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Analystentreffen gibt zu reden

London Ein Bericht aus der «Sonntags-Zeitung», wonach die Erbenfamilie Burkard an ihrem Deal mit Saint-Gobain zweifeln würde und auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Verwaltungsrat einschwenken könnte, sorgte im Vorfeld der gestrigen Generalversammlung (GV) in Baar für Echo.

Urs Burkard, Sprecher der Erbenfamilie, dementierte die Meldung umgehend. Auch gestern bekräftigte er: «Wir stehen voll und ganz hinter der Lösung mit Saint-Gobain.» Anderweitig lautende Meldungen bezeichnete er als «pure Provokation» und «Fake News».

Quelle der Meldung, die besagt, die Familie zweifle an der Lösung mit Saint-Gobain, ist der Firmenanalyst Phil Roseberg von Bernstein Research in London. Unsere Zeitung fragte bei ihm am Montag telefonisch nach. Phil Roseberg zeigte sich wenig erfreut über die Berichterstattung, weil darin aus seinem Bericht ­zitiert wird, den er «streng vertraulich an knapp zehn sehr gute Kunden verschickte».

Er monierte, dass seine persönlichen Eindrücke aus dem Treffen mit Urs Burkard öffentlich gemacht wurden. Es sei ihm peinlich, dass nun die Familie durch Presseberichte in ein schlechtes Licht gerückt werde. Phil Roseberg bestätigte hingegen, dass er beim Treffen gegenüber Urs Burkard und seinen Beratern gesagt habe, dass er von der Transaktion mit Saint-Gobain nichts halte.

Der Analyst gilt als profunder Kenner sowohl von Saint-Gobain, als auch von Sika. Er wird nicht müde, in seinen regelmässig erscheinenden Analysten­berichten die Pläne der Familie Burkard als «unsinnig und zum Nachteil von allen Beteiligten» zu bezeichnen. Er wiederholte am Telefon seine Einschätzung, Urs Burkard sei sich bewusst, dass seine Familie keinen idealen Deal abgeschlossen habe.

Burkard und der «bestvernetzte Berater»

Derweil fragen sich die mit dem Fall Sika vertrauten Parteien, weshalb Urs Burkard samt seiner Entourage auf Analystentour geht. Als gleichzeitigem Verwaltungsrat von Sika drohen ihm für sein Doppelspiel rechtliche Folgen. Sika-Investor Cascade hat bereits eine Verantwortlichkeitsklage gegen ihn eingereicht.

Den Grund für Urs Burkards Analystenbesuche sehen Branchenkenner bei seinem Berater Edwin van der Geest. Der Mitgründer und Senior Partner der Zürcher PR-Agentur Dynamics Group gilt laut «Handelszeitung» als «bestvernetzter Berater auf dem Finanzplatz Schweiz». Anfänglich hielt er sich aus dem ­Sika-Mandat heraus und überliess die Kommunikation seinem Agenturkollegen.

Gegenüber unserer Zeitung begründete er dies, weil er ein «standhafter Verfechter von Aktionärsrechten» sei. In der Tat mischt Edwin van der Geest häufig auf Seite der Kleinaktionäre mit. Er bekämpfte die Fusion Lafarge-Holcim und war gegen den Syngenta-Verkauf nach China. Auch bei der Gruppe «Freunde der NZZ» ist er dabei. Und unsere Zeitung bat er in der Vergangenheit immer wieder, kritisch über die Stimmrechtsbeschränkung bei Komax zu berichten.

Mittlerweile ist Edwin van der Geest Partei im «monetär einträchtigsten Wirtschaftsstreit der Schweiz» und sorgt aktiv für kuriose Schlagzeilen. (eme)

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