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LZ-Weihnachtsaktion: Junge Mutter rettet ihren Sohn gleich zweimal

Der kleine Dario leidet unter Diabetes. Eine grosse Herausforderung für die erst 21-jährige alleinerziehende Mutter. Die Ärzte hatten ihren Sohn schon abgeschrieben. Doch dem Tod ist er auch ein zweites Mal knapp entronnen.
Arno Renggli
Franziska Weber mit ihrem Sohn, der ganz besonders viel Liebe und Betreuung braucht. (Bild: Pius Amrein, 12. November 2018)

Franziska Weber mit ihrem Sohn, der ganz besonders viel Liebe und Betreuung braucht. (Bild: Pius Amrein, 12. November 2018)

Franziska Weber (Name von der Reaktion geändert) liegt beim Arzt, der die Abtreibung vornehmen soll. Die 19-Jährige und ihr knapp gleichaltriger Freund haben sich für diesen Schritt entschieden, kurz nachdem die Schwangerschaft festgestellt worden ist. Dann hört sie die Herztöne des Kindes.

«Mit einem Mal war mir klar, dass ich das nicht kann, nicht will», sagt sie rückblickend. Ganz alleine kehrt sie den Entscheid um, entscheidet sich für das Kind. Und verlässt die Arztpraxis.

Es sind die ersten Schritte auf einem schwierigen Weg. Auch weil ihr Freund mit der Situation überfordert ist. Er anerkennt die Vaterschaft zwar formell, geht aber auf Distanz und zeigt kaum Interesse. Stattdessen kommt es zu Konflikten, in denen er auch Gewalt anwendet. Einmal stösst er die Schwangere eine Treppe hinunter. Sie erleidet Blutungen, die zum Glück gestoppt werden können. Schliesslich beendet Franziska Weber die Beziehung. «Die Liebe war weg, ich war zu enttäuscht von ihm.» Auch die Trennung verläuft nicht ohne Gewalt, einmal muss gar die Polizei intervenieren.

Der Seelsorger wurde bereits aufgeboten

Doch die Schwangerschaft läuft gut, und im Sommer 2016 kommt Dario zur Welt. Auch diese Zeit ist nicht einfach für die frischgebackene Mutter. «Ich hatte den Babyblues», meint sie rückblickend. Sicher auch, weil ihr erneut bewusst wird, dass sie mit dem Kindsvater nicht rechnen kann. Dieser wird sich in der Folge auch weigern, Alimente zu zahlen, was bis heute ungelöst ist und nun gerichtlich entschieden werden muss. Aber sie spürt auch, dass ihr Leben jetzt einen ganz anderen Verlauf nimmt, als für ihr Alter normal wäre. Dabei geht es nicht primär um Freizeit, Ausgang und Partys. Sondern vor allem auch um ihre beruflichen Ziele. Diese müssen zurückstehen. Auch finanziell ist ihre Situation schwierig.

Doch da ist ja auch noch der kleine Dario, ein aufgewecktes Kerlchen, das ihr viel Freude macht. Eines Tages geschieht es aus dem Nichts: Der inzwischen gut einjährige Knabe muss plötzlich heftig erbrechen, kombiniert mit extremem Durchfall. Zum Glück schaltet die junge Mutter schnell, bringt ihn sofort in die Notaufnahme. Dort wird klar, dass Dario an Diabetes erkrankt ist. Ob er überlebt, wagt niemand zu sagen, die Ärzte machen der jungen Mutter wenig Hoffnung. Bereits wird ein Seelsorger aufgeboten. Zwei endlose Tage vergehen. Franziska Weber ist am Ende ihrer Kraft. Dann kommt die Mitteilung: Dario schafft es.

Ein ganz besonderer Berufswunsch

«Erleichterung und Glück spürte ich erst mit Verzögerung», erzählt sie. «Ich war zunächst apathisch vor lauter Erschöpfung.» Nun geht die Herausforderung erst richtig los. Dario braucht besondere Pflege und Aufsicht. Jeden zweiten Tag wird das Insulin-Infusionsset ausgewechselt, alle zwei bis drei Stunden der Blutzuckerwert gemessen. Auch musste sie mit Dario bereits wieder einmal ins Spital, als dieser hohes Fieber und einen hohen Blutzuckerspiegel hatte. Klar ist auch, dass die Krankheit Dario sein ganzes Leben begleiten wird. Irgendwann wird er sie selber behandeln können.

Doch jetzt liegt noch alles an seiner Mutter. Zwar wird Franziska Weber von ihren Eltern unterstützt. Doch diese leben nicht in der Nähe, weil Franziska Weber selber eine gewisse geografische Distanz zum früheren Wohnort gesucht hat, vor allem wegen des Ex-Partners. Und Kinderbetreuungsstätten winken im Trend eher ab, wenn die Anfrage für ein Kind mit Diabetes kommt.

So ist sie im Moment auf Hilfe von aussen angewiesen. Auch die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt sie mit einem Beitrag. «Dafür bin ich sehr dankbar», sagt sie. «Auf der anderen Seite möchte ich so rasch wie möglich aus eigener Kraft für mich und Dario sorgen können.»

Unterkriegen lässt sie sich ohnehin nicht. Ganz im Gegenteil: Sie hat Pläne und will in absehbarer Zeit auch ihre berufliche Entwicklung wieder vorantreiben. Sie möchte sich zur Hebamme ausbilden lassen, das ist ihr Traumberuf: «Ich habe Babys und kleine Kinder schon immer gern gehabt. Und Menschen in einem so wichtigen Moment des Lebens beizustehen, das finde ich wunderbar.»

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