UBS-Affäre
Absurd: UBS hat Ospel und Co. gegen Klagen der Bank versichert

Die UBS räumt ein, Fehler gemacht zu haben, die fast zum Untergang der Bank geführt hätten. Dennoch will die Grossbank nicht gegen Verantwortliche klagen. Mit guten Grund: Die Bank hat sie genau gegen diese Klage versichert.

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Marcel Ospel

Marcel Ospel

Keystone

Mit zwei Berichten zur Aufarbeitung der Krise im eigenen Haus will das Institut «einen Schlussstrich unter die eigene Finanzkrise ziehen. So die Bank. Und das sagt auch deren Verwaltungsrats-Präsident Kaspar Villiger.

Villiger macht nach der heutigen Publikation von zwei Berichten auch deutlich: Die Bank wird gegen ehemals Verantwortliche nicht klagen, obschon diese gravierende Fehler gemacht haben. Ein solches Verfahren würde der Bank mehr schaden als bringen, so Villiger. Ein Verfahren gegen Verantwortliche wie den Ex-Präsidenten Marcel Ospel würde die Position der UBS beispielsweise in hängigen Sammelklagen in den USA schwächen.

Absurd: Bank schützt Mitarbeiter vor Bank

Im Bericht, die der ehemalige Rechtsprofessor und Multi-Verwaltungsrat Peter Forstmoser erarbeitet hat, wir deutlich, wieso die Bank nicht klagt: Sie hat die Ospel, Kurer, Wuffli und Co. gegen eine solche Klage nämlich versichert.

In grossen Firmen ist es seit längerem gang und gäbe, dass Manager und Verwaltungsräte gegen so genannte Verantwortlichkeitsklagen versichert werden. Das macht die UBS seit Jahren ebenfalls.

Die Bank hat die Versicherungen aber so ausgestaltet, dass ihren Angestellten gar nichts passieren konnte. Sie mussten weder einen Selbstbehalt tragen, noch wurde die Schadenssumme wie bei anderen Firmen üblich in der Höhe limitiert. Die Bank garantierte ihren Karden vielmehr vollen Schutz.

«Paradoxes Nullsummenspiel»

Doch nicht nur das: Die UBS gewährte Ospel, Kurer, Wuffli und Co auch Versicherungsschutz für den Fall, dass die UBS selbst gegen sie klagen sollte. Im Klartext heisst das: Klagt die UBS jetzt gegen Ospel, Kurer, Wuffli und Co. und gewinnt, dann müssen diese zwar zahlen, erhalten das Summe anschliessend von der UBS bzw. deren Versicherung zurückerstattet. «Ein paradoxes Nullsummenspiel», bilanziert Jurist Forstmoser. Das Ziel einer Bestrafung würde damit verfehlt.

Kurzum: Eine Klage, sofern sie erfolgreich wäre, trifft vor allem einen: Die Versicherung. Und später dann wohl auch die Bank, weil die Prämien aufgrund des Schadensfalls steigen.

Kein Wunder, rät auch Experte Forstmoser nicht zur Klage. Er hält eine Verantwortlichkeitsklagen zwar für «vertretbar», da es zu Unterlassungen gekommen sei. Dennoch sei es «geboten», im Interesse der Bank und der Aktionäre darauf zu verzichten. (rsn)