Aluflexpack legt ordentlichen ersten Tag an der Schweizer Börse hin

Der erste Handelstag verlief für den schweizerisch-kroatischen Verpackungsspezialisten erfreulich, die Aluflexpack-Aktien waren gefragt. Mit dem eingenommenen Geld will man wachsen.

Livio Brandenberg
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Aluflexpack-Verantwortliche am Freitag in Zürich. (Bild Screenshot Six Group)

Aluflexpack-Verantwortliche am Freitag in Zürich. (Bild Screenshot Six Group)

Für den Börsenneuling Aluflexpack hat das Abenteuer an der Schweizer Börse gut begonnen. Die Aktien des Verpackungsherstellers unter dem Kürzel «AFP» sind am Freitag mit einem Kurs von 22.10 Franken in den Handel gestartet und zogen im Verlaufe des Tages an. Zu Börsenschluss kosteten die Titel 22.50 Franken das Stück, was einem Plus von 1,8 Prozent entspricht.

Die Papiere waren zu je 21 Franken ausgegeben worden. Damit lagen sie aber am unteren Ende der von 20 bis 26 Franken reichenden Angebotsspanne. Händlern zufolge war der Börsengang wenig spektakulär.

Bekannte Namen als Kunden

Die schweizerisch-kroatische Firma hat mit dem Sprung aufs Börsenparkett in Zürich und der Ausgabe von 7,3 Millionen Aktien 153,3 Millionen Franken eingesammelt. Mit diesem Geld will Aluflexpack vor allem seine Produktionskapazitäten in Europa ausbauen, die Produktion automatisieren und Zukäufe tätigen.

Das im aargauischen Reinach ansässige Unternehmen war vor dem Gang an die Börse im alleinigen Besitz der Industriegruppe Montana Tech Components (MTC) des österreichischen Investors Michael Tojner. MTC steigt nun teilweise aus, will aber Mehrheitsaktionärin bleiben. Der Streubesitz soll, wenn auch die Mehrzuteilungsoption von 10 Prozent ausgeübt wird, bei 46,4 Prozent liegen.

Aluflexpack produziert – unter anderem mit der Tochterfirma Process Point Service (PPS) in Einsiedeln – Aluminiumverpackungen für Kaffee und Tee, Pharmaprodukte, Tierfutter und Lebensmittel. Im Werk im Kanton Schwyz werden pro Jahr rund 1 Milliarde Kaffeekapseln für den internationalen Konzern Jacobs Douwe Egberts (JDE), den Marktführer im Kaffeegeschäft in Deutschland, hergestellt. Zu den weiteren bekannten Alu­flexpack-Kunden gehören im Lebensmittelbereich etwa Nestlé, Dr. Oetker oder Ferrero und im Pharmabereich Novartis, Bayer, Pfizer oder Sanofi.

1 Milliarde Kaffeekapseln aus Einsiedeln

Das Unternehmen, welches operativ von Kroatien aus geführt wird, beschäftigt an vier Standorten in Kroatien sowie je einem in der Schweiz, in Frankreich und in der Türkei insgesamt rund 1150 Mitarbeitende. Der Schweizer Anteil ist aber klein: Am Produktionsstandort in Einsiedeln sind es knapp 50 und am Hauptsitz in Reinach weniger als 10 Angestellte.

Genaue Zahlen zur Produktion im Werk in Einsiedeln gibt Process Point Service nicht heraus, PPS bestätigt einzig, dass dort rund 1 Milliarde Kapseln pro Jahr hergestellt werden.

Aluflexpack will mit Börsengang bis zu 185 Mio Fr. einnehmen

Der Verpackungshersteller Aluflexpack will bei seinem Börsengang bis zu 185 Millionen Franken einnehmen. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung werden bis zu 7,3 Millionen neue Aktien ausgegeben. Der Ausgabepreis soll dabei zwischen 20 und 26 Franken je Titel liegen.

Aluflexpack kommt an die Schweizer Börse

Mit Aluflexpack kommt ein neues Unternehmen an die Schweizer Börse. Der bisherige Besitzer Montana Tech Components will mit dem Börsengang rund 140 Millionen Euro lösen und gleichzeitig Mehrheitsaktionär bleiben.
Niklaus Vontobel