Klingnau
Aargauer Traditionsfirma de Sede kommt schon wieder in neue Hände

Die Ledermöbelherstellerin de Sede AG aus dem aargauischen Klingnau erhält nach 2012 schon wieder neue Besitzer. Auf die bisherige Investorengruppe folgt ein unbekannter Grossaktionär. CEO Monika Walser übernimmt einen Minderheitsanteil.

Philipp Zimmermann
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Monika Walser, CEO bei de Sede: «Mit der Neuausrichtung der Besitzverhältnisse werden wir die nächsten Schritt in der langfristigen Sicherung unseres Standortes, unserer Produktion und unserer Arbeitsplätze in der Schweiz vollziehen»

Monika Walser, CEO bei de Sede: «Mit der Neuausrichtung der Besitzverhältnisse werden wir die nächsten Schritt in der langfristigen Sicherung unseres Standortes, unserer Produktion und unserer Arbeitsplätze in der Schweiz vollziehen»

Sandra Ardizzone

Die genauen Beteiligungsverhältnisse unter den neuen Eigentümern werden nicht offengelegt. Klar ist nur: Die im Energiehandel tätige Oel-Pool AG wird künftig eine «deutliche Mehrheit» an de Sede halten. Zudem hat De-Sede-Chefin Monika Walser einen Minderheitsanteil erworben.

Zum letzten Besitzerwechsel war es erst vor drei Jahren gekommen: 2012 hatte die Oltner Desema Holding die Luxus-Ledermöbelproduzentin de Sede AG gekauft. 2008 hatte der Finanzinvestor Capvis das Unternehmen gekauft.

Die bisherige Investorengruppe habe den Turnaround bei de Sede ermöglicht, wird Walser in der Meldung zitiert. «Mit der Neuausrichtung der Besitzverhältnisse werden wir die nächsten Schritt in der langfristigen Sicherung unseres Standortes, unserer Produktion und unserer Arbeitsplätze in der Schweiz vollziehen», sagt sie weiter.

Nach mehreren Jahren mit finanziellen Turbulenzen habe sich das Unternehmen stabilisiert und schreibe im laufenden Jahr – operativ – schwarze Zahlen.

Mit der Neuausrichtung der Besitzverhältnisse würden der Produktionsstandort sowie die Arbeitsplätze in der Schweiz langfristig gesichert, heisst es weiter.

Vision von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung sind, die eigenen Produkte auf dem weltweiten Markt als genauso typisch schweizerisch zu positionieren wie Uhren oder Schokolade.

Die Oel-Pool AG entstand im Jahr 2002 aus der Brennstoffabteilung der Lagerhäuser Aarau und ist primär im Energiehandel tätig. Daneben beteiligt sie sich gezielt an Unternehmen mit Entwicklungspotenzial. Daniel Sieber, Präsident des Verwaltungsrates der Oel-Pool AG, wird in der Mitteilung wie folgt zitiert: «Alle unsere Beteiligungen folgen der Strategie, ausschliesslich in kleine, feine und spezialisierte Unternehmungen zu investieren. Die de Sede AG passt perfekt in dieses Portfolio.»

De Sede AG

Die de Sede AG ist ein international ausgerichteter Hersteller hochwertiger Wohnmöbel und feierte dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Die Firma, die in Klingnau heute rund 100 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich rund 100'000 Quadratmeter Leder verarbeitet, wurde 1965 vom Familienbetrieb des Sattlers Ernst Lüthy in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Ab 2012 gehörte die de Sede AG der Oltner Desema Holding. Zum Markenportfolio gehören die Polster- und Möbelmarken de Sede und FSM. Die Produkte werden ausschliesslich in Klingnau hergestellt.

Die de Sede AG produziert gemäss eigenen Angaben jährlich mehr als 11‘000 Möbelstücke, von denen rund 70 Prozent exportiert und in über 40 Ländern vertrieben werden. Auf einer Produktionsfläche von 11‘000 m2 verarbeitet die de Sede AG jährlich rund 32‘000 m2 Leder von höchster Qualität.