Älteren Beschäftigten den nötigen Respekt entgegenzubringen, ist eine Sache des Anstandes

Altersdiskriminierung ist in Schweizer Unternehmen weit verbreitet, wie eine Studie zeigt. Das ist aus mehreren Gründen nicht akzeptabel.

Maurizio Minetti
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Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Fälle von Sexismus und Rassismus in Unternehmen und Verwaltungen dominieren seit Jahren die Schlagzeilen. Es ist richtig, dass solche Verfehlungen nicht unter den Teppich gekehrt werden. Ebenso verbreitet, wenn nicht sogar noch mehr, ist die Altersdiskriminierung. Doch darüber spricht man nur selten. Mehr oder weniger subtile Bemerkungen etwa in Bezug auf die Fähigkeit, digitale Mittel zu verwenden, sind für viele ältere Beschäftigte Alltag. Eine neue Studie zeigt, dass Altersstereotype in Schweizer Unternehmen stark verbreitet sind.

Das Perfide daran ist: Je mehr die älteren Angestellten von ihren jüngeren Kollegen hören, dass sie dies und jenes nicht können, desto mehr glauben sie selbst daran. Mit der Folge, dass ihre «digitale Selbstwirksamkeit» sinkt – sie trauen sich weniger zu. Dies wiederum hat negative Folgen für die Unternehmensleistung und sorgt auch dafür, dass ältere Menschen weniger bereit sind, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Das aber wäre sehr wichtig, wollen wir dem Fachkräftemangel in manchen Branchen entgegenwirken.

Es ist müssig zu betonen, dass ältere Generationen im Schweizer Arbeitsmarkt immer wichtiger werden. Schon allein die demographische Entwicklung macht dies deutlich. Es geht hier aber nicht nur um den Nutzen von Arbeitskräften. Älteren Beschäftigten den nötigen Respekt entgegenzubringen, ist eine Sache des Anstandes.