Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt

Erstmals seit Juli 2008 ist die Zahl der Arbeitslosen im Kanton Bern gesunken: Im Mai 2009 waren 12 751 Personen arbeitslos. Das sind 604 Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank dadurch um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Dagegen stiegen die Gesuche zur Einführung von Kurzarbeit leicht an. Die 387 Gesuche betrafen insgesamt 5879 Beschäftigte.

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Arbeitslosigkeit im Kanton Bern

Arbeitslosigkeit im Kanton Bern

Solothurner Zeitung

Die saisonale Entwicklung im Bau- und im Gastgewerbe und daraus folgend eine steigende Nachfrage nach temporären Arbeitskräften hat zum Rückgang der Arbeitslosenzahl im Mai 2009 geführt, wie die Staatskanzlei des Kantons Bern mitteilt.

Insgesamt waren 604 Personen weniger arbeitslos als im Vormonat. Alle Altersgruppen haben davon profitiert. In der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahre sank die Zahl um 188 auf 2276 Personen. In der Altersgruppe von 25 bis 49 Jahre ging sie um 360 auf 7572 Personen zurück und in der Altersgruppe über 50 Jahre um 56 auf 2903 Personen. Die Zahl der arbeitsuchenden Schülerinnen und Schüler und Studierenden sank um 35 auf 226 Personen, diejenige der arbeitsuchenden Lehrlinge um 17 auf 315.

Weiterhin betroffen von der konjunkturellen Abschwächung bleibt die metallverarbeitende Industrie (+91 auf 1721 Personen). Dagegen verzeichneten das Gastgewerbe (-240 auf 1344 Personen) und das Baugewerbe (-193 auf 931 Personen) deutliche Abnahmen. Diese Nachfragesteigerung wirkte sich ebenfalls positiv auf den Personalverleih im Bereich Immobilien, Vermietung, Informatik (-174 auf 1910 Personen) aus.

Bei den Männern ging die Zahl der Arbeitslosen um 477 (-6,0 Prozent) auf 7415 Personen zurück, bei den Frauen sank sie um 127 (-2,3 Prozent) auf 5336 Personen. Mit 8346 Personen waren 273 Schweizerinnen und Schweizer weniger arbeitslos als im Vormonat. Bei den Ausländerinnen und Ausländern sank die Zahl um 331 auf 4405 Personen.

In 18 von 26 Amtsbezirken ging die Zahl der Arbeitslosen zurück. Die höchste Quote verzeichnete der Amtsbezirk Biel mit 4,7 Prozent. Am niedrigsten war die Quote in Oberhasli mit 0,9 Prozent. Die stärkste Abnahme verzeichnete der Amtsbezirk Interlaken (-186 Personen).

Von den 18 493 Stellensuchenden (-701 oder -3,7 Prozent) gingen 3010 Personen (-15) einer bezahlten Arbeit im Sinne eines Zwischenverdienstes nach. 1007 Personen (-13) nahmen an einem Beschäftigungsprogramm teil und 280 (-37) aller Stellensuchenden absolvierten eine Weiterbildung bzw. Umschulung, die länger als einen Monat dauerte. Gemessen am Total der Stellensuchenden waren 16,3 Prozent (Vormonat 15,8) in einem Zwischenverdienst. 5,4 Prozent (Vormonat 5,3) absolvierten ein Beschäftigungsprogramm und 1,5 Prozent (Vormonat 1,7) eine Weiterbildung.

387 Gesuche zur Kurzarbeit, vorwiegend aus Industrie und Baugewerbe, betrafen 5879 Mitarbeitende gegenüber 6182 Beschäftigten im April.