Schulterschluss
Aarauer Geschäfte zeigen kaum Interesse am Schulterschluss

Er war Ende Februar als Präsident der Geschäftsvereinigung Zentrum mit dem Ziel angetreten, die Zahl der Mitglieder zu erhöhen und die Kräfte zu bündeln. Jetzt zieht Marcel Suter eine erste Bilanz, die ernüchternd ausfällt.

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Marcel Suter

Marcel Suter

Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Die Vereinigung Zentrum zählt knapp hundert Mitglieder. Damit erfasst sie lediglich einen Drittel sämtlicher Ladengeschäfte, Gewerbebetriebe und Restaurants in der Stadt Aarau. «Zu wenig», hat Zentrums-Präsident Marcel Suter bereits bei seinem Amtsantritt Ende Februar moniert und versprochen, mit den «Trittbrettfahrern» Kontakt aufzunehmen.

Vor einem Monat hat das Zentrum Aarau in der Absicht, seine Kräfte zu verstärken, gut hundert Briefe an potenzielle Mitglieder verschickt. Mit bescheidenem Rücklauf. Immerhin konnten sechs neue Geschäfte ins Boot geholt werden, vier Firmen zeigten mindestens eine Reaktion, vom grossen Rest kam nichts.

Gemeinsame Kommunikation

Nun will Marcel Suter mit einem weiteren Schreiben und mündlichen Acquisitionen «nachfassen». Die Frage «Sie haben uns doch nicht vergessen?» wird mit einer originellen Beilage in Form des berühmten Knopfs in einem Nastuch versehen, der zusätzlich Aufmerksamkeit erregen soll. Für den neuen Präsidenten des Zentrums ist klar: «Je grösser und breiter abgestützt wir sind, desto mehr wird man uns wahrnehmen.»

Es brauche für das «natürliche Einkaufszentrum Aarau» mit dem «einmaligen Erlebnis einer historischen Altstadt» laut Suter «geballte Kraft und den Schulterschluss». Nur so könne man gegenüber der Kundschaft «geschlossen auftreten» und «gemeinsam kommunizieren». Das gilt beispielsweise für die Öffnungszeiten, für Gutscheine oder für die Werbung (etwa für das Night-Shopping im November), die möglichst alle Geschäfte einbeziehen soll. Damit können sich Handel, Gewerbe und Gastronomie gemeinsam profilieren.

Mindestens mit der IG City-Märt ist die (teilweise) Koordination eingeleitet. Gefestigt ist auch die Partnerschaft mit AAR bus+bahn und mit dem «Stadt-Anzeiger». Vom Verein Aarau Standortmarketing hat man das Logo mit dem roten Punkt übernommen, garniert mit dem Motto «Aarau einkaufen».

Die Konkurrenz schläft nicht

«Wir müssen uns besser vermarkten und noch attraktiver werden», betont Marcel Suter. Denn die Konkurrenz schlafe nicht und werde in Aarau grösser und damit härter. Im neuen Bahnhof, im Gais-Center und im Torfeld Süd würden neue Angebote entstehen, denen man mit gemeinsamen Massnahmen begegnen will.

Trübe Bilanz

Die Geschäftsvereinigung Zentrum hat 100 Geschäfte angefragt, ob sie beitreten wollen. Die ernüchternde Bilanz: 6 Zusagen und 4 Absagen. Die restlichen 91 Geschäfte haben auf den Aufruf gar nicht erst reagiert. Jetzt wird dieser wiederholt. (az)

Dazu zählt etwa die Neugestaltung der Homepage (www.zentrumaarau.ch) bis Ende Juli, aus der im Internet ein Aarauer Einkaufsführer entstehen soll. «Wir wollen dem Einkauf in Aarau ein Gesicht geben, eine Nase allein genügt nicht», umschreibt der Zentrums-Präsident die Philosophie, die er umsetzen möchte.

«Ganzheitliches Erlebnis»

Dazu gehöre, dass das Zentrum «die Geschäfte auf die Neugestaltung der Altstadtgassen hin fit macht». Dieses Ziel müsse man nicht erst nach der Realisierung, sondern bereits heute anpeilen. Aarau habe als städtische Einkaufsmeile «starke Argumente» gegen die sterilen Konsumtempel an der Peripherie, werde doch der Kundschaft ein «ganzheitliches Erlebnis» vermittelt, zu dem auch die Gastronomie zähle. Aarau habe eine «hevorragende Erreichbarkeit» und ein starkes kulturelles Umfeld, das es noch vermehrt zu nutzen gelte.

«Der Durchbruch kommt»

Marcel Suter räumt ein, dass sein neues Amt mit Blick auf das harzige Schliessen der Reihen «oft ernüchternd ist», aber auch ein interessantes Tätigkeitsfeld öffnet. «Ich bin überzeugt, dass der Durchbruch kommt», erklärt der Zentrums-Präsident, der die Entwicklung der Kundenfrequenzen in der Altstadt gut drei Jahre nach der Verkehrsberuhigung «grundsätzlich positiv» beurteilt.