SNB
1000er-Note scheint am beliebtesten zu sein – doch viele Schweizer kennen sie nur vom Hörensagen

Die Nationalbank kann sich der grossen Nachfrage nach dem neuen 1000-Franken-Schein sicher sein. Normalbürger bekommen die Note dagegen nur selten zu Gesicht.

Daniel Zulauf
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Das neue Nötli ist da: Fritz Zurbrügg präsentiert den 1000-Franken-Schein.
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So sieht das neue «Ameisi» aus: Präsentation der 1000er-Note der neunten Banknotenserie – ab 13. März kommt sie in den Umlauf.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) präsentiert die neue 1000er-Note.
Das ist das neue 1000er-Nötli.
SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg erklärt bei der Präsentation am 5. März die Bilder auf der neuen 1000er-Note.
Vorhang auf für die neue 1000er-Note
Die neue 1000er-Banknote ist wie ihre Vorgängerin violett, allerdings merklich kleiner und kürzer.
Dargestellt wird symbolisch die Sprache beziehungsweise die kommunikative Schweiz.
Auf der neuen 1000er-Note gibt es wie bei allen Noten der neuen Serie insgesamt 15 Sicherheitsmerkmale.
Auf dem 1000er-Schein ist auf der Vorderseite ein Händedruck abgebildet...
... als Symbol für das persönliche Interagieren.
Die Rückseite zeigt symbolisch das Parlament, für die öffentliche Debatte.
Journalisten dürfen sie schon mal in die Hand nehmen: Die fünfte Banknote der neuen Serie kommt am nächsten Mittwoch, dem 13. März, in Umlauf.
Fast komplett: Die neunte Banknotenserie wird im September 2019 mit der neuen 100er-Note vervollständigt.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.
Die neue 1000er-Note der neunten Banknotenserie.

Das neue Nötli ist da: Fritz Zurbrügg präsentiert den 1000-Franken-Schein.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Am beliebtesten ist offensichtlich der Tausender. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl des wertvollsten Frankenscheins auf 47 Millionen Stück verdoppelt. Die Nachfrage nach dem violetten Wertpapier wächst damit doppelt so schnell wie der Durchschnitt der sechs im Umlauf befindlichen Frankenscheine. Und die Schweizerische Nationalbank ist sich sicher, dass die Note auch in Zukunft heiss begehrt bleiben wird.

Deshalb darf sie auch in der neuen Notenserie nicht fehlen. In unveränderter Farbe, aber kleiner und vor allem kürzer kommt das neue Stück daher, verziert mit Symbolen, welche die Vielseitigkeit der Schweiz darstellen sollen. Gedruckt auf einem Substrat, das die Bezeichnung «High-Tech» verdient. Es ist die zweitletzte Ausgabe im Rahmen der neunten Notenemission. Das Grossprojekt, das sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts und seit 1911 unter alleiniger Regie der Nationalbank in regelmässigen Abständen wiederholt, wird im Herbst mit der Lancierung des neuen 100-Franken-Scheins beendet werden.

Seltener Umtausch

Die Beliebtheit der 1000er-Note ist allerdings gar nicht so eindeutig, wie die Statistik suggeriert. Viele Schweizerinnen und Schweizer kennen das Papier nur vom Hörensagen. Eine von der Nationalbank selber durchgeführte Umfrage über die Verwendung von Zahlungsmitteln zeigt, dass 60 Prozent der Leute innerhalb von zwei Jahren nie im Besitz eines solchen Scheines gewesen waren. Viele 1000er-Noten bleiben offensichtlich lange Zeit in Tresoren und an anderen sicheren Orten liegen, statt dass sie für Einkäufe im Alltag eingesetzt würden.

Im Durchschnitt kommt eine verbrauchte 1000er-Note nur 0,34-mal im Jahr zur Nationalbank zurück, um dort ausgetauscht zu werden. Bei allen anderen Stückelungen ist die Umtauschquote mehr als doppelt so hoch. Unbestritten ist, dass die grosse Note im Zug der Finanzkrise und des Vertrauensverlustes der Banken als Wertaufbewahrungsmittel stark an Bedeutung gewonnen hat. Weniger klar ist, für welche Zwecke sie sonst noch eingesetzt wird. Die erwähnte Nationalbank-Umfrage zeigt zwar, dass viele Menschen ihre monatlichen Zahlungen immer noch gern am Postschalter erledigen und dafür auch die Tausender einsetzen. Doch dieses schweizerische Phänomen vermag den Hauptteil der Nachfrage nicht zu erklären.

