Kommentar

Andere können es auch: Die CKW sollte den eingespeisten Solarstrom besser vergüten

Der Zentralschweizer Stromkonzern bezahlt den Solarstromproduzenten verhältnismässig wenig. Sie sollte ihre Rückliefervergütung überdenken.

Maurizio Minetti
Drucken
Teilen
Maurizio Minetti.

Maurizio Minetti.

Wasser, Wind und Sonne: Auf diese drei Pfeiler setzt die Schweiz auf ihrem Weg zur Energiewende 2050. Wollen wir die hehren Ziele rechtzeitig erreichen, müssen die erneuerbaren Energiequellen ausgebaut werden. Deshalb ist es wichtig, dass die rund 600 Schweizer Energieversorger die richtigen Anreize setzen.

Der grösste Zentralschweizer Stromanbieter CKW setzt aber ausgerechnet bei kapitalintensiven grossen Solaranlagen auf ein umstrittenes System. Wer heute eine grosse Fotovoltaikanlage baut und den überschüssigen Strom ins CKW-Netz einspeist, verdient im CKW-Gebiet im besten Fall halb so viel wie anderswo. Grund dafür ist, dass sich die CKW am Börsenpreis orientiert und den ökologischen Mehrwert schlechter vergütet.

Die CKW argumentiert, sie brauche angesichts eigener Wasserkraftwerke den überschüssigen Strom der Solaranlagenbetreiber gar nicht. Ähnlich argumentierte vor einigen Jahren auch die Berner BKW. Doch nach Protesten ist sie über die Bücher gegangen und siehe da: Es ist doch möglich, den Solaranlagenbetreibern einen anständigen Preis zu bezahlen. Das neue Tarifsystem der BKW bietet zudem Planungssicherheit, weil es nicht täglichen Schwankungen unterworfen ist.

Die Schweiz braucht einen Ruck, um wie beschlossen eine fossil- und nuklearfreie Energieversorgung auf die Beine zu stellen. Die CKW sollte sich ihrer Rolle bewusst sein und ihre Rückliefervergütung überdenken.