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ABB verhängt Kurzarbeit in der Schweiz

Ab Dienstag werden 115 der 6300 Mitarbeiter in der Schweiz kurz arbeiten – weitere folgen.

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Aargauer Zeitung

Von Yves Demuth

Noch vor einem Monat beruhigte der Technologiekonzern ABB, Entlassungen und Kurzarbeit in der Schweiz seien dank hoher Auftragsbestände nicht nötig. Nur 30 Tage später präsentiert sich die Situation bei ABB düsterer: Ab Dienstag arbeiten in der Schweiz 115 Mitarbeiter der Prozessautomation kurz.

Welche Standorte betroffen sind, will Sprecher Lukas Inderfurth nicht sagen. Er bestätigt aber, dass per 1. Juli bereits ein zweites Gesuch für Kurzarbeit von 35 Mitarbeitern der Verkaufseinheit Normelec in Baden und Lausanne eingereicht wurde. Ob Kurzarbeitsgesuche für weitere Bereiche folgen werden, kann Inderfurth momentan nicht abschätzen. Die Situation werde laufend neu beurteilt.

AUCH ERSTE Entlassungen gab es in der Schweiz. Betroffen sind einzelne Personen am Hauptsitz in Zürich Oerlikon. Härter trifft es andere Länder: Diese Woche wurde von Gewerkschaften bekannt gegeben, dass ABB in Frankreich 540 Stellen streichen will. Auch in Schweden wurden schon 150 Mitarbeiter entlassen.
IN BEIDEN FÄLLEN betrifft es insbesondere die Robotiksparte, die bis zu 50 Prozent von Aufträgen aus der Autoindustrie abhängig ist. Die Energietechniksparte leide «tendenziell weniger», sagt Sprecher Wolfram Eberhardt. Aber: «In der Robotiksparte sowie bei Installations- und Niederspannungsprodukten mussten wir inzwischen auf die Kostenbremse treten.» So arbeiten auch in Deutschland «wenige hundert» ABBMitarbeiter kurz. ABB sei momentan aber überwiegend gut ausgelastet, sagt Eberhardt. «Wir versuchen weiterhin, einen breiten Stellenabbau wenn möglich zu verhindern. Sollte sich die Krise in der zweiten Jahreshälfte aber schlimmer auf ABB auswirken, müssen wir über weitergehende Massnahmen nachdenken.»