Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Altstätter Coltene legt einen Zahn zu und kauft zwei Unternehmen

Die Dentaltechnikfirma vollführt durch zwei Übernahmen für 195 Millionen Franken einen Wachstumssprung und diversifiziert sowohl produktseitig als auch geografisch. Das soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens mit Sitz in Altstätten sichern.
Thomas Griesser Kym
Eine flexible, bruchsichere Feile von Coltene zur Wurzelkanalbehandlung. (Bild: PD)

Eine flexible, bruchsichere Feile von Coltene zur Wurzelkanalbehandlung. (Bild: PD)

Der Markt für Dentaltechnik ist global geworden. Zudem nimmt die Zahl der Hersteller und der Distributoren durch Konsolidierung ab, und die regulatorischen Vorschriften betreffend Hygiene, Dokumentationspflichten usw. nehmen zu und kosten immer mehr. In diesem Umfeld erachtet das Dentaltechnikunternehmen Coltene mit Sitz in Altstätten eine kritische Grösse als unerlässlich, um mit effizienten Strukturen operieren zu können. Grösse soll Skaleneffekte eintragen punkto Marketing, Verkauf, Vertrieb, Logistik und Services, und zur Verteidigung der Wettbewerbsfähigkeit bedürfe es ausserdem eines umfassenden Produktportfolios.

Vor diesem Hintergrund erwirbt Coltene für voraussichtlich 195 Millionen Franken zwei Firmen, die kanadische SciCan und die französische MicroMega. Die beiden Unternehmen, die bisher zur Sanavis-Gruppe gehören, haben letztes Jahr mit 410 Mitarbeitenden umgerechnet 97 Millionen Franken umgesetzt. Mit den Zukäufen erhöht Coltene, die 2017 mit 890 Beschäftigten auf 168 Millionen kam, die Verkäufe auf einen Schlag um 58 Prozent. Coltene stellt dentale Verbrauchsmaterialien und Klein­geräte für Zahnarztpraxen und Dentallabors her. Das Schwergewicht liegt auf der Endodontie (Zahnerhaltung), der Prothetik und der Restauration (Füllungen).

Stärker in der Infektionskontrolle und in Nordamerika

Mit den Zukäufen baut Coltene zum einen das Geschäftsfeld Endodontie weiter aus und erstarkt zum anderen im bisher relativ kleinen Segment Infektionskontrolle. Im Weiteren verbessert Coltene seine geografische Position vor allem in Nordamerika, wo man bisher schwächer war als im anderen Hauptmarkt Europa, und man stärkt die Basis in Asien, um dort gemeinsam zu Wachstumsschritten anzusetzen. Rentabilität soll bald wieder das alte Niveau erreichen Coltene plant, die Produktionsstätten von MicroMega und SciCan an den bisherigen Standorten zu belassen.

MicroMega aus Besançon ist auf die Endodontie spezialisiert, konkret auf Feilen zur Wurzelkanalbehandlung. Die Firma wurde 1905 von Etienne Garnier gegründet und stellte zunächst Ersatzteile für Uhrwerke her, schwenkte aber schon bald auf Produkte für Zahnärzte um. SciCan aus Toronto, gegründet 1957, stellt Desinfektionsgeräte und eine ganze Palette an Zubehör her. In Nordamerika sei die Firma Marktführer. Sie hat auch Niederlassungen in der Schweiz und in Deutschland und beschäftigt 230 Angestellte. MicroMega und SciCan weisen für vergan­genes Jahr eine kombinierte operative Marge von 13 Prozent des Umsatzes aus, Coltene kam auf gut 15 Prozent.

Die Rentabilität soll bald wieder das alte Niveau erreichen

Konzernchef Martin Schaufelberger erwartet, dass die erweiterte Coltene nach einmaligen Kosten für die Integration der beiden übernommenen Firmen mittelfristig, also in ein paar Jahren, wieder auf 15 Prozent Marge kommen dürfte. Geplant ist zudem, jeweils stärker zu wachsen als der globale Dentalmarkt, dem Coltene Zuwächse von jährlich 2 bis 3 Prozent zuschreibt. Wachstum verspricht man sich nicht zuletzt durch das Cross-Selling, also den Verkauf von Coltene-Produkten an Kunden von MicroMega und SciCan und vice versa.

Der Sitz von Coltene in Altstätten. (Bild: Keystone)

Der Sitz von Coltene in Altstätten. (Bild: Keystone)

Die Übernahmen sollen im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Zur Finanzierung will Coltene das Aktienkapital erhöhen. Einerseits will man neue Aktien ausgeben und den bestehenden Coltene-Aktionären ein Bezugsrecht gewähren. Andererseits erhalten die bis­herigen Eigentümer von MicroMega und SciCan neue Aktien dafür, dass sie ihre Firmen als Sacheinlage in Coltene einbringen. Die bisherigen Eigentümer sind Arthur Zwingenberger via die Arno Holding und Sanavis-Chef Stefan Helsing. Die beiden halten künftig 18,1 Prozent an Coltene. Zwingenbergers Tochter Allison Zwingenberger, Professorin für Veterinärradiologie in Kalifornien, stellt sich zur Wahl in den Coltene-Verwaltungsrat.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.