Die 1000er-Note von 1907 bis heute:

1907 kam diese 1000er-Note in Umlauf, 1925 wurde sie zurückgerufen.
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Im Jahr 1914 bekam man für 1000 Franken über fünf Tonnen Kartoffeln plus einer halben Tonne Käse und Schokolade.
1938 im typischen violettblau - doch diese Note wurde nie veröffentlicht.
Pierre Gauchat entwarf diese Note im Jahr 1957.
1978 wurde diese Note in den Umlauf gebracht. Sie verliert ihren Wert erst 2020.
Die Reservenote aus dem Jahr 1984.
1995: Abgedruckt wurde Jacob Burckhardt (1818 – 1897 Kultur- und Kunsthistoriker)
2019: Die neuste 1000er-Note der neunten Banknotenserie.

1907 kam diese 1000er-Note in Umlauf, 1925 wurde sie zurückgerufen.

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Die Neuemission in der Schweiz steht auch im internationalen Kontext einigermassen quer in der Landschaft. Die 2017 beschlossene Abschaffung der 500-Euro-Scheine wurde von der Europäischen Zentralbank mit dem Argument begründet, die grossen Noten seien ein geeignetes Mittel für Kriminelle, ihre illegalen Finanzflüsse zu verschleiern. Gleich argumentieren auch die Behörden in Singapur, die seit 2014 den wertvollsten Schein, eine 10 000-Singapur-Dollar- Note im Gegenwert von rund 7500 US-Dollar, aus dem Verkehr zieht.

Auch die Schweiz wurde 2016 von der Financial-Action-Task-Force, dem internationalen Gremium zur Festlegung vonStandards zur Bekämpfung von Geldwäscherei, aufgefordert, die Risiken im Zusammenhang mit der Bargeldverwendung in der Schweiz zu untersuchen. In dem im Oktober abgelieferten Bericht werden diese Risiken aber als «moderat» eingestuft. Zwar bestehe ein «reales Missbrauchsrisiko» für Bar- geld im Umgang mit Erlösen aus Drogenhandel, Betrug, Diebstahl und anderen Verbrechen sowie bei Steuervergehen, räumen die Schweizer Behörden ein. Doch der wachsende illegale Handel im Darknet, wo typischerweise Kryptowährungen als Zahlungsmittel eingesetzt würden, zeige, dass es für die Abwicklung des kriminellen Finanzverkehrs kein Bargeld brauche.

Ein bisschen Aktivismus

Verdächtig erscheinen auch saisonale Muster in der Nachfrage nach 1000er-Noten. Diese nimmt im Dezember jeweils markant zu. Für die SNB und ihren Vize Fritz Zurbrügg ist dieses Phänomen dem Weihnachtsgeschäft und den Gratifikationen geschuldet, die viele Firmen den Mit- arbeitern noch immer bar zukommen liessen. Doch an dieser These gibt es auch Zweifel. So glaubt der Basler Ökonom Yvan Lengewiler, dass manche Steuerpflichtige ihre Bankkonti vor dem Jahresende leeren bzw. das Geld in den Banksafe verschwinden lassen, um so den Steuerbehörden ein geringeres Vermögen vorzugaukeln.

Ganz untätig will die Schweiz aber auch mit der neuen 1000er-Note nicht bleiben. In dem zu verschärfenden Geldwäschereigesetz sollen Edelmetall- und Edelsteinhändler künftig schon bei Barzahlungen von 15 000 Franken besondere Sorgfaltspflichten walten lassen. Zurzeit liegt der Wert noch bei 100 000 Franken. Auch für alle anderen Kassageschäfte soll der Schwellenwert ab 2020 auf 15 000 Franken sinken. Dafür sollen die neuen Noten künftig für die Ewigkeit gültig sein. Ein Gesetzesvorschlag zur Abschaffung der 20-jährigen Umtauschfrist wird derzeit vom Parlament behandelt.