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ALTDORF: Chefbüro weicht der Strategie der Urner Kantonalbank

Der Chef der Urner Kantonalbank hat kein eigenes Büro mehr. Er teilt seinen Arbeitsplatz nun mit anderen Kaderleuten. Grund für die ungewöhnliche Massnahme ist eine neue Strategie.
Rainer Rickenbach
Präsident Heini Sommer (links) und Geschäftsführer Christoph Bugnon. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 1. Februar 2018))

Präsident Heini Sommer (links) und Geschäftsführer Christoph Bugnon. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 1. Februar 2018))

Rainer Rickenbach

Kantonalbank-Direktoren leiten die Geschäfte ihrer Finanzhäuser in der Regel von grosszügig bemessenen Büros aus. An den Wänden hängen schöne Bilder, und fast immer ist der unvermeidliche alte Stich vom jeweiligen Kantonshauptort dabei. Kurz: In den Chefbüros herrscht schlichte Eleganz. In Altdorf ist dies nicht mehr so. Christoph ­Bugnon, seit gut einem Jahr Geschäftsleitungsvorsitzender der Urner Kantonalbank, hat sein Büro an bester Lage geräumt und teilt sich nun eines mit zwei anderen Kader-Mitarbeitenden. Dieser Arbeitsplatz ist zwar auch behaglich. Doch einen Statuswert hat er nicht.

Grund für den ungewöhnlichen betriebsinternen Umzug ist die «Strategie 21» der Bank. In ihr ist unter anderem das Ziel formuliert, die Hierarchie ein Stück weit zu schleifen und so die gut hundert Mitarbeitenden zu teamorientiertem Handeln und Mitdenken zu ermuntern. Ein äusserer Ausdruck dieser Unternehmensphilosophie ist das Verschwinden der Einzelbüros. «Ich fühle mich extrem wohl in der neuen Arbeitsum­gebung», sagte gestern Bugnon an der ­Bilanzmedienkonferenz. Diese ging übrigens in seinem ehemaligen Einzelbüro über die Bühne. Es ist in ein Sitzungszimmer umfunktioniert worden.

Urner Kantonalbank mit solidem Ergebnis

Die Zahlen zum Geschäftsjahr 2017, die Bugnon und Bankratspräsident Heini Sommer dort präsentiert haben, sind ordentlich ausgefallen. Die Urner Kantonalbank erzielte einen Geschäftserfolg von 15,2 Millionen Franken. Dieser Wert liegt nur minim unter dem Vorjahresergebnis (siehe Tabelle). Sommer bewertete ihn als «gutes operatives Ergebnis». Es sei gelungen, in allen Ertragsdisziplinen zuzulegen, ergänzte Bugnon.

Der Gewinn wäre freilich um mehr als 1,3 Millionen Franken höher ausgefallen, hätten nicht zwei Sondereinflüsse daran gezehrt. Zum einen musste die Bank Kosten von 900000 Franken zur Behebung von Baumängeln abschreiben, welche die ­Sanierung der Geschäftsstelle Schattdorf nach sich zog. Zum andern grenzte sie erstmals Ferien und Überstunden der Mitarbeitenden aus. Sie gelten nun buchhaltungstechnisch quasi als Schuld gegenüber dem Personal. Die Abgrenzung liess den Personalaufwand um 4,5 Prozent in die Höhe schnellen, obwohl die Zahl der Mitarbeitenden in Vollzeitstellen gerechnet von 103 auf 97 sank. Kommt hinzu, dass nach Investitionen in früheren Jahren der Abschreibungsbedarf höher als sonst üblich war. Bei den Einnahmen schlug ein Beteiligungsverkauf mit 2 Millionen Franken als ausserordentlicher Ertrag zu Buche. Vom Geschäftserfolg gehen 6,8 Millionen Franken an den Kanton, in dessen Besitz sich die Bank zu 100 Prozent befindet. Es sind gleich viele wie vor einem Jahr.

Der grosse Rest fliesst in die Gewinnreserven. Das Eigenkapital stieg um 10 Millionen auf insgesamt 284 Millionen Franken. Mit einer Eigenkapitalquote von 17 Prozent schafft die Urner Kantonalbank die Mindestanforderung der Finanzaufsichtsbehörde Finma locker. Gut verdient hat die Urner Kantonalbank trotz rekordtiefer Zinsen und nachlassender Bautätigkeit am Kreditgeschäft. Der Netto­erfolg aus dem Zinsengeschäft ­verbesserte sich um 6,3 Prozent auf 33,6 Millionen Franken. Die Kundenausleihungen nahmen um 4,9 Prozent auf total 2,7 Milliarden Franken zu. Der Löwenanteil davon entfällt auf das Hypothekargeschäft.

Ob es in dem Stil weitergeht, ist indes fraglich. Denn Versicherungen und Pensionskassen haben sich auf diesem Markt breitgemacht, und die Leerstandsquote liegt im Kanton Uri über dem schweizerischen Durchschnitt. «Es gibt zwar noch drei, vier Projekte von institutionellen Anlegern mit insgesamt 400 bis 500 neuen Wohnungen. Doch die Zahl der Baugesuche ist massiv rückläufig», sagte Bugnon. Das habe die Kantonalbank bereits zu spüren bekommen: «Es wurden weniger Offerten für Immobilienfinanzierungen eingeholt als in den Jahren zuvor.» Die Risiken des Hypothekarmarktes sind indes weniger geworden. Die Summe für die Wertberichtigungen und für die Verluste sanken 2017 jeweils um mehr als die Hälfte. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet man in Altdorf mit einem stabilen Ergebnis.

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