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Andermatt Swiss Alps: Sawiris-Projekt nimmt Fahrt auf

Das Feriendorfprojekt des ägyptischen Investors Samih Sawiris hat im vergangenen Jahr den Umsatz beinahe verdoppelt. Wegen der hohen Investitionen schauten trotzdem rote Zahlen heraus.
Rainer Rickenbach
Die Schneehüenerstock-Gondelbahn anlässlich der offiziellen Eröffnung der Skiarena Andermatt Sedrun. Bild: Urs Flüeler/Keystone (14. Dezember 2018)

Die Schneehüenerstock-Gondelbahn anlässlich der offiziellen Eröffnung der Skiarena Andermatt Sedrun. Bild: Urs Flüeler/Keystone (14. Dezember 2018)

Würde man das Feriendorf-Projekt jetzt abschliessen, könnte Andermatt Swiss Alps bereits für dieses Jahr schwarze Zahlen vorweisen, sagte Geschäftsführer Franz-Xaver Simmen am Dienstag an der Jahresbilanzkonferenz. Doch das Feriendorfunternehmen hat sich für die nächsten paar Monate einiges vorgenommen. So sind die Bauarbeiten für die Konzerthalle noch im Gang, ehe im Juni die Berliner Philharmoniker zum Eröffnungskonzert anreisen. Zwei weitere Apartmenthäuser sind im Bau und die Planung für ein Familienhotel nimmt langsam konkrete Formen an.

Darum werden die Gewinnzahlen wohl auf sich warten lassen. Im vergangenen Jahr fuhr das Tourismusunternehmen, dessen Mehrheitsbesitz im Verlauf der nächsten beiden Jahre von Samih Sawiris als Privatperson auf seine Firma Orascom übergeht, einen Verlust von 40,7 Millionen Franken ein. Das Minus vergrösserte sich im Vorjahresvergleich um fast ein Drittel – trotz einer Beinahe-Verdoppelung des Umsatzes auf 135,7 Millionen Franken.

Andermatt Swiss Alps investierte 150 Millionen

Grund für die gegenläufige Entwicklung von Umsatz und Gewinn sind die Investitionen in der Höhe von 150 Millionen. Seit Projektbeginn wurde in der einstigen Armee-Hochburg über 1 Milliarde Franken investiert. Fast die Hälfte entfiel auf die Hotels The Chedi und Radisson Blu, der Rest teilte sich in ähnlich grossen Tranchen auf Infrastrukturanlagen wie den Golfplatz, das Skigebiet und Apartmentwohnungen auf.

Die Milliarde beginnt nun, Früchte zu tragen. «Wir verzeichneten 2018 in allen Bereichen Wachstum», sagte Finanzchefin Melina Marty. So verkaufte Andermatt Swiss Alps Wohnungen im Wert von 110,2 Millionen Franken – so viel wie noch nie und eineinhalb mehr als im Vorjahr. Massgeblichen Anteil am Verkaufsrekord hatte indes die deutsche Immobilienfirma Taurus, die 50 Millionen Franken in Andermatter Ferienwohnungen investierte. Rund 80 Prozent der Wohnungen in den fertigerstellten Häusern sind verkauft.

Die Skiarena steigerte im vergangenen Jahr den Umsatz um 16 Prozent. Der grösste Teil ihres Umsatzes entfällt freilich auf die Monate Januar bis März, ihre Erneuerung fand in den Jahresrechnung noch keinen Niederschlag. (siehe Infobox unten)

Viele Gäste aus der Westschweiz

Das Fünfsternehotel The Chedi steigert seinen Umsatz seit drei Jahren kontinuierlich und hat im zurückliegenden Jahr erstmals die Gewinnzone erreicht. «Das ist ein Riesenschritt für uns», sagte General Manager Jean-Yves Blatt. Die Zahl der Gäste stieg um 11 Prozent, der Umsatz um 17 Prozent. Etwas mehr als die Hälfte der 43'000 Gäste im Luxushotel waren Schweizer. Erstaunlich: Etwa 40 Prozent von ihnen kamen aus der Westschweiz angereist. Die ausländischen Gäste aus Europa machen fast einen Drittel der Besucher aus, der Rest entfällt auf Reisende aus Asien, dem Mittleren Osten und den USA. Sie zahlten durchschnittlich 672 Franken für eine Übernachtung im Fünfsternehaus. Diese Summe liegt 7 Prozent über dem Vorjahr. Noch nicht ins Gewicht fällt in der Jahresrechnung das Radisson Blu, da es erst kurz vor Weihnachten 2018 eröffnete.

Bei den mittelfristigen Investitionen zeichnet sich eine Drosselung des Tempos ab. Geschäftsführer Simmen: «Die grössten Investitionsvorhaben sind nun realisiert oder stehen kurz vor der Vollendung. Andermatt Swiss Alps wird sich künftig mehr nach den Marktbedürfnissen richten können.» Die neue Gangart wird Simmen nicht mehr mitbestimmen, er wechselt im Frühling zum Liftkonzern Schindler. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Bis er gefunden ist, ist Orascom-Chef Khaled Bichara für das Tagesgeschäft in Andermatt zuständig.


Tageskarten für 10 Franken lockten viele auf Pisten

(rr) Die neue Skiarena Andermatt Sedrun zog viele neue Wintersportler an. Der Wintersaison-Umsatz schoss im Vorjahresvergleich um 69 Prozent auf 23,8 Millionen Franken in die Höhe. 450'000 Tageskarten verkauften die Bergbahnen. In den Gastrobetrieben des Skigebietes verdoppelte sich der Umsatz auf 7,2 Millionen Franken. «Es sind sagenhafte Kennzahlen. Geholfen haben uns dabei natürlich auch die vorwiegend guten Witterungsbedingungen», sagt Skiarena-Chef Rainer Flaig. Viel zu reden bei den Wintersportlern gab die sogenannte dynamische Preisgestaltung der Tageskarten. Je mehr Nachfrage sich abzeichnete, desto höher fielen die Preise aus. «Die Preisspanne bewegte sich zwischen 36 und 79 Franken pro Tageskarte», so Flaig. Er machte die Erfahrung, dass sich ein paar Franken mehr oder weniger nur geringfügig auf den Ansturm auswirken.

Starke Magnetwirkung hatten indes die zehn Tage, während denen die Wintersportler für zehn Franken auf den schneesicheren 180 Kilometern Piste unterwegs sein konnten. Vor allem die älteren Skifahrer machten von diesem Billigangebot regen Gebrauch, da diese sich auf Arbeitstage beschränkten. Die aktuelle Saison dauert noch bis zum 19. Mai. Für nächste Saison gibt es für Frühbucher Jahresabonnements ab 779 Franken.

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