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ANDERMATT: «Das Gebiet ist einzigartig»

Die Ebikoner Schmid-Gruppe baut in Andermatt mit Samih Sawiris zwei Wohnhäuser. Präsident Hans Schmid ist vom Grossprojekt überzeugt. Er hat selbst gleich eine Wohnung gekauft.
Interview Livio Brandenberg
Der Ausbau des Tourismusresorts Andermatt schreitet voran: Im kommenden Jahr erfolgt der Spatenstich für die beiden Apartmenthäuser Wolf (rechts) und Edelweiss. (Bild: PD)

Der Ausbau des Tourismusresorts Andermatt schreitet voran: Im kommenden Jahr erfolgt der Spatenstich für die beiden Apartmenthäuser Wolf (rechts) und Edelweiss. (Bild: PD)

Interview Livio Brandenberg

Hans Schmid, weshalb steigen Sie nun in Andermatt ein?

Hans Schmid: Aus verschiedenen Gründen: Am Anfang stand meine Beziehung zu Samih Sawiris. Wir sind beide im Verwaltungsrat des FC Luzern, in diesem Rahmen haben wir uns vor gut vier Jahren getroffen. Über unsere Gespräche war ich immer informiert, was in Andermatt passiert. Ich habe dann zusammen mit meinem Sohn Markus, der die Schmid-Gruppe führt, eine Analyse gemacht, und wir sind zum Schluss gekommen: Wenn man dieses Projekt richtig angeht, dann kann das nur zum Erfolgt führen.

Und der andere Grund?

Schmid: Die einzigartige Skiarena, die hier in Andermatt entsteht. Das Gebiet ist wunderschön, schneesicher, und es gibt eine sehr gute Verkehrsanbindung.

Wie viel werden Sie hier investieren?

Schmid: Wir investieren mit der Schmid Immobilien AG rund 8 Millionen Franken. Das ganze Projekt mit den beiden Häusern liegt im Bereich von 45 Millionen. Da sind die fertigen Häuser mit 39 Wohnungen dabei sowie Parkplätze und die Infrastruktur.

Andermatt ist noch kein gemachtes Nest, haben Sie keine Angst, dass sich die Investitionen nicht rechnen?

Schmid: Nein. Vor drei oder vier Jahren wäre ich vielleicht noch nicht so überzeugt gewesen. Doch nun ist mit der neuen Skianlage die Zukunft gesichert. Ich war über die letzten Jahre immer wieder in Andermatt und habe mir einen Eindruck verschafft. Ich habe gesehen, wie das Hotel mit dem Hallenbad entsteht und der Golfplatz – alles fügt sich zusammen. Diesen Frühling schliesslich haben mein Sohn und ich Samih Sawiris zu einem Mittagessen getroffen und dann gemeinsam entschieden: «Das machen wir.» Ausserdem halte ich ein grösseres Aktienpaket von Orascom. Ich bin also persönlich engagiert und glaube an das Unternehmen.

Wie funktioniert das Joint Venture zwischen Andermatt Swiss Alps und Schmid Immobilien?

Schmid: Wir haben vorgestern zusammen mit Samih Sawiris eine neue Firma gegründet, die Saschi Immobilien AG. Andermatt Swiss Alps ist daran mit 51 Prozent beteiligt, Schmid Immobilien mit 49 Prozent. Die Saschi Immobilien AG kauft das Grundstück inklusive bestehender Infrastruktur und erteilt dann der Schmid Generalunternehmung AG den Auftrag, die zwei Häuser zu bauen. Verkaufen werden die neu entstandenen Wohnungen Andermatt Swiss Alps und Schmid Immobilien.

Wird die Schmid-Gruppe in Zukunft noch weitere Projekte für Samih Sawiris im Urserntal oder anderswo realisieren?

Schmid: Das ist unser Ziel. Wir wollen jetzt zuerst mal zusammen beweisen, dass wir das richtig und erfolgreich machen können. Dann sind die Wege offen für eine weitere Zusammenarbeit und weitere Projekte. Das waren auch die Worte von Samih Sawiris.

Zurück zum Beginn der Zusammenarbeit. Hat Samih Sawiris Sie an einem FCL-Match überzeugt einzusteigen?

Schmid: Nein, das trennen wir schon. Da redet man über anderes. Es sind auch nicht nur Herr Sawiris und ich, die involviert sind in dieses Projekt, sondern grosse Teams auf beiden Seiten.

Im Winter in zwei Jahren sollen die Wohnungen bezugsbereit sein. Werden Sie selber auch eine Wohnung kaufen?

Schmid: Ja, ich kaufe im Haus Edelweiss eine Dach-Maisonette-Wohnung. Damit bin ich der erste Käufer. Das Haus wird direkt am Dorfplatz liegen, das wird ein ganz spezielles Ambiente sein. Die Wohnung ist gedacht für meine Familie und für mich – auch für die Zeit nach meinem Berufsleben. Doch solange ich Spass habe – ich bin nach wie vor vom «Bauvirus» befallen –, mache ich im Unternehmen noch mit.

Zur Person

Hans Schmid (74) ist Verwaltungsratspräsident der Schmid-Gruppe. Die Geschäfte des auf die Entwicklung und den Bau von Immobilien spezialisierten Familienunternehmens führt sein Sohn Markus Schmid (45).

