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100 Tage in U-Haft: So klein ist die Zelle von Pierin Vincenz

Der ehemalige Raiffeisen-Chef sitzt seit dem 27. Februar in Untersuchungshaft. Wann Pierin Vincenz freikommt, ist unklar - die Staatsanwaltschaft Zürich schweigt. So lange lebt Vincenz in einer winzigen Zelle.
Martin Oswald

23 Stunden am Tag verbringt Pierin Vincenz (62) in einer kargen Zelle des Zürcher Untersuchungsgefängnisses. Sein Leben spielt sich auf zehn Quadratmetern ab, die Grösse vergleichbar mit einem kleinen Kinderzimmer. Ein Stuhl, ein Bett, ein Tisch, ein deckelloses WC. Für etwas Unterhaltung sorgt einzig ein TV-Gerät. Eine Stunde pro Tag darf der Ex-Banker nach draussen an die frische Luft. Duschen dürfen die Insassen hier zweimal in der Woche für 10 Minuten.

100 Tage. So lange sitzt Vincenz nun schon in Untersuchungshaft, weitere drei Monate könnten es werden, nachdem der Haftrichter Mitte Mai die U-Haft des früheren Raiffeisen-Chefs verlängert hatte.

Untersuchungsgefängnis Zürich

Auch sein Umfeld wird durchleuchtet

Für die Straf­behörden besteht offensichtlich weiter Kollusionsgefahr: Vincenz und andere Verdächtige könnten Beweise verschwinden lassen oder sich absprechen. Für die Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

Unter die Lupe genommen werden gemäss «Inside Paradeplatz» die Spesen von Pierin Vincenz. Im Bericht werden Geschäftspartner zitiert, die angeben, Vincenz habe seine Raiffeisen-Kreditkarte extensiv für Ausgaben genutzt, die nicht in direktem Zusammenhang mit seiner Aufgabe gestanden seien.

(Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

(Bild: KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Die Zürcher Staatsanwaltschaft schreibt, dass sie im Rahmen der Ermittlungen auf mögliche weitere strafrechtlich relevante Transaktionen gestossen sei. Sie hat das Verfahren auf zwei weitere Personen ausgedehnt und an deren Wohn- und Arbeitsorten Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Vorerst wird sich am Alltag von Pierin Vincenz also nichts ändern. Zehn beklemmend enge Quadratmeter umgeben ihn Tag und Nacht. In seiner Villa in Teufen hat Vincenz normalerweise freie Sicht auf den Alpstein. Es wird nicht das einzige sein, was der Ex-Banker in diesen Tagen vermisst.

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