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Abklärungen bei der Schwyzer Kantonalbank angelaufen: Waren Eigeninteressen ein Thema?

Nach dem Eklat von letzter Woche sind die Abklärungen jetzt angelaufen. Untersucht wird vor allem auch, ob Bankpräsident Kuno Kennel mit Eigeninteressen in die Sache verwickelt gewesen ist.
Josias Clavadetscher
Der Hauptsitz der Schwyzer Kantonalbank in Schwyz. Bild: Alexandra Wey/Keystone (12. Mai 2017)

Der Hauptsitz der Schwyzer Kantonalbank in Schwyz. Bild: Alexandra Wey/Keystone (12. Mai 2017)

Vor zehn Tagen kam es zur grossen Aufregung. Im Kantonsrat ist über Vorwürfe verhandelt worden, wonach die Schwyzer Kantonalbank (SZKB) wegen eines Engagements an der Nova Vorsorge AG unnötige Verluste erlitten hat. Im Mittelpunkt der Kritik stand und steht Bankpräsident Kuno Kennel, weil er massgeblich an diesem Engagement beteiligt gewesen ist.

Inzwischen hat die kantonsrätliche Aufsichtskommission über die Schwyzer Kantonalbank (Krak) ihre Untersuchung in die Wege geleitet. Deren Präsident Othmar Büeler, Siebnen, bezeichnet sie als «Mini-PUK». Büeler setzt Tempo auf. Er will bis zum Sommer die Hauptarbeit geleistet haben. Aber was werden die Krak und beauftragte externe Experten überhaupt untersuchen?

Was wird überhaupt untersucht?

Sicher untersucht wird, wie es zu dieser Fehleinschätzung einer Beteiligung kommen konnte. Eine zentrale Rolle spielte dabei Serge Aerne, der bei Bankpräsident Kennel das Geschäft eingefädelt hat oder umgekehrt. Aerne kennt den Finanz- und Bankenplatz Schwyz auch von seiner früheren Tätigkeit bei der Tellco Freizügigkeitsstiftung her. Dort nahm er 2010 mit Kollektivprokura Einsitz, allerdings nur für ein Jahr.

Untersucht wird sicher auch, wieweit Kennel als Vorsitzender des für strategische Aufgaben zuständigen Bankrats sich zu stark ins operative Geschäft der SZKB eingemischt hat. Und vor allem wird man dem Vorwurf nachgehen, dass Kennel mit eigenen Interessen in das Engagement verwickelt gewesen sein soll. Das Internet-Newsportal «Inside Paradeplatz», in der Regel gut dokumentiert, wirft vor, dass Bankpräsident Kennel sich zuerst in den Anlageausschuss von Aernes Pensionskasse hätte wählen lassen wollen.

Nach einer deutlichen Auseinandersetzung habe ihm der SZKB-Bankrat das verweigert. Worauf Kennel dieses Engagement via seiner Privatfirma, offenbar die Maro Finanz- und Beratungs GmbH, wahrgenommen haben soll. Sollte dies zutreffen, wäre dies ein klarer Verstoss gegen eine Grundregel der Corporate Governance, dass ein Bankrat nicht Eigeninteressen verfolgen darf. Allerdings müssen sich diese Vorwürfe alle zuerst noch bestätigen.

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schwyzer KB, Peter Hilfiker und Bankratspräsident Kuno Kennel. Bild: LZ (29. Januar 2015)

Der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Schwyzer KB, Peter Hilfiker und Bankratspräsident Kuno Kennel. Bild: LZ (29. Januar 2015)

Zu Beginn hat die Kantonalbank sich mit 20 Prozent an der Nova Vorsorge AG beteiligt. Als einer der damaligen Nova-Teilhaber in Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Zürich geraten und später auch Aerne ausgeschieden ist, erhöhte die SZKB ihren Anteil an der Nova Vorsorge AG auf die heutigen 49 Prozent. Zudem wechselte schon nach einem Jahr das Präsidium.

Verwaltungsratspräsident Kennel trat 2015 aus der Nova zurück, übernommen hat für ihn die operative Ebene der SZKB. Die stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsleitung, Nicole A. Reinhard Stahel, seit 14 Jahren bei der SZKB, ist derzeit Verwaltungsratpräsidentin der Nova Vorsorge AG sowie der Assurinvest AG, der Assurinvest Advisory AG und der Akriba Immobilien Management AG, alle in der Nova-Gruppe vereinigt. In dieser Holding sind gesamthaft 40 firmeneigene Pensionskassen, eine Sammelstiftung und eine Rentnerkasse gebündelt, mehr als 33000 Versicherte und Begünstigte mit einem Anlagevermögen von mehr als 4 Mrd. Franken.

Schadet der Fall der Kantonalbank?

Weil es sich nun um eine angelaufene Untersuchung handelt, will der angegriffene Bankpräsident Kennel begreiflicherweise nicht zu den Vorhaltungen Stellung nehmen. Er wolle die Abklärungen nicht stören und vertraue darauf, dass die externe Untersuchung ihn rehabilitieren werde.

Weniger im Fokus stehen wird die damalige Wertberichtigung, welche die SZKB auf dem Engagement in der NovaVorsorge AG schon im zweiten Jahr nach dem Einstieg hatte vornehmen müssen. Es ging damals um eine Korrektur um 10 Mio. Franken. Das ist aus der Sicht des Normalbürgers viel, gemessen am aktuellen Eigenkapital der SZKB von 1,86 Mrd. Franken und an den Reserven für allgemeine Bankrisiken von 1,12 Mrd. Franken aber nicht sehr viel. Eher geht es um einen vorübergehenden Reputationsschaden, der eingetreten ist, und der je nach Ausgang der Untersuchung sich auch verflüchtigen oder anhalten kann. Denn jeder weiss, dass die SZKB kerngesund dasteht und für den Kanton und seine Volkswirtschaft lukrativ arbeitet.

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