr.

Claudio Schulers gesundheitliche Probleme sind nicht nur eine emotionale Belastung für die Familie. Seine Arbeitsausfälle wiegen im strengwerchigen Betrieb schwer. Doch da ist ja noch Claudios Vater, ein 70-jähriger rüstiger Mann, der anpacken kann.

Dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu: Ende August wandern Claudio Schuler und der Vater an einem prächtigen Tag auf die Alp zu den Rindern. Plötzlich bricht der Vater zusammen. Claudio versucht, ihn zu reanimieren, die Rega trifft ein und übernimmt, doch noch am Ort des Geschehens geht es zu Ende. «Er war mehr als Vater für mich, er war auch ein enger Freund, der sich für alles interessierte, mit dem ich über alles reden konnte», sagt Claudio Schuler mit Tränen in den Augen. Ein Foto des Vaters, nur wenige Wochen vor seinem Tod aufgenommen, zeigt einen lachenden kräftigen Mann, der auch Mitte 50 sein könnte. Und von einem Tag auf den anderen ist er weg.

Für die Familie beginnt nun die schlimmste Zeit, zur Trauer kommt hinzu, dass auch finanzielle Mittel und Arbeitskapazitäten knapp sind. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft mit einem Überbrückungsbeitrag. Zum Glück gibt es keine weiteren Schicksalsschläge mehr. Claudio Schuler erholt sich allmählich, auch seiner Mutter geht es inzwischen besser, die Krebstherapie zeigt die erhofften Fortschritte.

«Das ist mein Traumberuf»

Ganz allmählich, zum ersten Mal seit der Hofübernahme, kommt etwas wie Ruhe ins Leben der Familie. Und Claudio Schuler kann sich langsam über das freuen, was die Tätigkeit als Bauer – «mein Traumberuf» – ausmacht: «Es ist die Natur, die Arbeit mit den Tieren, auf dem eigenen Land, die Freiheit, sich die Zeit selber einzuteilen.» Seine Frau Stefanie will vor allem schauen, dass er Sorge zu sich trägt. Auch sie ist zuversichtlich, dass es nun besser wird. Mit zwei gesunden Kindern sowieso: «Die beiden sind unser grosses Glück.»

In Uri wechselt das Wetter noch schneller als anderswo. Aber diese Familie hat nun verdient, dass ihr Leben stabil und mit besonders viel Gutem weitergehen kann.

Letzte Tage der LZ-Weihnachtsaktion:
So können Sie spenden und helfen

Noch bis Donnerstag, 2. Januar, kann man für die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion spenden. Zum 24. Mal sammelt sie mit ihren Regionalausgaben für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind. Spenden können Sie auf das Postkonto 60-33377-5 (IBAN-Nummer: CH89 0900 0000 6003 3377 5) und online via www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl). Wir danken herzlich für jede Spende!

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. 2018 wurde mit rund 4,9 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Total 16309 Spenderinnen und Spender halfen mit. Seit der Gründung im Jahr 1996 wurden total über 54 Millionen Franken gesammelt.

Gesuche noch bis 31. Dezember möglich

Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Hilfsgesuche, die sich letztes Jahr auf 3848 belief, ebenfalls ein neuer Höchstwert. Für dieses Jahr haben wir bereits wieder über 3700 Anfragen erhalten. Noch bis 31. Dezember, sind Hilfsgesuche möglich.

Diese können nicht direkt von Hilfesuchenden eingereicht werden, sondern ausschliesslich von Sozialbehörden oder sozialen Institutionen zu Gunsten von Einzelpersonen oder Familien in Not. Jedes dieser Gesuche wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern. Wir freuen uns über eine auch dieses Jahr sehr erfolgreich laufende Sammlung, die wieder vielen Menschen in unserer Region hilft und neue Hoffnung gibt.

Geschäftsstelle LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Infos: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, Tel. 041 429 54 04.