Krankenkassen
6000 Grundversicherte erhalten Prämiengelder zurück

Der Basler Krankenversicherer Sympany Vivao erstattet neu zu viel bezahlte Prämien an die Grundversicherten zurück. Daher erhalten die Kunden im Kanton Solothurn sowie in den Städten Bern, Biel und Zürich demnächst zwischen 50 und 150 Franken.

Roman Seiler
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Gute Nachrichten für Versicherte: Sympany Vivao erstattet Überschüsse zurück. (Symbolbild)

Gute Nachrichten für Versicherte: Sympany Vivao erstattet Überschüsse zurück. (Symbolbild)

Keystone

Hinter der Rückerstattung steckt ein komplexer Prozess: Die Prämien in der obligatorischen Grundversicherung für das kommende Jahr müssen Krankenversicherer jeweils bereits Ende Juli beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) zur Genehmigung einreichen. Daher ist die Prognose für die Kostenentwicklung mit Unsicherheiten belastet. Die Ausgaben für Rechnungen von Ärzten und Spitälern oder für Medikamente für das kommende Jahr punktgenau vorauszusehen, ist eine Wissenschaft für sich. Budgetiert eine Kasse die Leistungskosten zu tief, steigen im Jahr danach die Prämien entsprechend stärker an. War die Prognose zu hoch, fällt ein Gewinn an, der den gesetzlich vorgeschriebenen Reserven gutgeschrieben wird.

Waren die Prämien in bestimmten Regionen zu hoch, zahlen die Basler neu die Überschüsse an die Grundversicherten zurück. Der Versicherer hat zwei Grundversicherungsanbieter. Für das Geschäftsjahr 2013 profitieren erstmals Kunden dreier Regionen. Dies hat Sympany heute bekanntgegeben. Versicherte von Vivao Sympany in der Stadt Zürich erhalten demnächst eine Rückvergütung von je 50 Franken. Für Vivao-Grundversicherte in den Städten Bern und Biel sowie im Kanton Solothurn schauen gar je 150 Franken heraus. Dies gilt allerdings nicht für die Kunden, welche die Kasse Ende Jahr verlassen haben.

Die Rückvergütung von Überschüssen erfolgt Sympany gemäss ihrem Chef Ruedi Bodenmann immer dann, wenn das Jahresergebnis in der Grundversicherung positiv ausfällt und die gesetzlich erforderlichen Reserven ausreichend dotiert sind. Das war Ende 2013 der Fall: Die sogenannte Solvenzquote des Grundversicherers Sympany Vivao von 184 Prozent übersteigt das gesetzliche Minimum von 100 Prozent bei weitem. Die gesamten Grundversicherungsreserven des Unternehmens belaufen sich auf 16,5 Prozent der eingenommenen Prämien. Erfoderlich wären zehn Prozent. Damit nimmt Sympany eine Forderung des umstrittenen Krankenversicherungs-Aufsichtsgesetz (KVAG) voraus, das der Bundesrat einführen will. Es verlangt, dass «übermässige Prämieneinnahmen» zurückerstattet werden,»falls sich im Nachhinein herausstellt, dass die Prämien zu hoch waren». Dies lehnen die Krankenversicherer ab. Unter anderem wegen der anfallenden Verwaltungskosten.

«Unsere Lösung ist einfacher, transparent und kundenfreundlich», sagt Bodenmann. Obendrein habe sie den Vorteil, dass die Rückvergütung «periodengerecht» verbucht werde, nämlich in dem Geschäftsjahr, in dem sie angefallen ist. Sie belastet also nicht die Erfolgsrechnung eines späteren Geschäftsjahrs. Von Rückvergütungen profitieren auch Zusatzversicherte. Kunden mit dem Spitalzusatz allgemeine Abteilung und halbprivat erhalten je 23 Franken. Wer den weltweiten Spitalzusatz global abgeschlossen hat, kassiert 120 Franken. 5,8 Millionen Franken zahlt Sympany mehr als 100 000 Kunden zurück. Davon sind 6000 grundversichert.

Der Krankenversicherer Sympany schloss das Geschäftsjahr 2013 mit einem Gewinn von 11,8 Millionen Franken ab. Davon entfallen 3,7 Millionen auf die Grundversicherung. Deren Kundenbestand erhöhte sich auf anfang Jahr um 11 200 auf 175 700.