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ALTERSVORSORGE: Starke Börse bringt gute Rendite

Die Pensionskassen haben 2013 mit ihren Anlagen eine gute Rendite erzielt. Profitiert haben sie vor allem vom Boom an den Aktienmärkten.
Roman Schenkel
Die Renten profitieren von den boomenden Börsen. Im Bild das Logo der Rentenanstalt Swiss Life 2004 nach der Abmontage in Zürich. (Bild: Keystone)

Die Renten profitieren von den boomenden Börsen. Im Bild das Logo der Rentenanstalt Swiss Life 2004 nach der Abmontage in Zürich. (Bild: Keystone)

Das Marktumfeld, in welchem die Pensionskassen im ablaufenden Jahr ihre Rendite erwirtschaften mussten, hätte nicht unterschiedlicher sein können. Auf der einen Seite die historisch tiefen Zinsen, auf der anderen Seite die boomenden Börsen. «Es war ein sehr gutes Aktienjahr und ein sehr schwieriges Obligationenjahr», sagt Peter Bänziger, Anlagechef bei Swisscanto, der Fondsgesellschaft der Schweizer Kantonalbanken

Dabei waren nicht die tiefen Zinsen an sich das Problem für die Pensionskassen, sondern der leichte Anstieg im Jahresverlauf. Für 10-jährige Eidgenossen zum Beispiel sind die Zinsen im Jahresverlauf von 0,5 Prozent auf aktuell 1,07 Prozent angestiegen. Dies hat den Pensionskassen bei ihrer bedeutendsten Anlagekategorie – rund 33 Prozent ihres Vermögens hat eine typische Pensionskasse laut einer Studie der Grossbank Credit Suisse in Obligationen investiert – das Ergebnis verhagelt. Der Zinssprung im Juni hat die Obligationenpreise gedrückt, weshalb eine negative Performance des Anleihenbestands resultiert. «Dieser Zinsanstieg hat bei den Staatsanleihen zu Verlusten geführt, bei Unternehmensanleihen war es dieses Jahr ein Nullgeschäft», sagt Bänziger.

Aktienmärkte auf Rekordhoch

Ganz anders bei den Aktien: Eine typische Pensionskasse hält rund 30 Prozent des Vermögens in Aktien. Die Branche hat folglich an der Aktienhausse im Jahr 2013 teilgehabt. Diese hat dank der lockeren Geldpolitik der Notenbanken auf breiter Front stattgefunden. Der breit gefasste Swiss Performance Index hat im Jahresverlauf um über 24,5 Prozent zugelegt. Auch im Ausland kannten die Aktienmärkte nur eine Richtung: Der amerikanische Leitindex Dow Jones und der Deutsche Dax stiegen um über 23 Prozent. «Aktien haben im abgelaufenen Jahr alles andere geschlagen», sagt Christoph Riniker, Chefaktienanalyst der Bank Julius Bär. Das hat auch den Pensionskassen geholfen: «Praktisch die gesamte Rendite kommt aus dem Aktiengeschäft», sagt Bänziger. Geholfen haben zudem die Erträge aus dem Immobiliengeschäft. Das hat auch Auswirkungen auf den Deckungsgrad der Kassen: Dieser hat sich bei allen Kassenkategorien erhöht.

Wie stark die Anlagen der Vorsorgekassen zugelegt haben, zeigen in der Branche die viel beachteten Pensionskassen-Indizes der Genfer Privatbank Pictet. Diese bilden ab, wie eine typische Pensionskasse die Spargelder der Versicherten anlegt (siehe Grafik). Die drei Indizes haben seit Anfang Jahr trotz dem Einbruch im Juni stark zugelegt. Schon bei einer konservativen Anlagestrategie (25 Prozent Aktienanteil, 75 Prozent Obligationen), die von den meisten Kassen verfolgt wird, liegt die positive Performance per 26. Dezember bei einem Plus von über 7,5 Prozent.

