Reichtum
231 Billionen Dollar: Gesellschaft wird immer älter und reicher

Die Welt ist so reich wie nie zuvor. Jeder erwachsene Mensch auf der Welt verfügte Mitte 2011 über ein durchschnittliches Vermögen von 51000 Dollar. Insgesamt belaufen sich die Weltvermögen von Privathaushalten auf 231 Billionen Dollar.

Marc Fischer
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Millionnärsmesse in Moskau. (key)

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Somit ist das Weltvermögen um 14 Prozent gegenüber dem Beginn des Jahres 2010 angestiegen, wie der «Global Wealth Report 2011» zeigt, den die Credit Suisse am Mittwoch veröffentlichte.

Die Vermögensbestände der Welt haben damit die Vorkrisenniveaus aus dem Jahr 2007 wieder übertroffen. Die grosse Finanzkrise habe damit nur moderate Auswirkung auf die Vermögensakkumulation der vergangenen zehn Jahre gezeigt, schreiben die Studienautoren. Und sie gehen davon aus, dass die weltweiten Vermögen bis in fünf Jahren um weitere 50 Prozent auf 345 Billionen Dollar steigen werden.

Asien auf dem Vormarsch

Eine Schlüsselrolle für die globale Vermögensakkumulation spielt die Region Asien-Pazifik. Sie ist seit 2000 für rund ein Drittel der weltweit neu geschaffenen Vermögen verantwortlich. Betrachtet man bloss den Zeitraum seit 2010, fallen gar 54 Prozent der neu geschaffenen Vermögen auf Asien-Pazifik ab.

Das Land mit dem grössten Beitrag am Vermögenswachstum sind hingegen die Vereinigten Staaten. In den vergangenen 18 Monaten wurden in den USA 4,6 Billionen Dollar geschaffen. Die Schweiz rangiert mit einem Plus 735 Milliarden Dollar auf dem achten Platz.

Der wichtigste Grund für den steigenden Weltreichtum in entwickelten Wirtschaften war die Zunahme der verfügbaren Haushalteinkommen. Wegen der historisch tiefen Zinsen und der volatilen Aktienmärkte konnte der Vermögenszuwachs kaum von Zinseinnahmen oder Kapitalmarktgewinnen gespeist werden. Das heisst, sparen konnte eigentlich nur, wer mehr verdiente.

Hoher Verschuldungsgrad bei Jungen

Zudem werden Menschen immer älter, was sich umso positiver auf die Vermögenssituation der Welt auswirkt, als Menschen mit zunehmendem Alter tendenziell reicher werden. Während nämlich der Verschuldungsgrad bei Menschen im Alter zwischen 25 und 35 den Zenit erreicht, verfügen Menschen im Alter von 65 Jahren im Schnitt über die höchsten Vermögenswerte.

Ökonomisch gesehen ist Reichtum eine Umschreibung für aufgeschobenen Konsum. Dieser Aufschub wird je länger, je wichtiger, als in vielen Ländern nicht nur die Lebenserwartung steigt, sondern sich die Menschen auch auf ein immer längeres Rentnerdasein einstellen müssen. Auch der Reformbedarf bei den weltweiten Rentensystemen zwingt viele Menschen zum Sparen. «In vielen Ländern fallen die Renten tendenziell weniger grosszügig aus, was einen weiteren Anstieg der Haushaltvermögen begünstigen wird», heisst es in der Studie.