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Aktionäre stimmen Fusion zu

Die Holdings der beiden Medienhäuser in Luzern und St. Gallen fusionieren. Der starke Umbruch in der Medienszene lässt die regionalen Medienhäuser enger zusammenrücken.
Rainer Rickenbach
Die letzte Generalversammlung von Verwaltungsratspräsidentin Doris Russi Schurter im Casino Luzern. (Bild: Pius Amrein (14. Mai 2018))

Die letzte Generalversammlung von Verwaltungsratspräsidentin Doris Russi Schurter im Casino Luzern. (Bild: Pius Amrein (14. Mai 2018))

Die LZ Medien AG stecke in einem Jahr des grundlegenden Umbruchs, sagte Verwaltungsratspräsidentin Doris Russi Schurter gestern an der von 188 Aktionären besuchten Generalversammlung im Casino Luzern. «Wir setzen alles daran, uns den veränderten medialen Rahmenbedingungen anzupassen, um unsere publizistische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu ­sichern», so Russi Schurter.

Rahmenbedingungen, die vor allem geprägt sind durch ­einen dramatischen Rückgang der Werbeeinnahmen bei den gedruckten Zeitungen und durch einen Medienkonsum, der sich im Zeitalter der Digitalisierung stark verändert.

Regionalzeitungen spannen zusammen

Die neue Epoche im Medienzeitalter lässt die Regionalblätter enger zusammenrücken. Unter dem Dach des Medienkonzerns NZZ arbeiten die «Luzerner Zeitung» und das «St. Galler Tagblatt» samt ihren Regionalausgaben, Radio- sowie TV-Stationen bereits heute eng zusammen. Die Aktionäre in Luzern hiessen gestern nun auch die Fusion der Holdings von Luzern und St. Gallen gut. Die St. Galler hatten bereits vor einer Woche grünes Licht gegeben. Die NZZ verfügt an den beiden regionalen Medienhäusern über Aktienmehrheiten von jeweils mehr als 90 Prozent. Das neue, von ihr kontrollierte Gebilde erhält die Bezeichnung RMH Regionalmedien AG und wird noch in diesem Jahr mit den Aargauer AZ Medien zu einem Joint Venture zusammengeführt.

Das Zusammengehen von Aarau, Luzern und St. Gallen stünde für eine Vorwärtsstrategie, sagte Russi Schurter. «Das neue Medienunternehmen wird die nötige Finanzkraft haben, um langfristig in die Weiterentwicklung seiner Marken und Produkte zu investieren und mit Inno­vationen die digitale Trans­formation zu forcieren», so die Verwaltungsratspräsidentin. Die lokale und regionale Verankerung solle dabei erhalten bleiben. Der Zusammenschluss wird ­aufgegleist, sobald die Wettbewerbskommission ihre Zustimmung gegeben hat. Das Joint Venture wird je zur Hälfte im Besitz der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien sein.

Aktionär trauert Selbstständigkeit nach

Doch um das Joint Venture ging es gestern noch nicht. Die Aktionäre hatten an der Generalversammlung über dessen Vorstufe zu entscheiden, die Zusammenführung von Luzern und St. Gallen zur RMH Regionalmedien AG mit Sitz in Luzern. Sie befürworteten sie grossmehrheitlich, es gab nur vereinzelte Gegenstimmen und Enthaltungen. Der Krienser Aktionär Robert Strässle kommentierte die Fusion vor der Abstimmung mit einem ­Gefühl von Ohnmacht: «Ob wir unsere Haltung mit Ja, Nein oder Enthaltung zum Ausdruck bringen, kommt alles auf das Gleiche heraus. Es ist der NZZ-Vertreter mit seiner Aktienmehrheit, der bestimmt.» Strässle bedauerte, das Luzerner Medienunternehmen habe «scheibchenweise» seine Unabhängigkeit verloren. «Diese Holding-Fusion bedeutet nur noch den letzten Nagel in den Sargdeckel», sagte er. Zu der von ihm angeregten symbolischen Gedenkminute kam es indes nicht, die Versammlungsteilnehmer blieben nach ihrem Votum auf den Plätzen sitzen. Für Doris Russi Schurter nimmt mit dem Neuanfang ein langes Engagement in der Zentralschweizer Medienszene sein Ende. Seit 2001 gehört sie dem Verwaltungsrat der LZ Medien an, seit zwei Jahren amtet sie als Präsidentin. Gestern gab sie den Abschied. «Für sie war es nicht nur ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit», lobte Verwaltungsratskollege Jörg Schnyder die scheidende Präsidentin.

Auch Jürg Weber, Chef Regionalmedien NZZ, ist im Verwaltungsrat der RMH Regionalmedien AG nicht dabei. Er wird aber im Joint Venture mit den AZ Medien in einer Kaderposition tätig bleiben. Hilmar Gernet scheidet ebenfalls aus dem Aufsichtsgremium aus. Er war im Jahr 2016 dazugestossen.

Der neue Verwaltungsrat der RMH Regionalmedien setzt sich aus drei Kaderleuten der NZZ zusammen. Deren Finanzchef Jörg Schnyder gehörte schon dem Aufsichtsgremium der LZ Medien an. Als Präsident wird der frühere CKW-Chef und heutige NZZ-CEO Felix Graf amten, als drittes Mitglied wurde gestern Hanspeter Kellermüller gewählt.

Die Publikumsaktionäre der Medienhäuser in Luzern und St. Gallen erhalten im Juni ein Umtausch- beziehungsweise Kaufangebot. Die Dividende der LZ Medien AG für 2017 sinkt auf 75 Franken (Vorjahr 80 Franken) und die Sonderdividende auf 25 Franken (Vorjahr 60 Franken).

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