6,8 Prozent Junge ohne Job: «Eine sehr beunruhigende Zahl»

Steigende Arbeitslosenzahlen: Der Kanton Aargau will gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit weiter aktiv werden. Und setzt dabei auf die Vermittlung von Praktika und Motivationssemestern.

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6,8 Prozent der 20- bis 24-Jährigen waren im Monat November im Kanton Aargau ohne Arbeit. Für Raphael Weisz, Stellvertretender Leiter der Sektion Arbeitsmarktliche Integration beim Amt für Wirtschaft und Arbeit, eine beunruhigende Zahl: «Jungen Erwachsenen den Einstieg in die Berufswelt zu verwehren ist schlimm.» Darum setzt das Amt für Wirtschaft genau dort an.

Mit dem Vermitteln von Praktika soll jungen Menschen der Einstieg in die Berufswelt ermöglicht werden. Das Vermittlungsteam wurde zu diesem Zweck verdoppelt. «Die meisten jungen Leute ohne Arbeit in diesem Alter haben eine abgeschlossene Berufslehre oder ein Studium im Sack», wie Weisz erklärt. «Aber oftmals scheitern die Jungen am Einstieg in den Beruf». Positiv ist für Weisz zudem, dass der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat sehr moderat ist.

«Autonauten» und «Beautyfairies»

Die Quote der Arbeitslosen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren liegt bei 3 Prozent. Mit Motivationssemestern für Schulabgänger ohne Lehrstellen wird so rund 300 Jugendlichen geholfen. Schwierig haben es vor allem junge Migrantinnen und Migranten. Für diese hat das Amt für Wirtschaft und Arbeit die Projekte «Autonauten» und «Beautyfairies» lanciert. Letzteres startete im September dieses Jahres und bietet 20 jungen Migrantinnen Platz. Sie haben dadurch die Möglichkeit, in Coiffeursalons zu arbeiten und damit ihre Chancen auf eine Lehrstelle zu erhöhen. Die Erfolgsquote des bereits seit längerem laufenden Projekts «Autonauten» ist laut Weisz sehr gut. Junge Migranten arbeiten in einer Autowerkstatt und bauen Autoteile aus, die sie später für den Wiederverkauf bereit machen. (aen)