Noch besser sieht der Jahresabschluss bei einer Anlagestrategie mit 40 Prozent Aktien aus. Hier weist der Pictet-Index ein Plus von 9,2 Prozent aus. Bei noch mehr Risiko (60 Prozent Aktien) ist es sogar eine Zunahme von 11,4 Prozent seit Jahresbeginn.

Auch wenn die Pensionskassen in den letzten zwei Jahren eine gute Rendite erwirtschaftet haben, das Grundproblem der Kassen sei geblieben, sagt Alfred Bühler von der Pensionskassen-Beratungsgesellschaft PPCmetrics. «Aufgrund der historisch tiefen Zinsen ist es für die Pensionskassen eine Herausforderung, die Leistungen zu finanzieren», sagt Bühler. Nur dank der Aktienmärkte konnten die Vorsorgeeinrichtungen 2013 die Renditen hoch halten. Wie lange diese Entwicklung an den Börsen andauere, sei aber die grosse Frage.

Anlagestrategie bleibt fast gleich

Rund 40 Prozent Staatsanleihen hält eine Pensionskasse in der Schweiz. Wegen der tiefen Zinsen ist die Ertragslage für die Kassen viel tiefer als zum Beispiel noch in den 90er-Jahren. Bei PPCmetrics habe man jedoch keine wesentlichen Verschiebungen in der Anlageverteilung der Pensionskassen beobachtet. «Der Aktienanteil, wo zurzeit die grösste Rendite möglich ist, bleibt konstant», sagt Bühler. Das Gleiche gilt für den Immobilienanteil. «Zwar sind die Kassen bestrebt, ihr Immobilienportfolio auszubauen, der Markt jedoch ist ausgetrocknet», sagt Bühler. Die Preise im hiesigen Immobilienmarkt seien für die Pensionskassen nicht mehr attraktiv, da zu hoch.

Änderungen sehe man jedoch bei der Struktur des Obligationenportfolios. Die Kassen würden vermehrt Staatsanleihen von Ländern halten, die etwas mehr Zinsen versprechen. Risiken einzugehen, gehöre zwar zu den Grundaufgaben der Vorsorgeunternehmen. «Wir empfehlen aber auf keinen Fall, grössere Risiken einzugehen», betont Bühler. Je grösser der Aktienanteil, desto grösser auch das Risiko. «Aktien aus Schwellenländern versprechen zwar eine hohe Rendite, allerdings ist auch die Absturzgefahr deutlich höher», so Bühler.

Vielmehr müssten die Kassen neben der Anlageseite auch die Leistungen in den Fokus nehmen. «Dabei sind die laufenden Renten unantastbar», sagt Bühler. Diese sind per Gesetz garantiert. «Die Kassen müssen jedoch die Leistungen für die aktiven Versicherten überprüfen», so Bühler. Dabei müssen auch die sogenannten «Tabufragen» gestellt werden: Braucht es allenfalls eine Senkung der Verzinsung des Kapitals der Aktiven? Muss der Umwandlungssatz, der die Höhe der Rente bestimmt, gesenkt werden? Wichtig sei aber auch eine strikte Kostenkontrolle bei den Pensionskassen, betont Bühler.

Der Aufwärtstrend dauert an

Für 2014 erwartet Peter Bänziger vorerst keine Änderung an den Aktienmärkten: «Ich gehe von einer Fortsetzung des Aufwärtstrends an den Börsen aus.» Im Verlaufe des Jahres drohe aber eine deutliche Korrektur. «Die Wahrscheinlichkeit eines vorübergehenden Überschiessens der Aktien über ihre fairen Bewertungen halte ich für hoch», sagt Bänziger. Der Grund ist die nach wie vor expansive Geldpolitik der Notenbanken, welche die Anleger zum Eingehen von grossen Risiken animiert. Noch gewichte Swisscanto in ihrem Portfolio Aktien wegen ihrer günstigen Bewertung höher als Obligationen, im Verlauf des kommenden Jahres werde aber aufgrund der Anzeichen eine deutliche Reduzierung der Aktienquote erfolgen, so Bänziger.

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