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100 Millionen Franken Zoll eingespart

Das 2014 abgeschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China trägt Früchte. Eine gemeinsame Studie von chinesischen und Wissenschaftern der Universität St. Gallen zeigt, dass das Abkommen noch Luft nach oben hat.
Stefan Borkert
Der Freihandel zwischen der Schweiz und China nimmt auch im fünften Jahr zu. (Bild: Steffen Schmidt/KEY)

Der Freihandel zwischen der Schweiz und China nimmt auch im fünften Jahr zu. (Bild: Steffen Schmidt/KEY)

Der freie Handel zwischen China und der Schweiz entwickelt sich positiv. Einzelne Branchen nutzen das Abkommen sehr stark andere weniger. Die Aussicht auf eine neue Seidenstrasse, die den Handel zwischen Asien und Europa vereinfacht, stimmt Politiker und Ökonomen optimistisch. Die Schweiz hat dabei eine Vorreiterrolle. Als einziges kontinentaleuropäisches Land verfügt sie seit Juli 2014 über ein Freihandelsabkommen (FTA) mit China. Im fünften Jahr des Vertrags hat das China-Kompetenzzentrum unter der Leitung von Direktor Tomas Casas an der Universität St. Gallen zusammen mit der chinesischen University of International Business and Economics sowie der Nanjing University erstmals die wirtschaftlichen Auswirkungen des Freihandelsabkommen analysiert. Gestern sind die Ergebnisse in St. Gallen vorgestellt und mit Vertretern beider Länder diskutiert worden.

Die Resultate zeigen, dass die reduzierten Zollsätze zu Einsparungen in beiden Ländern – allein 2017 – in Höhe von gut 100 Millionen Franken führten. Chinesische Firmen können dabei bereits seit 2014 die meisten Produkte zollfrei in die Schweiz exportieren. Derweil ­werden chinesische Importzölle auf Schweizer Produkte in den ersten fünfzehn Jahren des Freihandelsabkommens schrittweise gesenkt. Stefan Legge, ein Mitautor der Studie, sagt, dass dieses Jahr wieder ein grosser Teil von Produkten zollfrei geworden sei. Somit nehme auch die Bereitschaft zur Nutzung des Freihandelsabkommens für Schweizer Firmen zu. Insbesondere die für den Kanton St. Gallen wichtige Maschinenindustrie sowie die Medtech-Branche und die Uhrenindustrie zählten zu den Branchen, die am stärksten vom Freihandelsabkommen profitieren, ergänzte Markus Schlagenhof vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

39,6% Schweizer Firmen nehmen die Vorteile des Freihandelsabkommens mit China in Anspruch.

46,2% Chinesische Firmen nutzen bereits das Freihandelsabkommen mit der Schweiz.


Patrick Ziltener von der Universität Zürich und Co-Autor der Studie bestätigt: «Auf Schweizer Seite profitieren die Exporte von Uhren, Maschinen und Medikamenten am meisten. Daneben gibt es verschiedene Erfolgsgeschichten wie der Export von Dentalimplantaten nach China mit einer FTA-Nutzungsrate von 93 Prozent. Auf chinesischer Seite profitieren Textilprodukte wie Kleider und elektronische Geräte am meisten.»

Er fährt fort, hohe FTA-Nutzungsraten hätten auch chinesische Produkte wie Magnete, Wasserkocher, Staubsauger und elektrische Motoren. Und: «Wichtig für die Schweizer Uhrenindustrie sind die zollfreien Importe von Uhren-Bestandteilen aus China.» Zum Abbau der Zollschranken in Etappen sagt er, dass weltweit die meisten Freihandelsabkommen einen schrittweisen Zollabbau vorsehen. «Damit sollen Schockeffekte vermieden werden.» Ausserdem sehe China viele eigene Unternehmen als noch nicht konkurrenzfähig an und wolle ihnen Zeit zur Anpassung geben. Eine Umfrage im Rahmen des Reports zeigt auch auf, dass sich viele Schweizer Betriebe bewusst entscheiden, das FTA nicht zu nutzen. Als Begründung werden auch Schwierigkeiten mit der Einhaltung der Ursprungsregeln genannt. Denn nur wenn ein wesentlicher Anteil des Werts eines Produkts nachweislich in der Schweiz erzeugt wurde, kann das FTA in Anspruch genommen werden.

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