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Fed belässt den Zins unverändert

Die US-Notenbank lässt den Leitzins auf bisherigem Niveau. Der Entscheid kam nicht überraschend – wohl aber die deutlichere Wortwahl der Fed. Erst im Dezember standen die Zeichen noch Richtung Zinsanstieg.
Renzo Ruf, Washington
Lässt die Zinsschraube unberührt: Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch in Washington. (Bild: Al Drago/Bloomberg)

Lässt die Zinsschraube unberührt: Fed-Chef Jerome Powell am Mittwoch in Washington. (Bild: Al Drago/Bloomberg)

Plötzlich ist Fed-Chef Jerome «Jay» Powell an der New Yorker Börse wieder beliebt. Am Mittwoch reagierten die Trader geradezu überschwänglich auf die Ankündigung der amerikanischen Notenbank, die für das Jahr 2019 angekündigten Zinserhöhungen vorderhand auf Eis zu legen – und die Leitzinsen auf dem jetzigen Niveau von 2,25 bis 2,5 Prozent zu belassen.

Powell machte für diese Pause nicht etwa negative Konjunkturprognosen verantwortlich, wie er während einer Pressekonferenz mehrfach betonte. In den kommenden Monaten, sagte er, werde das Wachstum der amerikanischen Volkswirtschaft «solide» ausfallen und die Arbeitslosenquote tief bleiben. Zudem hätten die Währungshüter die Inflation unter Kontrolle, auch weil der Ölpreis in den vergangenen Monaten recht stark gesunken sei, sagte Powell.

Formulierung kommt einer Kehrtwende gleich

Der geldpolitische Ausschuss der Federal Reserve habe aber zur Kenntnis genommen, dass die Weltwirtschaft nicht mehr so schnell wachse wie noch im vergangenen Jahr und dass sich dies auch auf die US-Konjunktur auswirken könnte. Diese «etwas widersprüchlichen Signale», die auch negative Folgen für die amerikanischen Finanzmärkte gehabt hätten, rechtfertigten ein «geduldigeres» Vorgehen der Federal Reserve. Die Notenbank könne sich den Luxus leisten, keine überhasteten Entscheidungen zu treffen, sagte Powell. Diese sorgsam formulierte Stellungnahme kommt einer Kehrtwende der Federal Reserve gleich. Noch im vergangenen Dezember gingen die Mitglieder des Offenmarktausschusses davon aus, dass die Zinsen im Jahr 2019 wohl noch zweimal erhöht würden – auch weil Experten davon ausgeben, dass ein Leitzins von 3 Prozent ein «neutrales» Territorium erreichen würde, weder zu hoch noch zu niedrig.

Dow Jones beflügelt von Powells Rede

An den Finanzmärkten stiess diese doch recht aggressive Ankündigung auf heftige Kritik, und an der Wall Street machte sich zu Ende des vergangenen Jahres eine Ausverkaufsstimmung breit. Präsident Donald Trump warf daraufhin seinem republikanischen Parteikollegen Powell vor, den Aufschwung abzuwürgen. Dieser Darstellung widersprach der Fed-Chef aber entschieden. Die Hauptaufgabe der Notenbank bestehe darin, die Interessen der amerikanischen Bevölkerung wahrzunehmen, sagte Powell. «Wir werden immer das Richtige tun» und nie politischem Druck nachgeben, betonte er.

An der New Yorker Börse legte der Dow-Leitindex während Powells Konferenz zwischenzeitlich mehr als 475 Punkte (gegen 2 Prozent) zu und durchbrach die Marke von 25000 Punkten.

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