Samih Sawiris: «Das Warten hat sich gelohnt»

Andermatt Investor Samih Sawiris war gestern gut gelaunt. Einerseits hatte das mit den jüngsten Erfolgen seiner Andermatt Swiss Alps AG (ASA) zu tun. Die ASA platzierte am Schweizer Kapitalmarkt eine Anleihe von 40 Millionen Franken, die bei Investoren grossen Absatz fand. Gleichzeitig vereinbarte sie mit einer Grossbank einen Kredit von 30 Millionen Franken. Sawiris sprach vor den geladenen Gästen im neuen Golfclubhaus in Andermatt von einem Durchbruch. «Es ist das erste Mal in der Schweiz, dass wir einen Kredit erhalten, ohne dass ich bei Banken die Muskeln spielen lassen musste», sagte er. «Das ist der Beweis dafür, dass sich die Wartezeit von zehn Jahren seit Projektbeginn gelohnt hat. Auf unsere Glaubwürdigkeit am Schweizer Markt bin ich sehr stolz.»

Andererseits freute sich Sawiris über die neue Zusammenarbeit mit der Schmid-Gruppe. Die ASA hat mit dem Ebikoner Unternehmen die Saschi Immobilien AG gegründet. Gemeinsam entwickeln sie im Rahmen eines Joint Venture die beiden Apartmenthäuser Wolf» und Edelweiss» im Tourismusresort Andermatt. Die ASA beteiligt sich mit 51 Prozent an der Immobilien AG, die Schmid-Gruppe mit 49 Prozent. «Ich fühle mich geehrt, dass einer der besten Bauunternehmer, die ich je kennen gelernt habe, diese Aufgabe mit uns wahrnimmt. Jetzt kann ich ruhig schlafen», meinte Sawiris mit einem Schmunzeln. Die 1979 gegründete Schmid-Gruppe hat 520 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 347 Millionen Franken. «Das Engagement in Andermatt ist eine grosse Herausforderung für uns», erklärte Verwaltungsratspräsident Hans Schmid. Aber das sei auch gut so. «Wir wollen Projekte anpacken, die etwas schwieriger sind.»

40 neue Wohnungen
Die zwei Apartmenthäuser im gehobenen Standard werden direkt am neu entstehenden Dorfplatz des Resorts gebaut. Sie richten sich insbesondere an Schweizer Käufer. Das Haus Wolf umfasst 23 Wohnungen (11/2 bis 51/2 Zimmer) und eine Gewerbefläche im Erdgeschoss. Im Haus Edelweiss sind 17 Wohnungen mit 21/2 bis 61/2 Zimmern plus Ladenräume geplant. Laut Projektbeschrieb ermögliche die zentrale Lage viel Licht in den Wohnungen und einen Ausblick in die umliegende Natur. Die Saschi Immobilen AG wirbt zudem mit einem gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine 11/2-Zimmer-Wohnung ist ab 395 000 Franken zu haben, 21/2 Zimmer ab 575 000 Franken. Der Verkauf beginnt am 18. Dezember. 2016 erfolgt der Spatenstich. Der Bezug ist ab Winter 2017 geplant.

«Wollen noch viel mehr bauen»
Wolf und Edelweiss sind die Apartmenthäuser sechs und sieben, die im Tourismusresort entstehen. Vier Häuser sind bezugsbereit oder kurz davor, das fünfte Haus soll Ende 2016 fertig sein. 60 Prozent der bisher erhältlichen Wohnungen sind verkauft oder reserviert. Die ASA ist mit der Nachfrage zufrieden. Bei einzelnen Experten sind die Verkaufszahlen aber umstritten. «Das ist an der unteren Grenze», sagte Claudio Saputelli, Chefanalyst für Immobilien bei der UBS, im November gegenüber unserer Zeitung. Klar ist: Der Frankenschock sorgt nach wie vor für Unsicherheiten am Markt. Die ASA bleibt dennoch zuversichtlich. «Es ist wichtig, dass wir weiterhin erstklassige Häuser realisieren. Künftig wollen wir noch viel mehr bauen», sagte CEO Franz-Xaver Simmen gestern. Die Pläne sind ambitiös: Im Endausbau des Resorts sollen 42 Apartmenthäuser stehen.

Hotel Chedi betreibt Golfclubhaus
Neben den neuen Apartmenthäusern konnte die ASA gestern auch erstmals das Golfclubhaus präsentieren, das am 18. Dezember öffnet. Das Clubhaus befindet sich am 18-Loch-Golfplatz, der zum Resort gehört. Das Restaurant wird vom Luxushotel The Chedi Andermatt betrieben. In der Wintersaison werden als Gäste vor allem Langläufer und Winterwanderer erwartet. Chedi-Manager Jean-Yves Blatt sagte, dass im «small Chedi» unkomplizierte, aber qualitativ gute Speisen angeboten werden sollen – inspiriert von Bergen der Welt. So etwa werden Spezialitäten aus den Alpen mit solchen aus dem Himalaja, den Anden oder den Rocky Mountains kombiniert. Die Preise seien vergleichbar mit jenen von lokalen Restaurants, so Blatt. «Wir wollen nicht übertreiben.»

Sven Aregger
sven.aregger@urnerzeitung.ch

Sie spannen zusammen: Samih Sawiris (links) und Hans Schmid. (Bild: PD)

Sie spannen zusammen: Samih Sawiris (links) und Hans Schmid. (Bild: PD)

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