Auszeichnung
Als Metzger und als Arbeitgeber top: Breitenmoser erhält von seiner Belegschaft Bestnoten

Die Appenzeller Metzgerei Breitenmoser Fleischspezialitäten ist als «Bester Arbeitgeber 2020» ausgezeichnet worden. Der Preis wird aufgrund von Mitarbeiterbefragungen vergeben.

Thomas Griesser Kym
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Barbara Ehrbar-Sutter, Geschäftsführerin der Breitenmoser Fleischspezialitäten AG ist stolz auf die Verleihung des Schweizer Arbeitgeber Awards 2020.

Barbara Ehrbar-Sutter, Geschäftsführerin der Breitenmoser Fleischspezialitäten AG ist stolz auf die Verleihung des Schweizer Arbeitgeber Awards 2020.

Pressedienst

Barbara Ehrbar-Sutter ist Geschäftsführerin der Breitenmoser Fleischspezialitäten AG, die im Innerrhoder Hauptort Appenzell ansässig ist. Die Chefin sagt:

Der Preis erfüllt mich mit grosser Freude und Stolz, weil es sich hier um ein Gemeinschaftswerk handelt.

Zu diesem trage jeder einzelne ihrer Mitarbeitenden durch «grosses Engagement» und «grosse Identifikation mit dem Betrieb» bei. Die Auszeichnung sei «ein sehr schöner Lohn für unsere Arbeit und zeigt uns, dass wir es richtig machen». Laut Ehrbar-Sutter können sich in ihrem familiären Betrieb Mitarbeitende ihren Fähigkeiten entsprechend entwickeln und so ihre persönliche Zukunft direkt beeinflussen.

Ein Betrieb, vier Fachgeschäfte

Breitenmoser hat den Swiss Arbeitgeber Award 2020 in der Kategorie «Mittelgrosse Unternehmen» erhalten. Diese definiert sich mit einer Bandbreite von 50 bis 99 Mitarbeitenden. Laut Website beschäftigt Breitenmoser gut 60 Mitarbeitende. Diese arbeiten im Produktionsbetrieb in Steinegg sowie in den vier Fachgeschäften in Appenzell, Gais, Teufen und Rorschacherberg.

Vergeben wird der Preis seit 20 Jahren vom Befragungs- und Beratungsunternehmen iCommit. Er wird mitgetragen vom Schweizerischen Arbeitgeberverband und von HR Swiss. iCommit ermittelt die Gewinner auf der Basis von Mitarbeiterbefragungen mittels eines wissenschaftlich fundierten Fragebogens. Es handle sich um die grösste Mitarbeiterbefragung in der Schweiz. Der Fokus liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).

«Mangel an Berufsleuten»

Unter den Mitarbeitenden der evaluierten Betriebe werden unter anderem die organisatorischen Rahmenbedingungen bei ihrem Arbeitgeber wie Zusammenarbeit, Umgang mit Veränderungen, Geschäftsleitung, Führung, Einbindung der Mitarbeitenden, Arbeitsinhalt, Mitarbeiterförderung und Vergnügen erfragt.

SFF-Präsident Ivo Bischofberger.

SFF-Präsident Ivo Bischofberger.

Alessandro Della Valle/KEY

Der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) sieht die Verleihung des Preises an Breitenmoser als Beleg für «die hohe Qualität der Arbeitsplätze, welche die Schweizer Fleischbranche zu bieten hat». Präsidiert wird der SFF notabene von einem Innerrhoder, alt Ständerat Ivo Bischofberger. Er sagt:

Wie bekannt ist, leidet unsere Branche seit längerem an einem die Existenz gefährdenden Mangel an qualifizierten Berufsleuten.

Doch Jammern bringe die Branche nicht weiter. Vielmehr müsse man eine hohe Qualität der Arbeitsplätze bieten und hervorragende Aufstiegschancen. Die Preisvergabe an Breitenmoser beweise, «dass hinter diesen Worten konkrete Taten stehen und es sich bei unserer Branche bezüglich Berufsaussichten um eine Zukunftsbranche handelt».

Über 120 Jahre alt

Breitenmoser wurde im Jahr 1896 gegründet und seit 1978 von Heidi und Sepp Breitenmoser in vierter Familiengeneration geführt. Mitte 2007 wurde das Unternehmen an die jetzige Chefin Barbara Ehrbar-Sutter verkauft. Seit 2007 ist Breitenmoser auch als Exportbetrieb von der EU anerkannt.

Appenzeller Spezialitäten von Breitenmoser.

Appenzeller Spezialitäten von Breitenmoser.

Pressedienst

Laut dem SFF gibt es in der Schweiz rund 1100 Metzgereien, davon sind 940 Verbandsmitglieder. Im Schnitt macht jede Woche eine Metzgerei dicht. Viele Konsumenten decken sich in Supermärkten ein oder mit Billigfleisch bei Discountern ennet der Grenze, hinzu kommt der Trend zu vegetarischem und veganem Essen.

Regionalität und Spezialitäten als Trümpfe

Aber es gibt auch Konsumenten, die wissen wollen, woher ihr Fleisch kommt, und die es schätzen, wenn es aus der Region stammt. Da sind sie beim Metzger an der richtigen Adresse. Zudem scheint die Coronapandemie dem Gewerbe in die Hände zu spielen. «Betriebe mit einem aktiven Ladengeschäft sind in dieser Krise bisher mit einem blauen Auge davon gekommen», sagte SFF-Sprecherin Alexandra Bechter unlängst dem «Blick». Und weiter:

Corona hat ihnen neuen Aufwind beschert: Geschäfte, die mit Regionalität und Spezialitäten punkten, haben neue Kundschaft angezogen.

In einem Segment aber freilich haben alle Fleischanbieter eingebüsst: im Catering, da es kaum mehr Anlässe gibt.