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Stadler-Aktie hat wenig Luft nach oben

Die Aktie des Schienenfahrzeugbauers Stadler dürfte vorerst keine grossen Sprünge nach oben machen. Julius-Bär-Analystin Britta Simon äussert die Ansicht, ein Grossteil der rosigen Erwartungen sei bereits in den gegenwärtigen Kurs eingepreist.
Thomas Griesser Kym
Schweizer Präzision ist eines der Markenzeichen Stadlers und seines Hauptaktionärs und Verwaltungsratspräsidenten Peter Spuhler. (Bild: Andrea Stadler (Bussnang, 19. März 2019))

Schweizer Präzision ist eines der Markenzeichen Stadlers und seines Hauptaktionärs und Verwaltungsratspräsidenten Peter Spuhler. (Bild: Andrea Stadler (Bussnang, 19. März 2019))

Seit zweieinhalb Wochen ist Stadler an der Börse. Nach einem Ausgabepreis von 38 Franken und einem Eröffnungskurs von 42 Franken hat die Aktie seither nur wenig zugelegt. Nun formuliert Britta Simon, Aktienresearchanalystin bei Julius Bär, ein erstes Kursziel für die Stadler-Aktie von 44 Franken. «Wir glauben, dass Stadler ein Hochqualitätsunternehmen in einer attraktiven Industrie ist», schreibt Simon. «Aber von unserem Blickpunkt aus wird dies weitgehend in der Bewertung reflektiert.»

Mit anderen Worten: In den gegenwärtigen Aktienkurs Stadlers ist die erwartete Entwicklung der kommenden Jahre bereits eingepreist. Also etwa die von Stadler-Patron Peter Spuhler prognostizierte Umsatzverdoppelung bis 2020 auf 4 Milliarden Franken. Oder die Erwartung, dass sich dann die operative Marge von 7,5 Prozent des Umsatzes in die Mitte des Zielbandes von 8 bis 9 Prozent bewegen wird.

Stärken und Chancen

Neben dem rekordhohen Auftragsbestand von 13,2 Milliarden Franken, den Stadler Ende 2018 in den Büchern hatte, betont Simon weitere Stärken und Chancen: Stadler sei ein führender Rollmaterialanbieter in Europa. Ebenso gefällt Simon das Produktesortiment und dessen hoher technologischer Standard. Dieses umfasst sämtliche Schienenfahrzeuge ausser Superhochgeschwindigkeitszüge und Güterwagen. Zudem sind 30 Prozent der Stadler-Fahrzeuge massgeschneidert, davon fünf Sechstel Grossserien und ein Fünftel Kleinserien ab Stückzahl eins. Ferner lobt Simon, Stadler habe eine solide finanzielle Position, was Flexibilität verleihe und Investitionen in Innovationen unterstütze. Vorteilhaft seien zudem Megatrends wie die Verstädterung sowie die Konsolidierung der Branche, was Gelegenheiten für Fusionen und Übernahmen schaffe.

Schwächen und Gefahren

Aber Simon ortet auch Schwächen und Gefahren: So sei Stadler spät in den wichtigen Markt der Signaltechnik (Signalling) eingestiegen, und mit diesem Markt verbunden sei das Risiko, dass Stadler mit seiner Signallling-Strategie scheitere. Auch habe Stadler relativ spät auf das Servicegeschäft fokussiert und hänge stark ab von wenigen Hauptkunden, vom Markt Europa und der Person Spuhlers. Hinzu kämen intensiver Wettbewerbsdruck und, ne­ben Chancen, auch Risiken beim Einstieg in neue Märkte wie die USA oder ausgewählte aufstrebende Länder. Last but not least ortet Simon wirtschaftliche und politische Risiken, in erster Linie, weil Stadler stark von Aufträgen staatlicher Bahnen abhänge und so von der Politik der Staatsausgaben.

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