Strompreise
AEW Energie AG liefert Erklärungen zu den «transparenten Strompreisen» 2009

Statt mehr Transparenz sorgten die Stromrechnungen bei vielen Kunden für Verwirrung. Jetzt liefert der Kantonsverteiler neue Fakten: Ein mittlerer Haushalt zahlt 2009 rund 840 Franken für Strom und damit 8 Prozent mehr.

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Aargauer Zeitung

Hans Lüthi

Schon mit einer ausführlichen Beilage zur Stromrechnung hat die AEW Energie AG für ihre Direktkunden transparent informieren wollen. Die meisten nahmen sich allerdings die nötige Zeit nicht, um die Finessen des neuen Strompreises durchschauen zu können. Entsprechend nahmen die Reklamationen zu, die Zahlenberge seien kompliziert, schwer lesbar und kaum nachvollziehbar. Als Erkenntnis daraus prüft die AEW Energie AG jetzt, ob sie bei den künftigen Rechnungen eine Zusammenfassung mitliefern soll.

Infos via Zeitschrift «Strom»

Vorerst macht die ab 17. Juni an die AEW-Direktkunden ins Haus gelieferte Zeitschrift «Strom» den Langfrist-Preisvergleich für einen durchschnittlichen Aargauer Haushalt. Daraus ergibt sich dieses interessante Fazit: Bei einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden (kWh) zahlte diese Familie im Jahr 1995 totoal 971 Franken für den bezogenen Strom. Beim gleichen Verbrauch waren es im Jahr 2000 genau 977 Franken, bevor die Preise auf Talfahrt gingen. Im Jahr 2007 kostete gleich viel Strom 767 Franken also deutlich weniger, 2008 waren es 777 Franken.

Die Trendwende nach oben ist mit dem Jahr 2009 verbunden. Gestützt auf die erste Ankündigung im letzten Sommer wäre der Preis pro kWh um rund 2 Rappen in die Höhe gesaust. Das Kantonswerk gab zuerst einen Bonus von 0,35 Rappen und erhöhte diesen auf 0,7 Rappen je kWh. Für die neuen Systemdienstleistungen des nationalen Netzbetreibers Swissgrid werden nach Intervention auf Bundesebene vorerst nur 0,4 statt 0,9 Rappen je kWh verlangt. Mit einer totalen Senkung des Aufschlags um 1,2 Rappen übertrifft der Aargau die Vorgabe des Bundesrates, die höheren Preise um 0,9 Rappen je kWh zu senken.

Anstieg um 8 Prozent

Bis im letzten Jahr bezahlte die Aargauer Musterfamilie 777 Franken für ihre 4500 bezogenen kWh Strom. Umgerechnet für 2009 berappt die gleiche Kundschaft rund 840 Franken, 63 Franken oder 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Trotz dem Anstieg ist die Elektrizität dieses Jahr noch immer um 130 Franken unter dem Niveau von 1995. Das zeigt auch der Preisvergleich pro Kilowattstunde: Vor 14 Jahren kostete sie 21,45 Rappen, im letzten Jahr 17,27 und dieses Jahr 18,65 Rappen.

Zahlungsmoral unverändert

Bei total 75 000 verschickten Rechnungen gibt es immer einige Kunden, die nicht bezahlen. Trotz entsprechenden Androhungen wegen der verwirrenden Rechnung «sind es bisher nicht mehr als in früheren Jahren», betont Elke Piller, Leiterin der AEW-Kommunikation. Das Mahnverfahren laufe ab wie in den anderen Branchen auch: Erste Mahnung, zweite Mahnung, letzte Mahnung - erst dann wird der Strom abgeschaltet. «Die davon betroffene Kundenzahl ist klein», versichert Piller.